Elon Musk, Tech-Mogul, X-Chef (ehemals Twitter), Tesla-Boss und seit kurzem Mitglied der Trump-Regierung, gibt sich gern volksnah – allerdings nur, wenn die Fragen freundlich bleiben. Obwohl Musk in den letzten Jahren öffentlichkeitswirksam durch Interviews tourt, meidet er zunehmend kritische Journalisten und bevorzugt Formate, in denen er hofiert wird.
Seit seinem offiziellen Einstieg in das US-Kabinett als Leiter des neu geschaffenen „Department of Government Efficiency“ hat Musk vor allem in Fox News-Studiocouches Platz genommen. Auch bei Podcasts von Joe Rogan oder dem republikanischen Senator Ted Cruz trat er auf – stets in wohlwollender Atmosphäre, fernab unbequemer Fragen.
Kein Platz für Kritik
Sein letzter wirklich kritischer Auftritt war im März 2024 bei Don Lemon, einem ehemaligen CNN-Moderator. Lemon stellte Fragen zu Musks polarisierenden Aussagen über Diversität, Transgenderrechte und die politische Ausrichtung von X. Das Interview verlief angespannt – kurz danach kündigte Musk das geplante Showprojekt mit Lemon. Die Botschaft: Kritik ist nicht willkommen.
Musk kommentierte das mit den Worten: „Ich mache dieses Interview nur, weil du auf X bist. Ansonsten würde ich es nicht tun.“ Für Lemon war klar: „Niemand war sensibler oder dünnhäutiger als Musk.“
„Ich antworte nicht auf Pressefragen“
Auch außerhalb der Kameras bleibt der Kontakt zur unabhängigen Presse schwierig. Presseanfragen bei Musks Unternehmen enden oft in der Leere – oder, wie bei Twitter eine Zeit lang üblich, mit einem Emoji. Wer aktuell seine Pressetermine koordiniert – ob das Weiße Haus, seine persönlichen Assistenten oder Musk selbst – ist unklar. Eine Anfrage von CNN blieb unbeantwortet.
Musk zwischen Medienverachtung und Inszenierung
Musk bezeichnet sein Verhältnis zur Presse als „Liebe/Hass“ – wobei der Hass überwiege, wie er 2023 in einem BBC-Interview sagte. Das Entfernen des Verifizierungsabzeichens der New York Times von der X-Plattform sei ihm „eine Freude“ gewesen.
Doch während er öffentlich gegen die Medien wettert, sucht Musk gezielt Formate, in denen er sich ins rechte Licht rücken kann – sei es bei internationalen Auftritten mit rechten Parteien oder in X-Live-Talks mit handverlesenen Gesprächspartnern.
Fazit: Elon Musk gibt sich mediennah – solange die Medien ihn nicht zu sehr hinterfragen. Doch die Frage bleibt: Kann jemand, der globalen Einfluss ausübt, sich dauerhaft der kritischen Öffentlichkeit entziehen?