Start Politik International WHO-Mitglieder setzen Verhandlungen über globales Pandemieabkommen fort

WHO-Mitglieder setzen Verhandlungen über globales Pandemieabkommen fort

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padrinan (CC0), Pixabay

Die Mitglieder der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben beschlossen, die Verhandlungen über ein weltweites Pandemieabkommen fortzusetzen. Diese Entscheidung wurde gestern zum Abschluss ihrer Jahrestagung in Genf getroffen. Ein solches Abkommen soll sicherstellen, dass die Welt bei der nächsten Pandemie besser vorbereitet ist und wichtige medizinische Güter weltweit gerechter verteilt werden.

Gesundheitsexperten sind sich einig, dass eine neue Pandemie nur eine Frage der Zeit ist, wie eine WHO-Sprecherin betonte. Ursprünglich sollte das Abkommen diese Woche in Genf feierlich verabschiedet werden. Die 194 WHO-Mitglieder hatten über zwei Jahre unter dem Eindruck der verheerenden Coronavirus-Pandemie darüber verhandelt. Doch je weiter die akute Phase der Pandemie zurücklag, desto weniger Kompromissbereitschaft zeigten die Regierungen.

Streit über Verteilung von Medikamenten und Schutzmaterial

Bis zuletzt war unter anderem umstritten, unter welchen Bedingungen knappe Güter wie Schutzmaterial, Medikamente und Impfstoffe an ärmere Länder bereitgestellt werden sollen. Nun soll ein Vertragswerk spätestens bis zur nächsten Weltgesundheitsversammlung im kommenden Jahr vorliegen. Falls nötig, soll dafür auch eine Sonderversammlung noch in diesem Jahr einberufen werden.

In vielen Ländern hatten Populisten Ängste vor einer zu großen Macht der WHO in Pandemiezeiten geschürt und Stimmung gegen das Abkommen gemacht. Das Abkommen würde jedoch nur in den Ländern in Kraft treten, die es ratifizieren. Sämtliche Maßnahmen im Zusammenhang mit Lockdowns oder Impfungen würden weiterhin allein von den nationalen Regierungen verhängt.

Mit dem fortgesetzten Engagement der WHO-Mitglieder wird angestrebt, globale Gesundheitskrisen besser zu bewältigen und internationale Solidarität zu fördern. Das geplante Abkommen könnte ein wichtiger Schritt sein, um die Weltgemeinschaft stärker zu vernetzen und gemeinsame Standards im Umgang mit Pandemien zu etablieren.

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