Ob Streaming, Fitness oder Handyvertrag – wer nicht regelmäßig aufräumt, zahlt oft drauf: Die Verbraucherzentrale Brandenburg (VZB) ruft Verbraucherinnen dazu auf, ihre Abo-Verträge kritisch zu prüfen. Denn zu viel Vertrags-Treue kann schnell zur Kostenfalle werden.*
„Verträge sind keine Freundschaftserklärung“, sagt Michèle Scherer, Juristin der VZB. „Viele Menschen behalten Abos bei, die sie längst nicht mehr nutzen – oder zahlen zu viel, weil sie nicht gewechselt haben.“ Die Lösung: Ein Frühjahrsputz im Vertragsschrank. Besonders jetzt, wo die Inflation viele Haushalte belastet, könne ein kritischer Blick auf laufende Kosten bares Geld sparen.
Streaming-Stress und Abo-Fallen
Ein typisches Beispiel: Die Lieblingsserie läuft exklusiv auf einem bestimmten Streamingdienst – ein neues Abo ist schnell abgeschlossen. Doch nach dem Staffelfinale gerät die Kündigung in Vergessenheit, das Abo läuft weiter. „Gerade bei Streamingdiensten oder digitalen Angeboten sammeln sich oft Verträge an, die unnötig Geld kosten“, so Scherer. Ein Blick auf den Kontoauszug hilft dabei, solche Verträge aufzuspüren.
Vertragslaufzeiten kennen – Rechte nutzen
Viele Verträge haben eine Mindestlaufzeit von 12 bis 24 Monaten. Doch gute Nachrichten für Verbraucher*innen: Seit dem 1. März 2022 gilt bei neuen Abo-Verträgen eine monatliche Kündigungsfrist nach der Mindestlaufzeit. Das betrifft etwa Handy-, Internet- oder Streamingverträge. „Niemand ist mehr gezwungen, ein weiteres Jahr zu zahlen, wenn der Vertrag nicht mehr passt“, erklärt Scherer.
Tipp: Frühzeitig kündigen – Button nutzen
Die VZB empfiehlt: Kündigung sofort einplanen, wenn die Nutzung nur zeitlich begrenzt geplant ist – zum Beispiel nach dem Staffelfinale oder Probemonat. Eine Erinnerung im Kalender hilft, Kündigungsfristen nicht zu verpassen.
Besonders praktisch: Viele Verträge lassen sich direkt online kündigen. Anbieter sind verpflichtet, auf ihrer Website einen gut sichtbaren Kündigungsbutton bereitzustellen. „Fehlt dieser oder ist er schwer zu finden, dürfen Verbraucher*innen jederzeit und ohne Frist kündigen“, betont Scherer. Die Verbraucherzentrale unterstützt Betroffene dabei, ihre Rechte durchzusetzen – kostenlos und rechtssicher.
Weitere Informationen und individuelle Hilfe bietet die Verbraucherzentrale unter:
www.verbraucherzentrale.de