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Defensiver Mischfonds legt zu, bleibt breit gestreut und mit moderater Kostenlast
Ampega ETFs-Portfolio Select Offensiv legt zu – aber der Ertrag wird von hohen laufenden Kosten und einem negativen Zins-/Gebührenüberschuss belastet
Dividenden- und Wachstumsfonds legt zu, aber Abflüsse drücken das Vermögen

Ampega ETFs-Portfolio Select Offensiv legt zu – aber der Ertrag wird von hohen laufenden Kosten und einem negativen Zins-/Gebührenüberschuss belastet

Die Kapitalverwaltungsgesellschaft Ampega Investment GmbH mit Sitz in Köln berichtet für den Fonds Ampega ETFs-Portfolio Select Offensiv über ein insgesamt freundliches erstes Halbjahr 2026: Das Fondsvermögen stieg auf 156,31 Mio. Euro, der Anteilwert der Anteilklasse P (a) auf 235,11 Euro und der Anteilwert der Anteilklasse I (t) auf 122,83 Euro. Zugleich zeigt der Bericht aus Anlegersicht aber auch eine typische Kehrseite offensiver Dachfonds: Die Wertentwicklung wurde vor allem durch Kursgewinne an den Aktienmärkten getragen, während die laufenden Kosten und der negative ordentliche Nettoertrag die Ertragslage sichtbar belasten.

Ein externer Fondsmanager oder Anlageberater wird im Bericht nicht genannt. Der Fonds wird aktiv gemanagt und orientiert sich an keiner Benchmark.

Vermögen und Wertentwicklung

Zum 30.06.2026 belief sich das Fondsvermögen auf 156,31 Mio. Euro. Zu Jahresbeginn lag es bei 139,99 Mio. Euro; das Plus erklärt sich vor allem aus der positiven Börsenentwicklung und nicht allein aus Neugeld. In der Anteilklasse P (a) flossen netto 5,13 Mio. Euro zu, in der Anteilklasse I (t) lediglich 4.228 Euro. Aus Anlegersicht fällt damit auf: Das Wachstum kam im Wesentlichen aus der Marktentwicklung und nicht aus großen Mittelzuflüssen.

Die Wertentwicklung im Berichtszeitraum betrug 7,79 Prozent in der Anteilklasse P (a) und 8,00 Prozent in der Anteilklasse I (t). Die Jahresvolatilität lag jeweils bei 9,99 Prozent. Das spricht für eine ordentliche Rendite bei weiterhin spürbaren Schwankungen – passend zum offensiven Profil des Fonds. Der Bericht nennt zudem einen VaR-Rahmen von 25 Prozent als Zielgröße der Risikosteuerung. Das ist keine Verlustobergrenze, sondern nur ein Steuerungswert.

Beim Ergebnis zeigt sich eine klare Zweiteilung: Die Erträge aus Zinsen und Fondsanlagen reichten nicht aus, um die laufenden Kosten zu decken. In der Anteilklasse P (a) standen 124.663,56 Euro Erträgen Aufwendungen von 662.204,17 Euro gegenüber; der ordentliche Nettoertrag war damit mit -537.540,61 Euro negativ. In der Anteilklasse I (t) ergab sich ebenfalls ein negativer ordentlicher Nettoertrag von -4.122,42 Euro. Das positive Jahresergebnis von 11,01 Mio. Euro in P und 184.763,78 Euro in I kam deshalb vor allem aus Veräußerungsgewinnen und nicht aus laufenden Erträgen. Allein in P beliefen sich die realisierten Gewinne auf 6,74 Mio. Euro, dazu kamen 4,89 Mio. Euro nicht realisierte Gewinne.

Kosten

Die laufenden Kosten sind ein wichtiger Punkt für Anleger. Die Verwaltungskosten betrugen in der Anteilklasse P (a) 585.040,84 Euro, in der Anteilklasse I (t) 4.744,08 Euro. Hinzu kamen in P 43.512,73 Euro Verwahrstellenvergütung, 12.322,04 Euro Prüfungs- und Veröffentlichungskosten und 21.203,43 Euro sonstige Aufwendungen; in I lagen diese Positionen entsprechend niedriger. Die Gesamtkostenquote lag bei 1,74 Prozent für P und 1,35 Prozent für I. Für Dachfonds ist das keine Seltenheit, aber aus Anlegersicht bleibt entscheidend: Die Kosten zehren spürbar an der Ertragskraft, zumal der ordentliche Nettoertrag in beiden Klassen negativ war.

Positiv aus Sicht der Anleger ist, dass keine erfolgsabhängige Vergütung ins Gewicht fällt: Der Anteil der Performance Fee am durchschnittlichen Fondsvermögen betrug jeweils nur 0,00015 Prozent. Außerdem wurden im Berichtszeitraum keine Ausgabeaufschläge und keine Rücknahmeabschläge gezahlt. Transaktionskosten fielen in Höhe von 3.162,34 Euro an.

Portfolio und größte Positionen

Der Fonds war zum Stichtag fast vollständig in Zielfonds investiert: 97,83 Prozent des Vermögens entfielen auf Investmentanteile, 1,68 Prozent auf Zertifikate und 0,57 Prozent auf Bankguthaben. Der Aktienanteil lag bei 82,0 Prozent, Renten bei 13,1 Prozent, Immobilien bei 0,5 Prozent, alternative Investments bei 3,9 Prozent und Liquidität bei 0,5 Prozent. Das Portfolio ist damit klar aktienlastig, aber über verschiedene Regionen und Segmente gestreut.

Zu den größten Positionen zählen UBS Irl ETF plc – S&P 500 ESG UCITS ETF HEUR mit 13,96 Prozent des Fondsvermögens, SPDR S&P 500 ESG Leaders UCITS ETF mit 12,21 Prozent, JPMorgan US REI SRI PAB HEUR mit 9,80 Prozent und Franklin S&P 500 Paris Aligned Climate UCITS ETF mit 9,59 Prozent. Daneben fallen unter anderem der Invesco Physical Gold ETC mit 1,68 Prozent sowie mehrere Europa-, Japan- und Emerging-Markets-Produkte auf. Regional liegt der Schwerpunkt damit deutlich auf den USA, ergänzt um Europa, Japan und Schwellenländer. Branchenmäßig wird das nicht direkt ausgewiesen, aber die dominierenden US- und ESG-Aktienbausteine prägen das Portfolio klar.

Risiken und Auffälligkeiten

Der Bericht nennt vor allem Marktpreis-, Aktien-, Währungs-, Zinsänderungs-, Adressenausfall-, Liquiditäts- und operationelle Risiken. Aus Anlegersicht auffällig ist, dass der Fonds wegen seiner breiten ETF- und Fondsstruktur zwar diversifiziert ist, aber dennoch stark von Aktienmärkten und Währungsbewegungen abhängt. Das Zinsrisiko ist wegen des geringen Rentenanteils vergleichsweise niedrig, dafür wirken sich Kursrückgänge an den Aktienmärkten umso stärker aus. Bei Rohstoffen verweist der Bericht zusätzlich auf mögliche Rollverluste.

Eine wesentliche Veränderung im Berichtszeitraum war die Verlegung des Geschäftsjahresendes vom 31.12. auf den 30.06. Zudem wurde die Verwahrstelle im Wege der Gesamtrechtsnachfolge auf die ABN AMRO Bank N.V. Frankfurt Branch verschmolzen. Positiv ist, dass der Fonds keine Derivate einsetzte und das Exposure aus Derivaten bei 0,00 lag. Die Bewertung der Vermögensgegenstände erfolgte zum Stichtag vollständig auf Basis handelbarer Kurse.

Fazit für Anleger

Unterm Strich zeigt der Bericht einen offensiven, breit gestreuten Mischfonds mit guter Halbjahresrendite, aber auch mit klarer Aktienmarktabhängigkeit und laufenden Kosten, die die laufenden Erträge deutlich übersteigen. Ausschüttend ist die Anteilklasse P (a), thesaurierend die Anteilklasse I (t); eine Auszahlung erfolgte in P im Berichtszeitraum nicht, in I wurde das realisierte Ergebnis vollständig wiederangelegt. Der Abschlussprüfer bescheinigt dem Jahresbericht ohne Einschränkung, dass er in allen wesentlichen Belangen den gesetzlichen Vorgaben entspricht.

Für Anleger wichtig bleibt vor allem: Die Rendite des Halbjahres beruhte überwiegend auf Kursgewinnen, nicht auf laufenden Erträgen. Wer diesen Fonds hält, investiert in ein aktienlastiges, globales ESG-orientiertes Dachportfolio mit spürbaren Schwankungen und einer Kostenbelastung, die in ruhigen Marktphasen besonders ins Gewicht fallen kann.

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