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Lieferengpässe

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WikimediaImages (CC0), Pixabay

Lieferengpässe bei Medikamenten haben einen neuen Höchstwert erreicht. Sowohl 2022 als auch 2023 waren die Engpässe größer, insbesondere bei Antibiotika. Apotheken und Ärzte waren auf der Suche nach Ersatz, und es wird vermutet, dass dies 2024 weitergeht. Eine Datenanalyse von BR24 zeigt, dass die Lage sich weiter verschlechtert hat.

Im Jahr 2023 stieg die Anzahl der Lieferengpässe um fast 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt wurden 1.421 Meldungen beim Bundesinstitut für Arzneimittel- und Medizinprodukte (BfArM) registriert. Für 2024 sind bisher 501 Engpässe bekannt.

Die Engpässe betreffen verschiedene Arzneimittel, darunter Antibiotika, Schmerzmittel und Krebsmedikamente. Insbesondere Antibiotika wie Cefaclor waren 2023 oft nicht verfügbar. Auch Opioide, Asthmasprays und Krebstherapiemedikamente waren betroffen.

Die Ursachen für Lieferengpässe sind vielfältig, darunter Globalisierung, Konzentration auf wenige Herstellungsstätten, Qualitätsmängel und Produktionsverzögerungen. Die gestiegene Nachfrage, insbesondere während der Infektionswellen, verschärft die Probleme zusätzlich.

Die Auswirkungen auf die Patienten sind nicht immer direkt spürbar, da Apotheken nach Ersatz suchen und Engpässe zu kompensieren versuchen. Die Daten zeigen, dass die nicht krankenhausrelevanten Engpässe, die vor allem Vor-Ort-Apotheken betreffen, seit 2022 höher sind als die krankenhausrelevanten Engpässe.

Trotz Bemühungen, die Situation zu verbessern, bleibt die Lage prekär. Die Pharmaindustrie sieht strukturelle Probleme, darunter zu niedrige Preise für Arzneimittel. Die bayerische Staatsregierung setzt sich für eine bundesweite Lösung ein.

Nach Angaben des BfArM und des Bundesministeriums für Gesundheit ist die aktuelle Versorgungslage stabil, aber Engpässe bei einzelnen Wirkstoffen sind nicht auszuschließen.

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