Präsident Donald Trump und seine Regierung feiern ihre Erfolge in der Migrationspolitik: In nur 100 Tagen sollen 139.000 Menschen abgeschoben worden sein – zumindest laut Angaben des Weißen Hauses.
Doch Experten schlagen Alarm: Die veröffentlichten Zahlen passen vorne und hinten nicht zusammen.
Am 28. April erklärte Tom Homan, Trumps Beauftragter für Grenzschutz, die Regierung sei auf dem besten Weg, ihr Ziel von einer Million Abschiebungen pro Jahr zu erreichen.
Aber nach offiziellen Daten der U.S. Immigration and Customs Enforcement (ICE) wurden bisher nur etwa 57.000 Menschen tatsächlich abgeschoben.
Wie kommt die Diskrepanz zustande?
Theoretisch könnten zusätzliche Abschiebungen an den Grenzen durch die U.S. Customs and Border Protection (CBP) erfolgen.
Doch die Zahl der Grenzübertritte ist seit Trumps Amtsantritt drastisch gesunken, nachdem die Grenze zu Mexiko fast vollständig abgeriegelt wurde.
Damit bleibt wenig Raum für zusätzliche Abschiebungen über die Grenze.
„Außer sie haben 30.000 Menschen nach Kanada deportiert – was ich stark bezweifle“, scherzt Adam Isacson vom Washington Office on Latin America.
Experten fordern Aufklärung
Unabhängige Forscher wie Austin Kocher (Syracuse University) kritisieren die fehlende Nachvollziehbarkeit:
„Es müsste eine dramatische Änderung in der Zählweise oder Durchführung der Abschiebungen gegeben haben, um auf diese Zahlen zu kommen.“
Auch Tom Cartwright, der ICE-Flüge dokumentiert, bestätigt: Rund 400 Abschiebeflüge seit Januar – bei durchschnittlich 125 Passagieren pro Flug – ergeben nur etwa 50.000 Abschiebungen.
Ergebnis: Selbst mit viel gutem Willen lassen sich die 139.000 Deportationen nicht plausibel erklären.
DHS-Sprecherin Tricia McLaughlin verteidigte die Angaben gegenüber USA TODAY und erklärte, die Zahlen basierten auf „internen Daten“, die auch CBP-Abschiebungen berücksichtigten.
Konkrete Nachweise oder Aufschlüsselungen blieb die Regierung jedoch schuldig.
Abschiebungen schwieriger denn je
Früher stammte der Großteil der Abschiebungen von Menschen, die beim illegalen Grenzübertritt aufgegriffen wurden.
Heute ist die Situation komplizierter:
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Weniger Grenzübertritte bedeuten weniger einfache Abschiebungen.
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Innenraumabschiebungen (also von Personen, die bereits im Land leben) sind aufwändiger: Oft sind mehrere ICE-Agenten für eine einzige Festnahme nötig.
Zwar wurden andere Bundesbehörden stärker in die Abschiebungspolitik eingebunden, doch die Ressourcen bleiben begrenzt.
Fazit
Trotz gewisser Erfolge in der Abschiebungspolitik steht die Trump-Regierung in der Kritik:
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Die fehlende Transparenz untergräbt das Vertrauen in ihre Angaben.
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Experten fordern eine klare, überprüfbare Aufschlüsselung der tatsächlichen Zahlen.
„Wenn sie stolz auf ihre Erfolge sind – warum verstecken sie dann die Details?“ fragt sich David Bier vom libertären Cato Institute.
Solange diese Informationen fehlen, bleiben Zweifel an der offiziellen Erfolgsmeldung bestehen.