er designierte US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben ein „sehr gutes“ Telefongespräch mit Chinas Staatschef Xi Jinping geführt. Wenige Tage vor seiner zweiten Amtseinführung schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social, dass beide Seiten daran arbeiten würden, „viele Probleme gemeinsam zu lösen – und das sofort.“
Gesprächsthemen: Handel, Fentanyl und TikTok
Laut Trump sprachen er und Xi über Handelsbeziehungen, den Kampf gegen Fentanyl, TikTok und weitere Themen. Der künftige Präsident erklärte optimistisch:
„Präsident Xi und ich werden alles tun, um die Welt friedlicher und sicherer zu machen!“
Auch das chinesische Außenministerium veröffentlichte eine Zusammenfassung des Gesprächs. Darin betonte Xi, dass beide Seiten „großen Wert auf gegenseitige Interaktion“ legen und er hoffe, dass Trumps zweite Amtszeit einen „guten Start für die US-chinesischen Beziehungen“ ermögliche.
Ein Gespräch inmitten angespannter Beziehungen
Das Telefonat war offenbar das erste direkte Gespräch zwischen Trump und Xi seit Trumps Ausscheiden aus dem Weißen Haus im Jahr 2021. Die Beziehungen zwischen den USA und China befinden sich derzeit in einer angespannten Phase.
Nur kurze Zeit nach dem Gespräch entschied der Oberste Gerichtshof der USA, dass das umstrittene TikTok-Verbot in den Vereinigten Staaten ab Sonntag in Kraft treten kann. Die chinesische Regierung hatte sich entschieden gegen das Gesetz gestellt, das die Abspaltung von Bytedance, der chinesischen Muttergesellschaft von TikTok, fordert.
Chinas Vizepräsident reist zur Amtseinführung – nicht Xi selbst
Trotz der Einladung aus Washington wird Xi Jinping nicht persönlich an Trumps Amtseinführung am Montag teilnehmen. Stattdessen wird Chinas Vizepräsident Han Zheng als offizieller Vertreter an der Zeremonie in Washington, D.C. anwesend sein. Xi hatte Trump bereits nach dessen Wahlsieg im November gratuliert und betont, dass eine Kooperation beider Länder „beiderseits Vorteile bringt, während Konfrontation allen schadet.“
Trump zwischen Konfrontation und Kooperation mit China
Während Trump im Interview mit NBC kürzlich erklärte, dass er sich „sehr gut mit Xi verstehe“, bleibt seine China-Politik widersprüchlich.
- Während des Wahlkampfs hatte er Zölle von 60 % auf chinesische Importe angekündigt.
- Nach seinem Wahlsieg milderte er seine Drohungen ab, forderte aber weiterhin eine Erhöhung der bestehenden Zölle um 10 %, falls Peking nicht den Fluss illegaler Drogen in die USA stoppt.
Trumps neues Kabinett setzt sich zudem aus mehreren China-kritischen Politikern zusammen. Marco Rubio, der als Außenminister nominiert ist, steht sogar auf einer Sanktionsliste Pekings. Pete Hegseth, der designierte Verteidigungsminister, warnte wiederholt vor Chinas Bestreben nach globaler Vorherrschaft.
Elon Musk als möglicher Vermittler?
Ein möglicher Schlüsselakteur in den künftigen US-chinesischen Beziehungen könnte Elon Musk sein. Der Tesla-CEO, dessen Unternehmen über die Hälfte seiner Fahrzeuge in China produziert, pflegt enge Verbindungen zu Peking. Musk hat sich mehrfach für eine „Win-Win-Kooperation“ zwischen den beiden Supermächten ausgesprochen – ein deutlicher Gegensatz zu Trumps „Nullsummen“-Denken im Umgang mit China.
Taiwan bleibt ein heikler Punkt
Trotz der versöhnlichen Töne zwischen Trump und Xi bleibt Taiwan ein brandheißes Thema.
- Xi bezeichnete es im Gespräch als eine „natürliche Meinungsverschiedenheit“ zwischen den beiden Ländern.
- Peking betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz und behält sich eine gewaltsame „Wiedervereinigung“ vor.
- Trump unterstützte Taiwan in seiner ersten Amtszeit, hat seine Haltung aber zuletzt verändert.
- Während des Wahlkampfs forderte er, dass Taiwan die USA „mehr für Schutz bezahlen“ müsse und warf der Insel vor, die amerikanische Chip-Industrie zu schwächen.
Fazit: Unsichere Zukunft der US-China-Beziehungen
Das Gespräch zwischen Trump und Xi sendet gemischte Signale: Einerseits betonen beide Staatschefs ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit, andererseits stehen harte wirtschaftliche Maßnahmen und geopolitische Konflikte weiterhin im Raum.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob Trumps zweite Amtszeit eine Annäherung oder eine weitere Eskalation im Verhältnis zwischen den USA und China bringt.