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Ampega ETFs-Portfolio Select Dynamisch: Solides Halbjahresplus, aber negativer ordentlicher Ertrag und hohe Dachfonds-Kosten

Die Ampega Investment GmbH mit Sitz in Köln legt mit diesem Bericht die Entwicklung des Fonds Ampega ETFs-Portfolio Select Dynamisch dar; das Haus verwaltet den Fonds zugleich als Kapitalverwaltungsgesellschaft. Einen externen Fondsmanager oder Anlageberater nennt der Bericht nicht. Für Anleger ist vor allem wichtig: Der Mischfonds legte im ersten Halbjahr 2026 zwar zu, doch der Ertrag kam nicht aus laufenden Zinsen und Dividenden, sondern im Wesentlichen aus Kursgewinnen und realisierten Veräußerungsgewinnen – während der ordentliche Nettoertrag negativ blieb.

Vermögen und Wertentwicklung

Das Fondsvermögen stieg im Berichtszeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2026 deutlich auf 129,70 Millionen Euro. Zu Jahresbeginn lagen die Mittel der Anteilklasse P (a) bei 112,07 Millionen Euro und der Anteilklasse I (t) bei 2,20 Millionen Euro; zum Stichtag wurden 127,36 Millionen Euro beziehungsweise 2,34 Millionen Euro ausgewiesen. Der Anteilwert kletterte auf 166,07 Euro in der Klasse P (a) und auf 117,18 Euro in der Klasse I (t). Gegenüber dem Vorjahreswert von 157,17 Euro beziehungsweise 110,23 Euro ergibt sich damit ein klarer Zuwachs.

Die Mittelbewegungen fielen in der Anteilklasse P (a) positiv aus: Netto flossen 7,39 Millionen Euro zu, wobei 15,02 Millionen Euro aus Verkäufen hereinkamen und 7,64 Millionen Euro über Rücknahmen abflossen. In der Klasse I (t) gab es keine Nettozuflüsse oder -abflüsse. Aus Anlegersicht zeigt das: Das Fondswachstum beruhte nicht nur auf der Marktentwicklung, sondern auch auf neuen Anlegergeldern in der ausschüttenden Tranche.

Die Wertentwicklung betrug 6,56 Prozent in der Klasse P (a) und 6,77 Prozent in der Klasse I (t). Die Jahresvolatilität lag bei 7,58 Prozent beziehungsweise 7,57 Prozent. Der Fonds ist aktiv gemanagt und orientiert sich an keiner Benchmark. Die Rendite resultierte damit aus der Steuerung über verschiedene Assetklassen und aus Kursbewegungen der Zielfonds, nicht aus einem Vergleichsindex.

Ertrag, Ausschüttung und Ergebnisqualität

Wesentlich für die Einordnung ist die Ertragsseite: In der Anteilklasse P (a) beliefen sich die Erträge auf 237.404,97 Euro, während die Aufwendungen 556.730,63 Euro erreichten. Daraus ergibt sich ein negativer ordentlicher Nettoertrag von 319.325,66 Euro. Die laufenden Einnahmen reichten also nicht aus, um die Kosten des Fonds zu decken. Erst die realisierten Gewinne aus Veräußerungsgeschäften in Höhe von 2,72 Millionen Euro, abzüglich realisierter Verluste von 371.987,46 Euro, sowie die nicht realisierten Kursgewinne führten zu dem insgesamt positiven Ergebnis des Geschäftsjahres von 7,88 Millionen Euro.

In der Anteilklasse I (t) war das Bild ähnlich: Auch hier war der ordentliche Nettoertrag mit minus 1.425,17 Euro negativ. Das Ergebnis des Geschäftsjahres von 148.541,04 Euro stammte ebenfalls im Wesentlichen aus realisierten und nicht realisierten Kursgewinnen. Für Anleger heißt das: Die Rendite hing im Halbjahr stärker von Marktbewegungen und Umschichtungen ab als von laufenden Ausschüttungs- oder Zinserträgen.

Die ausschüttende Anteilklasse P (a) zahlte keine Gesamtausschüttung aus; stattdessen wurden Mittel in Höhe von 856.896,04 Euro der Wiederanlage beziehungsweise dem Vortrag auf neue Rechnung zugeführt. Die thesaurierende Anteilklasse I (t) legte das gesamte realisierte Ergebnis von 41.798,91 Euro wieder an. Das Prüfungsurteil des Abschlussprüfers lautet sinngemäß, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den gesetzlichen Vorgaben entspricht und ein umfassendes Bild der tatsächlichen Verhältnisse und Entwicklungen des Fonds vermittelt.

Kosten

Bei den Kosten fällt zunächst die laufende Belastung auf: Die Gesamtkostenquote beträgt 1,36 Prozent in der Anteilklasse P (a) und 0,97 Prozent in der Anteilklasse I (t). Für einen Dachfonds mit breiter Streuung ist das nicht ungewöhnlich, für Anleger bleibt aber relevant, dass ein Teil der Wertentwicklung dadurch dauerhaft aufgezehrt wird. Hinzu kommt: In den im Fonds gehaltenen Zielfonds fallen ebenfalls laufende Kosten an; die TER berücksichtigt also nicht nur die direkten Fondskosten, sondern auch die Kosten der Zielinvestments.

Die Verwaltungsvergütung betrug in der Klasse P (a) 489.447,08 Euro, die Verwahrstellenvergütung 36.403,55 Euro, Prüfungs- und Veröffentlichungskosten 12.026,93 Euro sowie sonstige Aufwendungen 18.836,63 Euro. In der Klasse I (t) waren die Beträge deutlich geringer, weil das Teilfondsvermögen kleiner ist. Die Verwaltungsvergütung der Zielfonds reicht von sehr niedrigen Sätzen wie 0,03 Prozent bis zu deutlich höheren Werten, etwa 0,93 Prozent bei Candriam SRI Bond Emerging Markets. Aus Anlegersicht ist auffällig, dass der Fonds als Dachfonds auf mehreren Ebenen Kosten trägt, während der ordentliche Ertrag negativ blieb.

Eine erfolgsabhängige Vergütung fällt praktisch kaum ins Gewicht: Ihr Anteil am durchschnittlichen Fondsvermögen betrug lediglich 0,00025 Prozent je Anteilklasse. Ausgabeaufschläge und Rücknahmeabschläge wurden im Berichtszeitraum nicht gezahlt. Transaktionskosten fielen in Höhe von 3.105,77 Euro an.

Portfolio und größte Positionen

Der Fonds investierte fast vollständig in Investmentanteile und Zertifikate. Zum Stichtag entfielen 97,29 Prozent des Vermögens auf Investmentanteile und 1,74 Prozent auf Zertifikate; die Barkomponente lag bei 1,06 Prozent. Die Aktienquote betrug 60,2 Prozent, die Rentenquote 28,1 Prozent, alternative und immobiliennahe Anlagen kamen zusammen auf rund 10,8 Prozent, der Geldmarktanteil lag bei gut 1 Prozent. Damit bleibt der Fonds klar als global diversifiziertes Mischportfolio positioniert.

Zu den größten Positionen zählten iShares MSCI USA ESG Enhanced CTB UCITS ETF HEUR mit 12,30 Millionen Euro oder 9,48 Prozent des Fondsvermögens, SPDR S&P 500 ESG Leaders UCITS ETF mit 5,81 Millionen Euro, JPMorgan US REI SRI PAB HEUR mit 7,12 Millionen Euro, Anima-Star High Potential Europe-I mit 7,18 Millionen Euro sowie SPDR FTSE Global Conv. Bond UCITS ETF mit 7,25 Millionen Euro. Auch einzelne Renten- und Schwellenländerbausteine wie JPMorgan Global Gov. Bond Active UCITS ETF HEUR, JPMorgan Global IG Corp. Bond Act. UCITS ETF HEUR und Vanguard ESG Emerging Markets All Cap Equity Index waren wichtige Bausteine.

Regionale Schwerpunkte lagen, soweit aus den Positionen ersichtlich, vor allem auf den USA, Europa, Japan und den Schwellenländern. Branchengewichte werden im Bericht nicht separat ausgewiesen, doch die Zielfonds zeigen eine Mischung aus Aktien, Staats- und Unternehmensanleihen, Rohstoffen, Immobilien und Liquidität. Die Kassequote von rund 1 Prozent bleibt niedrig; der Fonds ist damit überwiegend investiert und nutzt nur einen kleinen Liquiditätspuffer.

Risiken und Auffälligkeiten

Der Bericht nennt die typischen Risiken eines globalen Misch- und Dachfonds: Marktpreis-, Aktien-, Währungs-, Zinsänderungs-, Spread-, Rohstoff-, Adressenausfall-, Liquiditäts-, operationelle und Nachhaltigkeitsrisiken. Besonders relevant für Anleger ist, dass der Fonds als Fonds-in-Fonds-Konstruktion von der Liquidität und Entwicklung der Zielfonds abhängt. Zugleich bleibt das Risiko der Währungsbewegungen hoch, weil der Fonds weltweit investiert.

Aus Anlegersicht auffällig ist der negative ordentliche Nettoertrag in beiden Anteilklassen. Das zeigt, dass die laufenden Erträge die Kosten nicht decken; die Rendite musste daher aus Kursgewinnen und Veräußerungserlösen kommen. Ebenfalls bemerkenswert ist der starke Fokus auf nachhaltigkeitsbezogene ETF- und Fondsbausteine sowie auf ein jährliches Risikobudget von 15 Prozent Value at Risk. Der tatsächliche Risikobetrag lag laut Derivatenverordnung im Berichtszeitraum zwischen 3,21 und 3,83 Prozent und damit deutlich unter der Zielgröße des Fonds.

Als Veränderung gegenüber dem Vorjahr nennt der Bericht zudem die Verlegung des Geschäftsjahresendes vom 31. Dezember auf den 30. Juni. Außerdem wurde die frühere Verwahrstelle Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank AG im Wege der Gesamtrechtsnachfolge auf die ABN AMRO Bank N.V. Frankfurt Branch verschmolzen. Das sind organisatorische, für Anleger aber dennoch relevante Änderungen im administrativen Setup.

Fazit für Anleger

Unterm Strich zeigt der Bericht einen breit gestreuten, aktiv gesteuerten Mischfonds mit ordentlicher Halbjahresrendite, aber einer Kostenstruktur, die laufende Erträge sichtbar übersteigt. Für Anleger ist vor allem wichtig, dass das Plus des Fonds im ersten Halbjahr 2026 nicht aus stabilen laufenden Erträgen kam, sondern aus Markt- und Kursgewinnen. Wer den Fonds hält, setzt damit auf ein aktiv gemischtes, stark diversifiziertes Portfolio mit nachhaltigen Kriterien, muss aber die nicht unerheblichen Dachfonds-Kosten und die Schwankungsanfälligkeit des Marktes mitdenken.

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