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Cyberangriff auf Marks & Spencer: Hunderte Millionen Pfund Schaden, gestohlene Kundendaten und massive Betriebsstörungen

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay

Ein groß angelegter Cyberangriff auf den britischen Einzelhandelskonzern Marks & Spencer (M&S) hat schwerwiegende Folgen: Das Unternehmen rechnet mit Verlusten in Höhe von rund 300 Millionen Pfund (etwa 350 Millionen Euro) – verursacht durch den vorübergehenden Ausfall seines Onlinegeschäfts, gestörte interne Abläufe und Vertrauensverluste bei Kundinnen und Kunden.

Der Angriff wurde am 22. April öffentlich, kurz darauf musste M&S den Bestellservice für Kleidung und Heimtextilien über Website und App stoppen. Auch interne Prozesse wurden massiv beeinträchtigt – sogar die Lebensmittelsparte war gezwungen, zeitweise auf Papier und Stift umzustellen, weil digitale Systeme nicht verfügbar waren.

Onlinegeschäft vorübergehend lahmgelegt

Nach Angaben von M&S ist der Betriebsgewinn durch den Wegfall der Onlineumsätze massiv beeinträchtigt. Das E-Commerce-Segment ist in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Pfeiler des Konzerns geworden, insbesondere seit der Umstrukturierung in der Corona-Zeit. Die Unterbrechung der Bestellprozesse hat daher unmittelbare wirtschaftliche Auswirkungen.

Die Aktien von M&S reagierten prompt: An der Londoner Börse verlor das Papier am Dienstagmorgen rund drei Prozent. Analysten sprechen von einem erheblichen Rückschlag für den Konzern, der zuletzt wieder auf Wachstumskurs war.

Kundendaten kompromittiert – Vertrauen erschüttert

Besonders besorgniserregend: M&S bestätigte in der vergangenen Woche, dass bei dem Angriff auch persönliche Kundendaten entwendet wurden. Angaben darüber, wie viele Personen betroffen sind oder welche Daten konkret gestohlen wurden, machte das Unternehmen bislang nicht. Klar ist jedoch, dass dieser Vorfall auch datenschutzrechtliche und rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen könnte – unter anderem Bußgelder oder Sammelklagen.

Sicherheitsbehörden und IT-Forensiker arbeiten weiter daran, die genaue Herkunft und das Ausmaß des Angriffs zu analysieren. Hinweise deuten auf eine professionell organisierte Cyberkriminalitätsgruppe, vermutlich mit internationalem Hintergrund.

Störungen dauern an – Erholung bis Juli erwartet

Laut Unternehmensangaben werden die Störungen voraussichtlich bis Juli anhalten. Der vollständige Neustart der IT-Systeme sei aufwendig, da sowohl Sicherheitsprüfungen als auch Wiederherstellungen durchgeführt werden müssten. Vor allem der Filialbetrieb und die Lagerlogistik seien stark betroffen gewesen.

Besonders die Lebensmittelabteilung, die für M&S neben Mode ein wichtiges Standbein ist, habe unter der Umstellung auf manuelle Prozesse und der eingeschränkten Warenverfügbarkeit gelitten. Höhere Beschaffungskosten und Verzögerungen bei der Belieferung verschärften die Situation zusätzlich.

Schockwellen im britischen Einzelhandel

Der Angriff auf M&S, eines der traditionsreichsten und größten Handelsunternehmen Großbritanniens mit rund 64.000 Beschäftigten und 565 Filialen, hat in der gesamten Branche für Unruhe gesorgt. Sicherheitslücken bei einem so großen Konzern werfen die Frage auf, wie gut der britische Einzelhandel insgesamt auf Cyberangriffe vorbereitet ist.

Branchenvertreter fordern nun, Cybersicherheit nicht länger als Randthema zu behandeln, sondern strategisch in den Mittelpunkt der Unternehmensführung zu rücken. Es wird erwartet, dass auch der Gesetzgeber nach dem Vorfall über strengere Standards im Bereich digitaler Infrastruktur und Datenschutz diskutieren wird.

Fazit

Der Cyberangriff auf Marks & Spencer zeigt eindrücklich, wie verwundbar auch etablierte Großkonzerne im digitalen Zeitalter sind. Die wirtschaftlichen Schäden sind enorm, der Vertrauensverlust potenziell langfristig. Für Verbraucher und Investoren ist klar: IT-Sicherheit ist kein Zusatz mehr – sie ist eine existenzielle Voraussetzung für den Geschäftsbetrieb.

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