Während Pflegebedürftige und ihre Familien händeringend auf Unterstützung warten, bleibt dringend benötigtes Personal ungenutzt: Rund 11.000 ausgebildete Pflegekräfte aus dem Ausland dürfen in Deutschland nicht arbeiten – nicht etwa wegen mangelnder Qualifikation, sondern wegen überlanger bürokratischer Verfahren. Das kritisierte nun Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), mit deutlichen Worten.
Die Anerkennungsverfahren dauern im Schnitt 500 Tage, also fast eineinhalb Jahre. Für ein System, das bereits unter Personalmangel ächzt, sind diese Wartezeiten fatal. „Während Pflegebedürftige verzweifelt nach Hilfe suchen, müssen qualifizierte Pflegekräfte untätig bleiben – das ist ein unhaltbarer Zustand“, so Meurer.
In Zeiten des demografischen Wandels, zunehmender Pflegebedarfe und überlasteter Einrichtungen wird der Ruf nach pragmatischen Lösungen lauter. Der Verband fordert deshalb eine dringende Beschleunigung und Vereinheitlichung der Anerkennungsverfahren. Ländergrenzen, bürokratische Hürden und komplizierte Übersetzungsregelungen dürften nicht länger verhindern, dass dringend benötigte Helfer ihren Beruf ausüben können.
Die Zahl von 11.000 blockierten Fachkräften steht dabei sinnbildlich für ein System, das an seinen eigenen Vorgaben scheitert – zulasten von Patienten, Angehörigen und Pflegeeinrichtungen.
Der Appell des bpa ist klar: Nicht länger warten, sondern handeln – im Sinne derer, die Hilfe brauchen, und derer, die sie leisten wollen.