Die Hauck & Aufhäuser Fund Services S.A. mit Sitz in Munsbach legt als Kapitalverwaltungsgesellschaft und verwaltende Gesellschaft den Jahresbericht zum Bethmann HAL Stiftungsfonds IA und SA vor; als externer Anlageberater und Vertriebsstelle ist seit dem 15. Juni 2026 die ABN AMRO Bank N.V. Frankfurt Branch in Frankfurt am Main genannt. Für Anleger ist der Bericht vor allem deshalb interessant, weil der Fonds im Geschäftsjahr zwar ordentlich verdient hat, gleichzeitig aber massiv Mittel verloren hat und dadurch deutlich geschrumpft ist.
Unterm Strich stieg der Anteilwert dennoch: Die Anteilklasse IA legte im Geschäftsjahr um 5,35 % zu, die Anteilklasse SA um 5,44 %. Das Ergebnis kam nicht nur aus laufenden Erträgen, sondern auch aus realisierten Veräußerungsgewinnen; die nicht realisierten Bewertungen belasteten das Ergebnis dagegen leicht. Aus Anlegersicht auffällig ist deshalb das Spannungsfeld zwischen solider Wertentwicklung und stark rückläufigem Fondsvermögen.
Vermögen und Wertentwicklung
Das Fondsvermögen sank im Geschäftsjahr von 60,997 Mio. Euro auf 41,188 Mio. Euro in der Anteilklasse IA und von 13,667 Mio. Euro auf 13,657 Mio. Euro in der Anteilklasse SA. Zusammen ergibt das zum 31. Juli 2026 ein Fondsvermögen von 54,845 Mio. Euro. Treiber des Rückgangs waren vor allem Nettoabflüsse von 20,983 Mio. Euro, also deutlich mehr Rücknahmen als neue Zeichnungen. Die Rückgaben überwogen klar: Nur 226.572 Euro flossen über Verkäufe zu, während 21,209 Mio. Euro über Rücknahmen abgingen.
Der Anteilwert der Anteilklasse IA lag am Stichtag bei 111,19 Euro nach 108,25 Euro im Vorjahr; die Anteilklasse SA kam auf 93,31 Euro nach 91,20 Euro. Für Anleger heißt das: Trotz der hohen Mittelabflüsse konnte der Fonds den Wert je Anteil steigern. Das spricht für eine insgesamt positive Anlageleistung, auch wenn das verwaltete Volumen deutlich kleiner wurde.
Die Jahresrendite wurde vor allem durch das Rentenportfolio und die aktiv gesteuerte Aktienquote geprägt. Der Fonds erzielte insgesamt ein Ergebnis des Geschäftsjahres von 1,987 Mio. Euro. Davon entfielen 852.164 Euro auf den ordentlichen Nettoertrag der Anteilklasse IA und 295.626 Euro auf die SA. Hinzu kamen realisierte Gewinne aus Veräußerungsgeschäften, die nach Abzug der Verluste in der IA einen Beitrag von 1,786 Mio. Euro und in der SA von 593.162 Euro leisteten. Die nicht realisierten Ergebnisse wirkten dagegen negativ: in der IA mit minus 650.407 Euro, in der SA mit minus 164.036 Euro.
Kosten
Die laufenden Kosten liegen auf einem moderaten Niveau: Die Gesamtkostenquote beträgt 0,89 % für die Anteilklasse IA und 0,90 % für die Anteilklasse SA. Zusätzlich fielen Transaktionskosten von 34.174 Euro an. Für Anleger ist wichtig, dass die Kosten den ordentlichen Ertrag zwar spürbar schmälern, aber nicht auffällig aus dem Rahmen fallen.
In der Anteilklasse IA belief sich die Verwaltungsvergütung auf 316.155 Euro, die Verwahrstellenvergütung auf 12.570 Euro, Prüfungs- und Veröffentlichungskosten auf 17.449 Euro und sonstige Aufwendungen auf 18.602 Euro. Dem standen 1,217 Mio. Euro an Erträgen gegenüber. Die Kostenrelation ist damit zwar nicht niedrig, aber bei einem Mischfonds mit aktivem Management nachvollziehbar. In der SA lagen die entsprechenden Positionen bei 104.888 Euro Verwaltungsvergütung, 4.176 Euro Verwahrstellenvergütung, 5.795 Euro Prüfungs- und Veröffentlichungskosten und 6.179 Euro sonstigen Aufwendungen bei 416.679 Euro Erträgen. Die Anlegererträge wurden also durch Gebühren merklich, aber nicht dominierend belastet.
Die Vergütung für Anlageberatung ist in den Anteilklassen mit bis zu 0,85 % p.a. vorgesehen; die Verwaltungsvergütung kann bis zu 0,20 % p.a. betragen, die Verwahrstellenvergütung bis zu 0,05 % p.a. Aus Anlegersicht ist das besonders relevant, weil der Fonds zugleich ausschüttet und damit Erträge sichtbar macht, die Kosten aber die Nettorendite mindern.
Portfolio und größte Positionen
Das Portfolio bestand zum Stichtag aus 27,07 % Aktien, 69,72 % Anleihen, 0,07 % Derivaten, 2,43 % Bankguthaben und 0,87 % sonstigen Vermögensgegenständen. Die Liquidität lag damit inklusive Nebenpositionen bei einem niedrigen, aber nicht auffälligen Niveau. Der Fonds bleibt klar ein Mischfonds mit Schwerpunkt auf Renten, ergänzt um eine relevante Aktienquote.
Bei den Anleihen dominieren Emittenten mit guter Bonität. Nach Emittentenart entfielen rund 29,97 % des Rentenvermögens auf Finanzinstitute, 28,28 % auf Unternehmensanleihen, 21,93 % auf Staatsanleihen und 16,63 % auf Nicht-Banken-Finanzwerte. Länderseitig lag Deutschland mit 26,95 % vorne, gefolgt von Frankreich mit 18,01 %, den Niederlanden mit 16,90 %, Italien mit 10,65 % und Spanien mit 6,54 %. Insgesamt ist das Rentenbuch damit stark auf Euro-Kernländer und bonitätsstarke Emittenten ausgerichtet.
Die fünf größten Positionen waren Italien, Republik EO-B.T.P. 2023(34) mit 3,76 % des Fondsvermögens, Italien, Republik EO-B.T.P. 2019(29) mit 3,64 %, SNCF S.A. EO-Medium-Term Nts 2023(33) mit 2,68 %, ING Bank N.V. EO-Cov.Med.Term Notes 2025(35) mit 2,63 % sowie Cie de Financement Foncier EO-Med.-T.Obl.Fonc.2026(29) mit 2,17 %. Aus Anlegersicht ist das keine extreme Klumpung, aber erkennbar eine Konzentration auf wenige größere Rentenpositionen.
Auf der Aktienseite waren Frankreich, Deutschland und die Niederlande die wichtigsten Länder. Der Fonds hielt unter anderem Positionen in ASML, Siemens, Allianz, Münchener Rück, LVMH, Schneider Electric, Orange, ING, UniCredit und Deutsche Telekom. Die Aktienquote lag mit 27,1 % leicht unter dem Vorjahresniveau von rund 28 %.
Risiken und Auffälligkeiten
Der Bericht nennt als wesentliche Risiken vor allem Markt-, Zins-, Emittenten-, Liquiditäts-, Derivate- und operationelle Risiken. Besonders wichtig für Anleger ist das Zinsrisiko bei Anleihen: Steigende Marktzinsen können die Kurse festverzinslicher Wertpapiere drücken. Hinzu kommt das Liquiditätsrisiko, das bei starken Rückgaben relevant wird und im Berichtsjahr durch die erheblichen Nettoabflüsse auch praktisch sichtbar war.
Auffällig ist außerdem die Veränderung der Portfolioqualität im Rentensegment: Der Anteil von AAA-Anleihen wurde von 32,50 % auf 45,22 % erhöht, während BBB-Anleihen von 40,85 % auf 29,77 % zurückgingen. Gleichzeitig wurde die Duration reduziert und die durchschnittliche Restlaufzeit von 7,29 auf 5,98 Jahre verkürzt. Das spricht für ein vorsichtigeres Rentenmanagement und geringere Zinsbindung.
Der Fonds hält weiter strikt an seinem Nachhaltigkeitsansatz fest; Rüstungstitel sind ausgeschlossen. Der Bericht macht deutlich, dass dieser Ausschluss die relative Entwicklung gegenüber nicht-nachhaltigen Indizes belastet haben kann, weil europäische Rüstungswerte im Berichtszeitraum stark liefen. Das ist keine Schwäche der Verwaltung, aber ein wichtiger Erklärungsfaktor für die Entwicklung im Vergleich zu breiteren Marktindizes.
Positiv zu werten ist, dass die Hebelwirkung im Durchschnitt mit 106,69 % moderat blieb und die Value-at-Risk-Auslastung mit 85,3 % bis 105,9 % unter der maximal zulässigen Obergrenze von 200 % lag. Das spricht für ein kontrolliertes Risikoprofil.
Fazit für Anleger
Für Anleger liefert der Bericht ein gemischtes Bild: Der Fonds hat im Geschäftsjahr ordentlich verdient, die Anteilwerte gesteigert und seine Rentenqualität verbessert. Gleichzeitig gingen die Mittelabflüsse deutlich zurück bzw. eher stark nach außen, wodurch das Fondsvolumen spürbar schrumpfte. Die Ausschüttung blieb erhalten: Beide Anteilklassen sind ausschüttend, und im Geschäftsjahr wurden drei Zwischenausschüttungen zu je 0,70 Euro je Anteil vorgenommen; das Prüfungsurteil des Abschlussprüfers lautet ohne Einschränkungen, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den Vorschriften des KAGB entspricht.