Der Sportartikelhersteller Adidas wird künftig auf Känguruleder in Fußballschuhen verzichten. Bis spätestens Ende 2025 soll die Produktion komplett ohne das Leder der australischen Wildtiere auskommen. Bereits seit August 2024 habe das Unternehmen kein Känguruleder mehr eingekauft, teilte die Adidas-Zentrale in Herzogenaurach mit.
Verzicht auf Leder mit Symbolkraft
Auf den ersten Blick wirkt die Entscheidung eher symbolisch: Der Anteil von Känguruleder an den weltweit verkauften Adidas-Schuhen liegt laut Unternehmen derzeit bei unter 0,1 Prozent. Doch Tierschützer feiern den Schritt trotzdem als bedeutenden Erfolg.
Die Organisation „Center for a Humane Economy“ sprach von einem „historischen Meilenstein für den Tierschutz und die unternehmerische Verantwortung“. Auch die Kampagne „Kangaroos are not shoes“ und PETA hatten den Einsatz von Känguruleder seit Jahren scharf kritisiert.
Kritik an Jagdmethoden in Australien
Tierschutzorganisationen werfen der Industrie vor, jährlich rund zwei Millionen wilde Kängurus in Australien zu töten – meist bei nächtlichen Jagden. Laut PETA führt dies regelmäßig dazu, dass Jungtiere verwaisen und elendig verenden. Die Praxis sei mit ethischen Produktionsstandards unvereinbar, so die Kritik.
Adidas folgt Branchentrend
Adidas ist nicht das erste Unternehmen, das Konsequenzen zieht: Auch Nike, Puma, New Balance und Diadora haben den Einsatz von Känguruleder in den vergangenen Jahren beendet. Die betroffenen Adidas-Modelle sollen künftig mit hochwertigem Rindsleder gefertigt werden – ohne Einbußen bei Qualität oder Funktionalität, so ein Unternehmenssprecher.
Ein Wandel mit Signalwirkung
Mit dem Ausstieg aus der Nutzung von Känguruleder setzt Adidas ein Zeichen – nicht nur für den Tierschutz, sondern auch für eine nachhaltigere und verantwortungsbewusste Produktion. Tierschutzgruppen sehen darin einen Wendepunkt, der auch kleinere Hersteller unter Druck setzen könnte, ihre Rohstoffpolitik zu überdenken.
Fazit:
Obwohl nur ein Bruchteil der Adidas-Produktion betroffen ist, gilt der Verzicht auf Känguruleder als starkes Signal. In Zeiten wachsender ethischer und ökologischer Erwartungen an Unternehmen zeigt Adidas, dass Markenverantwortung und Tierwohl zusammengehen können – und dass sich auch scheinbar kleine Schritte in der Wirkung groß anfühlen können.