Die niederländischen Behörden haben ein massives Verfahren zur Vermögensabschöpfung gegen einen der meistgesuchten Drogenbosse Europas eingeleitet: Jos Leijdekkers, genannt „Bolle Jos“, soll kriminell erlangte Vermögenswerte im Umfang von 221 Millionen Euro verlieren. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das Vermögen aus dem internationalen Kokainhandel und einem besonders luxuriösen Lebensstil stammt.
Im Fokus der Ermittler stehen unter anderem Kokainlieferungen in großem Stil, deren Wert die Grundlage für die geforderte Summe bildet. Allein innerhalb eines halben Jahres soll Leijdekkers Gold im Wert von 47 Millionen Euro gekauft haben – vermutlich zur Geldwäsche oder als mobiles, schwer verfolgbares Vermögenslager.
Darüber hinaus wird ihm vorgeworfen, Immobilien in mehreren Ländern erworben zu haben: In der Türkei soll er ein Hotel gekauft haben, in Dubai mehrere Luxuswohnungen. Die Ermittler betrachten dies als Teil eines gezielten Plans, sein kriminell erworbenes Vermögen über internationale Strukturen zu sichern und der Justiz zu entziehen.
Der 32-jährige Leijdekkers gilt seit Jahren als zentrale Figur im europäischen Kokainhandel. Sein mutmaßliches Netzwerk reicht von Südamerika über die Niederlande und Belgien bis in den Nahen Osten. Er war lange untergetaucht und steht auf der Liste der meistgesuchten Kriminellen der Niederlande. Im Januar 2025 wurde er in Sierra Leone lokalisiert, konnte aber bislang nicht festgenommen werden. Die Behörden arbeiten mit internationalen Partnern zusammen, um seine Ergreifung zu ermöglichen.
Die jetzt eingeleitete Vermögensabschöpfung ist ein deutlicher Schritt der Justiz, auch ohne vorherige Verurteilung Druck auf den flüchtigen Kriminellen auszuüben. Möglich wird dies durch sogenannte „zivilrechtliche Einziehungsmaßnahmen“, bei denen der Verdacht reicht, dass die Vermögenswerte aus Straftaten stammen.
Die niederländische Justiz signalisiert mit diesem Vorgehen: Wer kriminell reich wird, kann sich zwar verstecken – aber sein Vermögen wird ihn nicht schützen. Die internationalen Fahndungsmaßnahmen laufen derweil weiter auf Hochtouren.