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Tailorvest – European Equities: Stark gewachsen, aber weiter mit hoher Liquidität und überschaubarer Ertragsbasis

Die Kapitalverwaltungsgesellschaft Ampega Investment GmbH mit Sitz in Köln berichtet für den Fonds Tailorvest – European Equities (ISIN DE000A401EF1) über ein Jahr mit deutlichem Vermögenswachstum, moderater Wertentwicklung und weiter aktivem Portfolioaufbau. Aus Anlegersicht auffällig ist vor allem: Das Fondsvermögen hat sich fast verdoppelt, während der Ertragsbeitrag zwar positiv war, aber auch durch hohe laufende Kosten und Schwankungen im Aktienbestand geprägt blieb.

Der Fonds verfolgt laut Bericht das Ziel, Kapital zu schützen und zu vermehren, indem er vor allem in europäische Qualitätsunternehmen investiert. Ein externer Fondsmanager oder Anlageberater wird im Bericht nicht genannt; die Auswahlentscheidung liegt bei der Ampega Investment GmbH selbst.

Vermögen und Wertentwicklung

Zum 30. Juni 2026 lag das Fondsvermögen bei 18,76 Millionen Euro nach 10,65 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Der Zuwachs resultierte vor allem aus Netto-Mittelzuflüssen von 7,65 Millionen Euro; davon entfielen 7,79 Millionen Euro auf Anteilscheinverkäufe, während Rücknahmen lediglich 132.490 Euro ausmachten. Für Anleger ist das ein Signal, dass der Fonds im Berichtsjahr deutlich an Größe gewonnen hat und offenbar auf Interesse stieß.

Der Anteilwert stieg im Geschäftsjahr von 106,52 Euro auf 108,17 Euro. Das entspricht einer Wertentwicklung von 1,55 Prozent in der Anteilklasse I (t). Im Vergleich zum Vorjahr war das ein moderater Anstieg; der Fonds legte also zu, aber nicht in einer Größenordnung, die die Kosten- und Schwankungsbelastung vollständig vergessen ließe. Die Jahresvolatilität lag bei 10,05 Prozent und damit auf einem Niveau, das für einen Aktienfonds zwar nicht ungewöhnlich ist, für Anleger aber spürbare Schwankungen bedeutet.

Das Ergebnis des Geschäftsjahres betrug 455.448,78 Euro. Davon entfielen 207.847,57 Euro auf den ordentlichen Nettoertrag, also im Wesentlichen auf Dividenden und Zinsen aus Liquiditätsanlagen, und 307.944,85 Euro auf realisierte Gewinne aus Veräußerungsgeschäften. Dem standen nicht realisierte Verluste von 60.343,64 Euro gegenüber. Das heißt: Das Ergebnis wurde nicht nur aus laufenden Erträgen getragen, sondern auch aus aktiven Verkäufen; Kursbewegungen bremsten den Gesamterfolg zum Teil wieder ab.

Kosten

Die laufenden Kosten sind für Anleger ein zentraler Punkt. Der Fonds zahlte im Berichtszeitraum 143.699,61 Euro Verwaltungsvergütung, 10.687,62 Euro Verwahrstellenvergütung sowie 13.625,89 Euro für Prüfungs- und Veröffentlichungskosten. Hinzu kamen sonstige Aufwendungen von 4.486,51 Euro, darunter Depotgebühren, Kosten für Quellensteuerdienstleistungen und Aufsichtskosten. Insgesamt beliefen sich die Aufwendungen auf 173.085,71 Euro.

Im Verhältnis zu den Erträgen ist das beachtlich: Den Erträgen von 380.933,28 Euro standen Aufwendungen von 173.085,71 Euro gegenüber. Mehr als 45 Prozent der Erträge wurden also durch Kosten und weitere Aufwendungen aufgezehrt. Die Gesamtkostenquote (TER) betrug 0,96 Prozent. Eine erfolgsabhängige Vergütung fiel nicht an; die Performance-Fee lag bei 0 Prozent. Für Anleger bedeutet das: Die Kosten sind nicht extrem hoch, aber sie sind im Verhältnis zur noch überschaubaren Ertragsbasis durchaus spürbar.

Zusätzliche Transaktionskosten von 30.227,36 Euro kommen hinzu. Diese sind in der TER nicht enthalten, belasten aber ebenfalls die Rendite. Eine Rückvergütung aus Vergütungen und Aufwandserstattungen erhielt die KVG im Berichtsjahr nicht.

Portfolio und größte Positionen

Zum Stichtag waren 84,78 Prozent des Fondsvermögens in Aktien investiert, 15,24 Prozent lagen als Bankguthaben und liquide Mittel vor. Der Fonds hielt also weiterhin einen vergleichsweise hohen Liquiditätspuffer, was die Handlungsfähigkeit erhöht und das Liquiditätsrisiko mindert, aber zugleich die Aktienquote etwas drückt. Im Vorjahr hatte die Kassenquote noch bei 29,2 Prozent gelegen; sie wurde also im Laufe des Jahres deutlich abgebaut, während der Aktienanteil von 70,8 auf 84,8 Prozent stieg.

Regional war das Portfolio breit gestreut, mit Schwerpunkten in Großbritannien (23,13 Prozent), Schweden (12,47 Prozent), Frankreich (8,39 Prozent) und Dänemark (7,22 Prozent). Branchenseitig dominierten Industriegüter mit 25,5 Prozent und Informationstechnologie mit 15,3 Prozent. Aus Anlegersicht spricht das für einen klaren Schwerpunkt auf mittelgroße und kleinere Qualitätswerte in Europa, aber auch für eine gewisse Abhängigkeit von zyklischen und wachstumsorientierten Themen.

Zu den größten Einzelpositionen zählten Softcat mit 4,54 Prozent des Fondsvermögens, Uniphar mit 4,44 Prozent, Recordati mit 3,56 Prozent, Gaztransport et Technigaz mit 2,81 Prozent, Subsea 7 mit 2,82 Prozent und Jost Werke mit 2,55 Prozent. Weitere größere Positionen waren Inficon Holding, VAT Group, Kingspan, DCC, Halma und Carlsberg. Die Positionen zeigen eine klare Ausrichtung auf spezialisierte, häufig mittelgroße Unternehmen; ein einzelner Schwergewichtstitel dominiert das Portfolio nicht, Klumpenrisiken bleiben aber über Länder- und Branchenschwerpunkte bestehen.

Risiken und Auffälligkeiten

Der Bericht nennt als Hauptrisiko die Kursschwankungen an den Aktienmärkten und bei Einzelwerten. Da der Fonds in Small- und Mid-Caps investiert, kommt zusätzlich ein Liquiditätsrisiko hinzu, weil diese Titel oft geringere Handelsvolumina aufweisen. Währungsrisiken bestehen ebenfalls, etwa durch Engagements in britischen Pfund und schwedischen Kronen. Zinsänderungsrisiken spielten dagegen keine Rolle, weil der Fonds nicht in Anleihen investiert war.

Aus Anlegersicht auffällig ist außerdem, dass das Ergebnis des Jahres nicht nur von Dividenden, sondern stark von realisierten und nicht realisierten Kursbewegungen geprägt war. Die realisierten Gewinne betrugen 308.110,59 Euro, während die nicht realisierten Verluste mit 1.391.209,13 Euro deutlich höher ausfielen als die nicht realisierten Gewinne von 1.330.865,49 Euro. Das zeigt, dass die Wertentwicklung innerhalb des Jahres spürbar schwankte.

Veränderungen gegenüber dem Vorjahr waren vor allem der deutliche Ausbau der Aktienquote und der Abbau von Liquidität. Die Anlagestrategie wurde laut Bericht nicht wesentlich verändert. Nachhaltigkeitsrisiken werden berücksichtigt; der Fonds investiert jedoch nicht nach EU-Kriterien für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten, und ein formaler PAI-Fokus ist nicht Teil der Anlagestrategie.

Fazit für Anleger

Unterm Strich zeigt der Bericht einen Fonds, der 2025/26 kräftig zugelegt hat, vor allem durch starke Mittelzuflüsse und den Ausbau des Aktienportfolios. Die Rendite fiel mit 1,55 Prozent jedoch eher moderat aus, während Kosten, Schwankungen und der noch immer hohe Liquiditätsanteil die Ertragskraft begrenzen. Für Anleger bleibt der Fonds damit ein aktiv gemanagter europäischer Aktienfonds mit klarer Small- und Mid-Cap-Prägung, aber auch mit den typischen Risiken eines konzentriert investierenden Aktienportfolios.

Die Ausschüttungspolitik war im Berichtsjahr auf Wiederanlage ausgerichtet; Zwischenausschüttungen gab es nicht. Der Abschlussprüfer kommt zu dem Urteil, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den gesetzlichen Vorschriften entspricht und ein umfassendes Bild der tatsächlichen Verhältnisse und Entwicklungen des Sondervermögens ermöglicht.

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