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Tresides Balanced Return AMI: Solides Plus, aber Mittelabflüsse und hohe Rentenquote prägen das Jahr

Die Ampega Investment GmbH mit Sitz in Köln legt als verwaltende Kapitalverwaltungsgesellschaft den Jahresbericht zum Fonds Tresides Balanced Return AMI vor; als externer Portfoliomanager ist die Tresides Asset Management GmbH aus Stuttgart genannt. Aus Anlegersicht zeigt der Bericht ein gemischtes Bild: Der Fonds erzielte im Geschäftsjahr 2025/26 zwar ein ordentliches Plus, musste aber spürbare Mittelabflüsse verkraften und blieb klar defensiv ausgerichtet.

Der Anteilwert der Anteilklasse A (a) stieg von 103,62 Euro auf 105,73 Euro. Gleichzeitig schrumpfte das Fondsvermögen von 210,9 Millionen Euro auf 193,6 Millionen Euro. Das heißt: Die Wertentwicklung war positiv, doch Nettomittelabflüsse von 21,3 Millionen Euro drückten das Vermögen deutlich. Für Anleger ist das wichtig, weil ein Fonds trotz guter Performance an Größe verlieren kann, wenn mehr Geld abgezogen als neu zugeführt wird.

Vermögen und Wertentwicklung

Der Fonds legte im Berichtszeitraum um 4,93 Prozent zu; die Jahresvolatilität lag bei 5,02 Prozent. Damit bewegte sich der Fonds zwar in einem vergleichsweise ruhigen Rahmen, lieferte aber dennoch eine spürbare Rendite. Der Bericht betont, dass es keine Benchmark gibt und der Fonds aktiv gemanagt wird. Die positive Entwicklung kam laut Bericht aus einer Mischung aus Selektion und Allokation, also aus der Auswahl einzelner Titel und der Gewichtung der Anlageklassen.

Beim Ergebnis ist vor allem der laufende Ertrag stark: Die Erträge summierten sich auf 6,73 Millionen Euro, davon 4,56 Millionen Euro Zinsen aus ausländischen Wertpapieren, 503.000 Euro Zinsen aus inländischen Papieren sowie zusammen rund 1,75 Millionen Euro Dividenden. Nach Aufwendungen von 1,39 Millionen Euro verblieb ein ordentlicher Nettoertrag von 5,34 Millionen Euro. Hinzu kamen 2,16 Millionen Euro aus Veräußerungsgeschäften und 1,54 Millionen Euro nicht realisierte Ergebnisse. Für Anleger bedeutet das: Das Jahresplus kam nicht nur aus Kursgewinnen, sondern vor allem auch aus laufenden Zinsen und realisierten Verkäufen.

Kosten

Die Verwaltungskosten sind aus Anlegersicht ein zentraler Punkt. Die Verwaltungsvergütung betrug 1,22 Millionen Euro, die Verwahrstellenvergütung 89.650 Euro, Prüfungs- und Veröffentlichungskosten 29.504 Euro sowie sonstige Aufwendungen 41.819 Euro. Insgesamt beliefen sich die Aufwendungen auf 1,39 Millionen Euro. Die Gesamtkostenquote (TER) liegt bei 0,74 Prozent. Eine erfolgsabhängige Vergütung fiel nicht an.

Im Verhältnis zu den Erträgen wirken die Kosten beherrschbar: Den 6,73 Millionen Euro an Erträgen standen 1,39 Millionen Euro Aufwendungen gegenüber. Aus Anlegersicht ist das kein Extremwert, aber auch kein Nebenthema, denn gut ein Fünftel der Erträge wurde durch laufende Kosten aufgezehrt. Zusätzlich fielen Transaktionskosten von 210.358 Euro an. Rückvergütungen an die KVG gab es im Berichtsjahr nicht.

Portfolio und größte Positionen

Der Fonds blieb klar als Multi-Asset-Portfolio aufgestellt, mit Schwerpunkt auf Renten. Zum Stichtag entfielen 64,72 Prozent des Fondsvermögens auf verzinsliche Wertpapiere, 31,07 Prozent auf Aktien, 3,11 Prozent auf Bankguthaben und 1,09 Prozent auf sonstige Vermögensgegenstände; Derivate machten nur 0,08 Prozent aus. Aus Anlegersicht ist auffällig, dass die Anleihequote deutlich über der Aktienquote liegt. Das passt zur defensiven Ausrichtung, bedeutet aber auch: Die Fondsentwicklung hängt stark von Zins- und Kreditmärkten ab.

Regional war das Portfolio breit gestreut, mit Schwerpunkten in Europa. Bei den Aktien gehörten unter anderem Siemens, ASML, Lonza, Infineon, Allianz, Adidas, BNP Paribas, Shell und Richemont zu den größeren Positionen. Auf der Rentenseite dominieren Staats- und Unternehmensanleihen aus Europa, ergänzt um einzelne Titel aus Nord- und Südamerika. Die größten Einzelpositionen im Rentenbuch waren unter anderem Anleihen aus Kroatien, Polen, Italien, Frankreich, Belgien, Chile und den USA. Die Breite der Streuung ist positiv, doch der Fokus auf Europa und auf Unternehmensanleihen bleibt klar erkennbar.

Risiken und Auffälligkeiten

Der Bericht nennt die üblichen Marktpreis-, Zins-, Ausfall-, Liquiditäts- und Währungsrisiken. Besonders relevant ist das Zinsänderungsrisiko, weil der Fonds stark in Anleihen investiert ist. Dazu kommen Aktien- und Optionsrisiken, auch wenn der Einsatz von Derivaten begrenzt bleibt. Das Währungsrisiko wird wegen des Euroraums insgesamt als gering beschrieben.

Aus Anlegersicht auffällig ist vor allem der Mittelabfluss von 21,3 Millionen Euro. Solche Abflüsse sind nicht per se problematisch, können aber ein Signal sein, dass Anleger Mittel entnehmen oder der Fonds an Attraktivität verliert. Ebenfalls bemerkenswert ist der negative Saldo bei den nicht realisierten Gewinnen: Minus 1,38 Millionen Euro bei gleichzeitig plus 2,93 Millionen Euro nicht realisierten Verlusten. Das zeigt, dass der Fonds zwar insgesamt profitabel war, die Marktbewegungen im Bestand aber nicht durchweg freundlich waren.

Die Ausschüttung betrug 5,22 Millionen Euro beziehungsweise 2,85 Euro je Anteil; der Fonds blieb damit ausschüttend. Der unabhängige Abschlussprüfer erteilte ein uneingeschränktes Prüfungsurteil und bestätigte, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den gesetzlichen Vorschriften entspricht.

Fazit für Anleger

Unterm Strich zeigt der Bericht einen defensiv ausgerichteten Mischfonds, der in einem bewegten Marktumfeld ordentlich verdient hat, vor allem über Zinsen und realisierte Gewinne. Für Anleger positiv sind die breite Streuung, die überschaubare Volatilität und die positive Jahresperformance. Kritisch zu beobachten bleiben jedoch die deutlichen Mittelabflüsse, die hohe Abhängigkeit von Rentenmärkten und die Tatsache, dass ein merklicher Teil der Erträge durch laufende Kosten aufgezehrt wird.

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