{„title“:“Ampega Real Estate Plus: Erträge ja, aber weiter hoher Immobilienfonds-Mix mit spürbaren Kosten und anhaltenden Verlusten in Teilbereichen“,“content“:“
Die Kapitalverwaltungsgesellschaft Ampega Investment GmbH mit Sitz in Köln hat den Jahresbericht für den Fonds Ampega Real Estate Plus (ISIN DE0009847483) vorgelegt. Der Fonds ist aktiv gemanagt, hat keinen Benchmark-Vergleich und setzt auf eine breite Mischung aus Immobilienaktien, Renten, Fonds und Immobilien-Sondervermögen. Auffällig aus Anlegersicht: Das Geschäftsjahr endete mit einem moderaten Plus beim Anteilwert, gleichzeitig blieb das realisierte Ergebnis insgesamt negativ und die Kostenbelastung weiterhin relevant.
Ein externer Fondsmanager oder Anlageberater wird in dem Bericht nicht genannt. Der Bericht weist allerdings aus, dass die Ampega Investment GmbH bei der Stimmrechtsausübung mit dem externen Dienstleister ISS ESG zusammenarbeitet; dieser sitzt in London.
Vermögen und Wertentwicklung
Das Fondsvermögen lag zum 30. April 2026 bei 125,86 Mio. Euro nach 124,52 Mio. Euro zu Beginn des Geschäftsjahres. Der Anteilwert stieg im Berichtszeitraum von 98,55 Euro auf 100,63 Euro. Für Anleger bedeutet das: Der Fonds hat in einem insgesamt eher ruhigen Marktumfeld einen überschaubaren Wertzuwachs erzielt, ohne dabei starke Schwankungen zu zeigen. Die ausgewiesene Jahresvolatilität lag bei 6,20 Prozent.
Die Wertentwicklung betrug im Berichtszeitraum 2,11 Prozent. Der Tiefstkurs lag bei 97,90 Euro, der Höchstkurs bei 104,65 Euro. Hinter dem Anstieg stand nicht nur laufendes Ertragspotenzial, sondern vor allem das nicht realisierte Ergebnis: Während der ordentliche Nettoertrag 290.577,53 Euro erreichte, belasteten Veräußerungsverluste das Ergebnis. Aus realisierten Gewinnen von 605.823,72 Euro und realisierten Verlusten von 1.081.988,77 Euro ergab sich aus Veräußerungsgeschäften ein Minus von 476.165,05 Euro. Insgesamt schloss das Geschäftsjahr dennoch mit einem Ergebnis von 2,62 Mio. Euro, getragen von nicht realisierten Gewinnen in Höhe von 2,14 Mio. Euro und einer Nettoveränderung nicht realisierter Verluste von 665.959,92 Euro.
Die Mittelzuflüsse und -abflüsse fielen netto negativ aus. Es gab Zuflüsse aus Anteilscheinverkäufen von 309.949,63 Euro, aber Abflüsse aus Anteilscheinrücknahmen von 1,59 Mio. Euro. Unter dem Strich verließ also mehr Geld den Fonds, als neu zufloss. Aus Anlegersicht ist das ein Signal, dass der Fonds nicht auf breiter Basis wächst, sondern weiterhin Rückgaben verkraften muss.
Portfolio und größte Positionen
Der Fonds investierte zum Stichtag zu 98,64 Prozent in Wertpapiere und hielt nur 1,14 Prozent als Bankguthaben. Die größte Position war der Bereich Investmentanteile mit 57,76 Prozent des Fondsvermögens, davon 41,29 Prozent Rentenfonds, 16,47 Prozent Aktienfonds und 8,79 Prozent offene Immobilienfonds. Direkt gehaltene Immobilienaktien machten 32,08 Prozent aus. Für Anleger bedeutet diese Struktur: Der Fonds ist kein reiner Immobilienaktienfonds, sondern ein breit gestreutes Immobilien- und Immobilienanleihe-Portfolio mit deutlicher Fonds-Zielfonds-Komponente.
Regional lag der Schwerpunkt klar in Europa. Zu den größeren Einzelpositionen bei den Aktien zählten Vonovia SE mit 4,44 Prozent, Swiss Prime Site mit 3,26 Prozent, WFD Unibail-Rodamco mit 3,22 Prozent, Klepierre mit 2,30 Prozent und Merlin Properties mit 1,80 Prozent. Bei den Zielfonds ragten vor allem Nordea 1-European Covered Bond Fund AI EUR mit 10,95 Prozent, European Specialist Investment Funds – M&G Senior mit 10,83 Prozent, Nordea 1-Danish Covered Bond Fund BP mit 9,90 Prozent, First State Global Listed Infrastructure Fund-VIA mit 8,20 Prozent sowie der VanEck Vectors Global Real Estate UCITS ETF mit 3,21 Prozent heraus. Bei den offenen Immobilienfonds waren hausInvest europa mit 4,12 Prozent und grundbesitz europa-RC mit 3,65 Prozent besonders gewichtig.
Aus Anlegersicht auffällig ist, dass der Fonds trotz der breiten Streuung einige klare Schwerpunkte hat: Immobilienaktien und europäische Immobilien- sowie Covered-Bond-Zielfonds dominieren das Portfolio. Gleichzeitig bestehen Klumpenrisiken in einzelnen Zielfonds, auch wenn sie über verschiedene Gesellschaften verteilt sind.
Kosten
Die Gesamtkostenquote (TER) beträgt 1,49 Prozent. Die unmittelbar in der Ertrags- und Aufwandsrechnung ausgewiesenen Aufwendungen summierten sich auf 792.531,46 Euro, davon 726.848,41 Euro Verwaltungsvergütung und 43.246,59 Euro Verwahrstellenvergütung. Prüfungs- und Veröffentlichungskosten beliefen sich auf 15.812,30 Euro, sonstige Aufwendungen auf 6.624,16 Euro. Hinzu kamen Transaktionskosten von 2.045,90 Euro.
Im Verhältnis zu den Erträgen fällt auf: Die Summe der Erträge betrug 1,08 Mio. Euro, davon entfielen 509.437,77 Euro auf Erträge aus Investmentanteilen und 535.434,07 Euro auf Dividenden ausländischer Aussteller. Die laufenden Kosten zehren damit einen spürbaren Teil der laufenden Erträge auf, auch wenn der Fonds unterm Strich dank Bewertungsgewinnen positiv abschloss. Die erfolgsabhängige Vergütung lag bei 0 Prozent des durchschnittlichen Fondsvermögens; eine Performance-Fee fiel also nicht an.
Risiken und Auffälligkeiten
Der Bericht nennt als wesentliche Risiken Marktpreisrisiken, Zinsänderungsrisiken, Währungsrisiken, Bonitäts- und Adressenausfallrisiken, Liquiditätsrisiken, operationelle Risiken sowie Nachhaltigkeitsrisiken. Besonders hervorzuheben ist das Liquiditätsrisiko im Immobilienbereich: Der Fonds war weiterhin von der Schließung einzelner offener Immobilienfonds betroffen; zum Stichtag waren 0,27 Prozent des Fondsvermögens in offene Immobilienfonds mit angekündigter Liquidation und ausgesetzter Rücknahme investiert. Das kann sich auf die Handelbarkeit und Bewertung einzelner Positionen auswirken.
Eine weitere Auffälligkeit ist das negative realisierte Ergebnis von minus 185.587,52 Euro. Das zeigt, dass Gewinne aus Verkäufen die Verluste aus anderen Umschichtungen nicht ausgleichen konnten. Positiv zu werten ist dagegen, dass keine Derivate eingesetzt wurden, das Exposure bei 0,00 Euro lag und keine verbundenen Unternehmen als Broker eingesetzt wurden. Die im Berichtszeitraum vorgenommene Änderung des Geschäftsjahresendes auf Ende April ist organisatorisch relevant, ändert aber nichts am Anlageprofil des Fonds.
Fazit für Anleger
Für Anleger ist der Bericht gemischt: Der Fonds hat im Berichtszeitraum ein Plus erzielt und das Vermögen leicht gesteigert, doch die Wertentwicklung blieb moderat, die Nettoabflüsse hielten an und die Kosten sind angesichts der Ertragslage nicht zu übersehen. Die Ausschüttung betrug 0,00 Euro; die Erträge wurden nicht ausgeschüttet, sondern als Vortrag auf neue Rechnung belassen. Der unabhängige Abschlussprüfer hat den Jahresbericht ohne Einwendungen bestätigt und bescheinigt, dass er in allen wesentlichen Belangen den gesetzlichen Vorgaben entspricht.
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