Im Strafprozess rund um den spektakulären Diebstahl des keltischen Goldschatzes aus dem Kelten- und Römer-Museum im bayerischen Manching hat das Landgericht Ingolstadt den vier Angeklagten einen sogenannten Deal vorgeschlagen. Den Männern aus Mecklenburg-Vorpommern und Berlin wird vorgeworfen, im November 2022 wertvolles Kulturgut im Millionenwert gestohlen und teilweise zerstört zu haben.
Tat mit hoher krimineller Energie
Die Tat ereignete sich in der Nacht zum 22. November 2022. Mit schwerem Werkzeug drangen die Täter in das Museum ein, hebelten eine Fluchttür auf und zertrümmerten das Panzerglas von zwei Vitrinen. Innerhalb weniger Minuten entwendeten sie rund 450 goldene keltische Münzen – der bedeutendste Goldfund dieser Art aus dem vergangenen Jahrhundert. Die Beute hat einen geschätzten Wert von über 1,5 Millionen Euro.
Angeklagten drohen mehrjährige Haftstrafen
Seit Januar stehen vier Männer im Alter zwischen 30 und 50 Jahren vor dem Landgericht Ingolstadt. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sie den Diebstahl gemeinschaftlich geplant und ausgeführt haben. Der vorsitzende Richter hat ihnen nun eine Strafmilderung in Aussicht gestellt, sollten sie ein umfassendes Geständnis ablegen. Ursprünglich drohen den Angeklagten Freiheitsstrafen zwischen dreieinhalb und neun Jahren. Die Frist zur Annahme des Angebots läuft bis Donnerstag.
Teilweise Einschmelzung des Schatzes – Kulturgut zerstört
Besonders schwer wiegt, dass ein Teil der gestohlenen Münzen offenbar bereits vernichtet wurde. Bei einem der Angeklagten wurden mehrere Goldklumpen sichergestellt. Expertenanalysen ergaben, dass diese aus etwa 70 eingeschmolzenen antiken Münzen bestehen. Damit wurde ein einzigartiges Kulturerbe unwiederbringlich beschädigt. Die Herkunft der restlichen rund 360 Münzen ist bislang ungeklärt.
Spurensuche bleibt erfolglos
Ein zentraler Aspekt des Verfahrens ist die Frage nach dem Verbleib des verschwundenen Goldes. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass zumindest einer der Angeklagten über den genauen Aufenthaltsort der Münzen Bescheid weiß. Ein Hof im mecklenburgischen Plate bei Schwerin, der als möglicher Lagerort galt, wurde mit Metalldetektoren durchkämmt – jedoch ohne Ergebnis.
Gericht setzt auf Kooperation der Beschuldigten
Mit dem vorgeschlagenen Deal hofft das Gericht, mehr Klarheit über die Tatabläufe und den Verbleib des gestohlenen Schatzes zu erlangen. Ob die Angeklagten darauf eingehen und sich kooperationsbereit zeigen, bleibt abzuwarten.