Am West Virginia International Yeager Airport sorgen zwei ganz besondere Mitarbeiter für Sicherheit am Himmel: Hercules und Ned, zwei Border Collies, jagen täglich Vögel und andere Wildtiere von der Landebahn, um Kollisionen mit Flugzeugen zu verhindern. Unterstützt werden sie von ihrem menschlichen Partner, Wildtier-Spezialist Chris Keyser.
Was wie ein tierischer Spaß aussieht, ist ein ernster Job: Zwischen 1990 und 2023 kam es in den USA zu hunderten verletzungsreichen Zwischenfällen durch sogenannte Wildlife Strikes. Besonders bei größeren Vögeln oder Schwärmen kann es zu gefährlichen Schäden an Flugzeugen kommen. Hercules (8) und Ned (3) sind darauf trainiert, mit typischem Jagdverhalten Raubtiere zu imitieren – eine Technik, die bei Beutetieren instinktiv Flucht auslöst.
Die Hunde stammen von „Flyaway Geese“, einem auf Wildtier-Management spezialisierten Zucht- und Trainingsbetrieb. Border Collies gelten wegen ihres natürlichen Hüteverhaltens und hohen Arbeitswillens als besonders geeignet für diesen Job. Im Alltag leben Hercules und Ned direkt am Flughafen – mit eigenem Büro, Erinnerungsfotos und sogar militärischen Abzeichen.
Neben ihrer Sicherheitsaufgabe sind die Hunde zu beliebten Maskottchen geworden. Passagiere dürfen sie streicheln, viele erinnern sich nach dem Flug eher an die flauschigen Helfer als an die Sicherheitskontrollen. Hercules wurde sogar zur Hauptfigur eines Kinderbuchs – „The Adventures of Hercules: A New Friend“ – das eine wahre Geschichte erzählt: Ein verlorenes Kuscheltier wurde von Hercules bewacht und später dem kleinen Besitzer persönlich zurückgegeben.
Für Chris Keyser ist der tägliche Einsatz mit den Hunden mehr als nur ein Job: „Wir machen hier einen Unterschied – für die Sicherheit und die Herzen der Menschen.“ Und Ned wedelt zustimmend mit dem Schwanz.