Mit dem gezielten Angriff auf drei iranische Atomanlagen am 21. Juni hat Präsident Donald Trump eine Entscheidung getroffen, die als Wendepunkt seiner Präsidentschaft gewertet wird. Ziel von „Operation Midnight Hammer“ sei es laut Trump gewesen, Irans Fähigkeit zur Urananreicherung zu zerstören und die „nukleare Bedrohung durch den weltweit führenden staatlichen Terrorunterstützer“ zu beenden.
Doch während die US-Regierung in der Aktion eine mögliche historische Errungenschaft sieht, befürchten Kritiker den Beginn eines neuen, unkontrollierbaren Konflikts im Nahen Osten. Nur vier Jahre nach dem chaotischen Abzug aus Afghanistan steht die Frage im Raum, ob sich die USA in einen weiteren langfristigen Krieg verwickeln.
Trump selbst deutete an, dass der Iran „viele weitere Ziele“ zu befürchten habe, falls kein Frieden folge. Dies steht im Spannungsfeld seiner wiederholt betonten Ablehnung von „ewigen Kriegen“ und seinem außenpolitischen Slogan „America First“, mit dem er einst den Rückzug aus globalen Konflikten forderte.
Innerhalb seiner republikanischen Partei zeigt sich ein gespaltenes Bild: Während führende Kongressmitglieder den Angriff lobten, kritisierten Teile der MAGA-Bewegung den Schritt scharf. Die Abgeordnete Marjorie Taylor Greene sagte, „dies sei nicht unser Kampf“ und warf Trump vor, seine Wähler zu enttäuschen.
Auch außenpolitisch zeigt die Aktion Trumps Nähe zu Israels Premierminister Benjamin Netanjahu, der den Angriff als historischen Durchbruch feierte. Netanjahu sprach von einem „Wendepunkt“, der eine Ära von Sicherheit und Frieden einleiten könne.
Kritik gibt es auch wegen des fehlenden Einbezugs des US-Kongresses. Zwar wurde das Parlament informiert – allerdings erst, nachdem die Bomber iranischen Luftraum verlassen hatten. Senator Mark Warner (Demokraten) kritisierte das Vorgehen als undemokratisch und ohne klare Strategie.
Der Iran reagierte mit dem Abschuss weiterer Raketen auf Israel. Außenminister Abbas Araghchi warf den USA vor, einen „Akt der Aggression“ begangen zu haben. Ob und wie Iran gegen US-Ziele vorgehen wird, bleibt unklar.
In den kommenden Wochen dürfte sich entscheiden, ob Trumps riskantes Vorgehen als sicherheitspolitischer Erfolg oder als Auftakt zu einem neuen Konflikt in die Geschichte eingeht.