Die US-Botschaft in Mexiko warnt vor einer besorgniserregenden Entwicklung: In mehreren Fällen wurden amerikanische Staatsbürger nach Verabredungen über Dating-Apps in mexikanischen Touristenorten entführt. Die betroffenen Regionen sind unter anderem Puerto Vallarta im Bundesstaat Jalisco und Nuevo Nayarit in Nayarit – beides beliebte Urlaubsziele an der Pazifikküste.
Nach Angaben des US-Konsulats in Guadalajara kontaktierten Kriminelle ihre späteren Opfer über Plattformen wie Tinder oder Bumble. Die Opfer wurden zu persönlichen Treffen eingeladen, die häufig in abgelegenen Unterkünften oder Hotelzimmern stattfanden. Dort kam es dann zu Entführungen. In der Folge wurden Familienangehörige in den USA kontaktiert und unter Druck gesetzt, hohe Lösegeldforderungen zu zahlen, um die Freilassung zu erreichen.
Diese Vorfälle haben zur Verschärfung der US-amerikanischen Reisehinweise geführt. Für Jalisco gilt nun die Empfehlung, Reisen in diese Region zu überdenken, da ein erhöhtes Risiko für Gewalt und Entführungen besteht. Nayarit wird mit dem Hinweis versehen, bei Reisen besondere Vorsicht walten zu lassen.
Touristen sollen vor allem bei Verabredungen mit unbekannten Personen über das Internet umsichtig sein. Treffen sollten ausschließlich in belebten, öffentlichen Orten stattfinden. Isolierte Bereiche wie Privatwohnungen oder Hotelzimmer ohne Schutzmaßnahmen gelten als besonders riskant. Es wird empfohlen, vor solchen Treffen eine Vertrauensperson zu informieren und sich regelmäßig zu melden.
Diese Art der Kriminalität betrifft nicht nur einzelne Regionen. Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass hinter diesen Entführungen gut organisierte kriminelle Gruppen stehen, die gezielt ausländische Touristen ins Visier nehmen. Insbesondere digitale Plattformen werden dabei als Köder genutzt.
Die Warnung der US-Behörden verdeutlicht, wie wichtig es ist, auch im Urlaub aufmerksam zu bleiben. Was wie ein harmloses Online-Date beginnt, kann in einer ernsten Bedrohung enden. Neben US-Touristen sollten sich auch Reisende aus Europa, darunter aus Deutschland, bewusst sein, dass das Risiko solcher Vorfälle existiert – insbesondere in Regionen, die als Risikogebiete eingestuft sind.
Wer betroffen ist oder verdächtige Erfahrungen gemacht hat, sollte umgehend die lokalen Behörden oder konsularische Stellen informieren. In Notfällen stehen die US-Konsulate rund um die Uhr zur Verfügung.