Start Verbraucherschutz Anlegerschutz EURAMCO INVEST GMBH:Die Bilanz aus Anlegersicht einer Analyse unterzogen:

EURAMCO INVEST GMBH:Die Bilanz aus Anlegersicht einer Analyse unterzogen:

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geralt (CC0), Pixabay

Basierend auf den vorliegenden Informationen aus dem Jahresabschluss 2022 der EURAMCO Invest GmbH lässt sich aus Anlegersicht folgende Bilanzanalyse erstellen:

1. Vermögens- und Kapitalstruktur:
– Die Bilanzsumme ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken (-4,7%), was hauptsächlich auf einen Rückgang der sonstigen Vermögensgegenstände zurückzuführen ist.
– Das Anlagevermögen macht nur einen geringen Teil der Bilanzsumme aus (5,4%) und besteht ausschließlich aus Finanzanlagen (Anteile an verbundenen Unternehmen).
– Auf der Passivseite dominiert das Eigenkapital mit einem Anteil von 88,2% an der Bilanzsumme. Dies deutet auf eine solide Eigenkapitalausstattung hin, allerdings ist zu beachten, dass die Gesellschaft aufgrund des Ergebnisabführungsvertrags keinen Bilanzgewinn ausweist.

2. Ertragslage:
– Die Gesellschaft erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2022 einen Jahresfehlbetrag von -875 TEUR (Vorjahr: -824 TEUR). Dieser wird aufgrund des Ergebnisabführungsvertrags von der Muttergesellschaft ausgeglichen.
– Die Hauptertragsquelle sind Provisionserträge (40 TEUR) sowie sonstige betriebliche Erträge (385 TEUR), denen hohe Personalaufwendungen (833 TEUR) und andere Verwaltungsaufwendungen (482 TEUR) gegenüberstehen.

3. Finanzlage und Liquidität:
– Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit war mit -927 TEUR stark negativ und konnte nur teilweise durch Mittelzuflüsse aus der Finanzierungstätigkeit (887 TEUR) kompensiert werden.
– Die Gesellschaft verfügt zum Bilanzstichtag über liquide Mittel in Höhe von 472 TEUR (Vorjahr: 535 TEUR). Dem stehen kurzfristige Verbindlichkeiten von 91 TEUR gegenüber.
– Für 2023 erwartet die Gesellschaft weiterhin operative Verluste und ist daher auf Liquiditätszuführungen der Muttergesellschaft angewiesen.

4. Chancen und Risiken:
– Die Gesellschaft sieht Chancen in der Konzeption und Entwicklung neuer Beteiligungen im Bereich Immobilien und Erneuerbare Energien. Der Erfolg hängt jedoch maßgeblich von der Realisierung der geplanten neuen Investmentvermögen ab.
– Als wesentliches Geschäftsrisiko wird genannt, dass sich die geplanten neuen Projekte verzögern oder nicht umsetzen lassen, was zu Verlusten führen würde. Diese wären allerdings von der Muttergesellschaft auszugleichen.
– Weitere Risiken bestehen u.a. in Bezug auf Adressausfälle von Vertragspartnern und anderen Konzerngesellschaften sowie operationelle Risiken (z.B. Personalrisiken, IT-Risiken).

Fazit aus Anlegersicht:
– Die EURAMCO Invest GmbH weist zwar eine solide Eigenkapitalausstattung auf, ist aber aufgrund der negativen Ertragslage und des Liquiditätsabflusses aus dem operativen Geschäft auf die finanzielle Unterstützung der Muttergesellschaft angewiesen.
– Die künftige Entwicklung hängt entscheidend davon ab, ob es gelingt, neue Investmentvermögen erfolgreich zu platzieren und dadurch zusätzliche Erträge zu generieren. Hier bestehen aus Anlegersicht jedoch erhebliche Unsicherheiten.
– Vor einer Investitionsentscheidung sollten in jedem Fall weitere Informationen zur Muttergesellschaft und deren Fähigkeit eingeholt werden, die EURAMCO Invest GmbH dauerhaft zu unterstützen. Auch die Details der geplanten neuen Projekte und deren Realisierungswahrscheinlichkeit wären kritisch zu hinterfragen.
– Insgesamt erscheint die EURAMCO Invest GmbH aus Anlegersicht aufgrund der anhaltenden Verluste, der Abhängigkeit von der Muttergesellschaft und der Unsicherheiten bezüglich der künftigen Geschäftsentwicklung als riskantes Investment. Eine sorgfältige Abwägung von Chancen und Risiken sowie eine breite Streuung des Anlagekapitals sind anzuraten.

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