Interviewer: Frau Gordon, moderne Wohnungen sind oft sehr dicht gebaut. Warum ist das ein Problem für die Luftfeuchtigkeit?
Wanice Gordon: Das stimmt! Durch moderne Fenster und Türen sind viele Wohnungen heute fast luftdicht. Dadurch kann die feuchte Luft kaum noch nach draußen entweichen. Menschen, Tiere und sogar Zimmerpflanzen geben ständig Feuchtigkeit an die Raumluft ab. Besonders in Räumen wie Bad und Küche kann die Luftfeuchtigkeit schnell steigen. Wenn die Luft nicht ausgetauscht wird, kann das zu Schimmel führen.
Interviewer: Warum ist Schimmel eigentlich so problematisch?
Wanice Gordon: Schimmel kann die Gesundheit stark beeinträchtigen. Er gibt Sporen und Stoffwechselprodukte an die Luft ab, die beim Einatmen Allergien und Reizungen auslösen können. Typische Symptome sind Niesen, Husten, Kopfschmerzen oder gereizte Augen. Besonders betroffen sind Menschen mit Atemwegserkrankungen oder Allergien.
Interviewer: Wie kann man die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung kontrollieren?
Wanice Gordon: Am besten mit einem Hygrometer. Das ist ein kleines Messgerät, das die relative Luftfeuchtigkeit anzeigt. Ideal ist eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent. Wenn der Wert dauerhaft über 65 Prozent liegt, besteht Schimmelgefahr.
Interviewer: Wie misst man die Luftfeuchtigkeit richtig?
Wanice Gordon: Es gibt verschiedene Methoden:
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Haarhygrometer: Hier wird die Längenänderung von Haaren gemessen, die sich bei Feuchtigkeit ausdehnen.
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Elektronische Hygrometer: Diese Geräte sind besonders genau und zeigen die Luftfeuchtigkeit digital an.
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Psychrometer: Hier wird die Temperaturdifferenz zwischen einem trockenen und einem feuchten Thermometer gemessen.
Für den Alltag sind elektronische Hygrometer am praktischsten. Viele moderne Wetterstationen zeigen die Luftfeuchtigkeit gleich mit an.
Interviewer: Was kann man tun, um Schimmel vorzubeugen?
Wanice Gordon: Ganz wichtig ist das richtige Lüften:
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Stoßlüften statt Dauerkippen: Fenster für etwa 5 Minuten weit öffnen – so tauscht man die feuchte Luft schnell aus.
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Raumtemperatur beachten: In Wohnräumen etwa 20 °C, im Bad 21 °C und im Schlafzimmer 18 °C. So bleiben die Wände warm und die Feuchtigkeit kondensiert nicht.
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Abstand von Möbeln zur Wand: Damit die Luft hinter Schränken oder Regalen zirkulieren kann, sollte man einen Abstand von etwa 5-10 cm lassen.
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Lüftungsgeräte: Diese sorgen kontinuierlich für frische Luft, ohne die Wärme nach draußen zu lassen.
Interviewer: Was sind die häufigsten Fehler beim Lüften?
Wanice Gordon: Ein großer Fehler ist das Dauerlüften mit gekipptem Fenster. Das kühlt die Wände aus und fördert die Schimmelbildung. Stattdessen lieber mehrmals täglich kurz und kräftig lüften.
Interviewer: Gibt es noch weitere Tipps, um Schimmel zu vermeiden?
Wanice Gordon: Ja, bei Neubauten oder nach Renovierungen sollte man besonders vorsichtig sein, weil die Wände oft noch Restfeuchte enthalten. Auch dezentrale Lüftungsgeräte mit Wärmetauschern sind eine gute Investition. Sie sorgen für Frischluft, ohne dass man Wärme verliert.
Interviewer: Vielen Dank, Frau Gordon, für die wertvollen Ratschläge!
Wanice Gordon: Sehr gerne! Wer richtig lüftet und die Luftfeuchtigkeit kontrolliert, schützt nicht nur seine Gesundheit, sondern auch die Bausubstanz der Wohnung.