Im Tarifkonflikt zwischen der Gewerkschaft ver.di und der Fluggesellschaft TUIfly drohen nun auch Warnstreiks beim Bodenpersonal. Nachdem es bereits zu tariflichen Einigungen für Piloten sowie das Kabinenpersonal gekommen ist, blieb eine Einigung für die rund 320 Beschäftigten am Boden bislang aus. Die Gewerkschaft teilte am Dienstag mit, dass sie sich auf Arbeitskampfmaßnahmen vorbereite – konkrete Angaben zu betroffenen Flughäfen würden in Kürze bekannt gegeben.
Hintergrund: Gescheiterte Verhandlungen
Grund für die drohenden Warnstreiks sind laut ver.di die stockenden Tarifverhandlungen. Die Gewerkschaft fordert nicht nur eine angemessene Gehaltserhöhung, sondern auch strukturelle Verbesserungen: etwa eine spürbare Entlastung im Schichtdienst sowie eine Überarbeitung der Eingruppierungen, damit Qualifikationen der Mitarbeitenden künftig besser anerkannt werden.
Die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle äußerte scharfe Kritik an der Haltung der Arbeitgeber. „Was fehlt, ist der Respekt gegenüber den Beschäftigten. Die Arbeitgeberseite hat nicht nur keine Verbesserungen angeboten, sondern bereits vorgelegte Angebote wieder zurückgenommen und sogar verschlechtert“, so Behle.
TUIfly: Gesprächsbereitschaft betont
Der Touristikkonzern TUI, Muttergesellschaft der Fluglinie TUIfly, zeigte sich indes gesprächsbereit. Ein Unternehmenssprecher forderte ver.di auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Man sei überzeugt, dass im konstruktiven Dialog ein tragfähiger Kompromiss gefunden werden könne.
Vor zwei Wochen war es TUIfly bereits gelungen, sich mit den Tarifparteien für das Cockpit- und Kabinenpersonal auf neue Vereinbarungen zu verständigen. Diese Einigung hatte die Hoffnung genährt, dass auch das Bodenpersonal zeitnah folgen könnte – bislang jedoch vergeblich.
Auswirkungen für Fluggäste bislang begrenzt
Branchenkreise gehen derzeit davon aus, dass ein möglicher Warnstreik des Bodenpersonals zunächst nur begrenzte Auswirkungen auf den Flugbetrieb haben dürfte. Gleichwohl könnten Passagiere insbesondere an den TUIfly-Drehkreuzen mit vereinzelten Verzögerungen oder Einschränkungen rechnen.
TUIfly mit Sitz in Hannover gehört als Tochterunternehmen zum weltgrößten Touristikkonzern TUI. Der Konzern betreibt neben der Airline auch Hotels, Kreuzfahrtschiffe und Reiseveranstalter weltweit.