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„Na ja…“ – Das große Seufz-Gespräch zur Bundestags-Eröffnung

popmelon (CC0), Pixabay

Ort: Eine müde, durchgesessene Ledercouch im Café der parlamentarischen Realität.
Zeit: Kurz nach Gysis Rede, viel zu spät für Klarheit, viel zu früh für Einigkeit.
Gesprächsteilnehmer:

  • Oskar Pipi, Altlinker mit immer noch leicht rauchiger Stimme.

  • Gerry Schröder, zwischen Rotwein und Rückblick gefangen.

  • Guido Linder, liberal, leicht frisiert, schwer genervt.

  • Saskia Ecken, SPD-Souffleuse mit mütterlichem Blick.

  • Frederico April, digitaler Politik-Zwischenruf in Menschengestalt.

Moderatorin (lehnt sich zurück): So, wie war’s? Gysi als Alterspräsident. 35 Minuten. Krieg. Frieden. Sandmännchen. Mauer. Bürokratie. Israel. DDR. FDP. Ampelmännchen. Seufz?

Oskar Pipi (streicht sich mit zitternder Hand durch die Augenbrauen):
Seufz. Ach Gregor.
Warum einfach, wenn’s auch mit Applausflaute geht?

Gerry Schröder (blinzelt müde ins Nichts):
Also… seufz.
Ich hab während der Rede kurz überlegt, ob ich einfach gehe.
Nach Moskau. Für immer.

Guido Linder (holt tief Luft):
Seufz deluxe. Ich meine – Gregor, du hast Zeit. Klar. Aber vielleicht nicht unsere.

Saskia Ecken (klopft auf das Sitzkissen, als wäre es Gysis Rücken):
Also ich will ja nicht unhöflich sein, aber… harter Seufzer.
35 Minuten? Ich krieg dafür beim Bäcker ein Gratisbrötchen und ein Burnout.

Frederico April (scrollt nebenbei durch Insta-Stories):
Ich hab das ganze Ding in der „Für dich“-Story-Ansicht auf TikTok zusammengefasst.
Mit Untertiteln.
Meta-Seufz.
Aber ganz ehrlich: Ich glaub, der Bundestag ist der letzte Ort, an dem jemand denkt, dass Zuhören noch was bringt.

Moderatorin (rührt in einem traurigen Espresso):
War es wenigstens inhaltlich wertvoll?

Oskar Pipi:
Wie ein altes Parteibuch im Regen: voller Bedeutung, aber durchweicht.
Seufz.

Gerry Schröder:
Ich sag mal so: Wer 1990 noch wusste, wo er war, hat Gysi schon alles mal sagen hören.
Seufz.
Ich hätte lieber Putin zitiert. Und das will was heißen.

Guido Linder:
Ich hab in der Mitte der Rede einfach abgeschaltet. Also innerlich.
Ich seh noch seine Lippen, hör aber nur noch ein langgezogenes „Sooooo…“.
Seufz².

Saskia Ecken:
Er hat versucht, Frieden zu erklären.
Und hat dabei fast einen Fraktionskrieg ausgelöst.
Saskia: seufzt in Rot-Rot-Grün.

Frederico April:
Hab während der Rede 3 neue Parteien gegründet.
Alle heißen „Ja, aber kurz“.
Seufz. Like.

Moderatorin (blickt hinaus in die dunkle Kuppel der Demokratie):
Und was bleibt vom ersten Tag des neuen Bundestags?

Oskar Pipi:
Ein warmer Redeschwall und ein kalter Kaffee.

Gerry Schröder:
Und das Gefühl, dass selbst Gregors Fraktion nach Minute 25 nur noch höflich geklatscht hat, um nicht umzufallen.

Guido Linder:
Ich fordere: Demnächst Eröffnungsrede mit Eieruhr.
Oder einem Gong.

Saskia Ecken:
Man hätte vieles sagen können.
Aber nicht alles auf einmal, Gregor.

Frederico April:
Ich glaub, das war alles nur der Prolog zur Koalition.
Seufz incoming.

Moderatorin:
Gut. Dann bleibt nur noch die Schlussfrage:
Was wünschen Sie sich von dieser Legislaturperiode?

(Alle gleichzeitig, völlig synchron und ohne Hoffnung):
Weniger Reden. Mehr Reden. Aber bitte kürzer.
Seufz.

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