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FFPB ESG Select: Solides Plus bei niedrigeren Anlegerzuflüssen, aber ordentlicher Nettoertrag negativ und Kosten bleiben hoch

Die Hauck & Aufhäuser Fund Services S.A. mit Sitz in Munsbach legt als Verwaltungsgesellschaft den Jahresbericht für den Fonds FFPB ESG Select vor; als externer Fondsmanager ist die Fürst Fugger Privatbank Aktiengesellschaft, Maximilianstraße 38, 86150 Augsburg, genannt. Aus Anlegersicht zeigt der Bericht: Der Fonds hat im Geschäftsjahr bis 30. Juni 2026 trotz eines rückläufigen Mittelzuflusses und eines negativen realisierten Ergebnisses einen Wertzuwachs erzielt, getragen vor allem von Kursgewinnen einzelner Aktienpositionen. Gleichzeitig bleibt die Kostenbelastung spürbar, und die Ertragsseite war vor Steuern und Veräußerungseffekten schwach.

Das Fondsvermögen lag zum Stichtag bei 28,05 Mio. Euro nach 28,70 Mio. Euro im Vorjahr. Der Anteilwert stieg von 11,31 Euro auf 11,99 Euro, was einer Wertentwicklung von 6,01 Prozent im Geschäftsjahr entspricht. Die Zahl der umlaufenden Anteile sank von 2.537.574 auf 2.339.711 Stück. Netto flossen dem Fonds 2,33 Mio. Euro ab; Verkäufen von Anteilen über 824.703,59 Euro standen Rückgaben von 3,15 Mio. Euro gegenüber. Für Anleger ist das wichtig, weil der Fonds trotz schwächerer Nachfrage nicht unter Druck geriet, sein Vermögen aber leicht schrumpfte und die Entwicklung damit stärker aus der Portfolioperformance als aus Neugeld kam.

Vermögen und Wertentwicklung

Der Fonds ist klar aktienlastig aufgestellt: 84,68 Prozent des Vermögens entfielen auf Aktien, 9,86 Prozent auf Anleihen, 2,41 Prozent auf Zertifikate und 3,12 Prozent auf Bankguthaben. Die starke Aktienquote erklärt die Schwankungsanfälligkeit, zugleich stützt sie die Chance auf Wertsteigerung. Im Geschäftsjahr erzielte der Fonds Erträge von 430.560,63 Euro, vor allem aus Dividenden in- und ausländischer Titel. Nach Aufwendungen von 437.597,41 Euro blieb jedoch ein ordentlicher Nettoertrag von minus 7.036,78 Euro. Das ist für Dividendenfonds auffällig: Die laufenden Erträge reichten nicht aus, um die Kosten zu decken.

Dennoch kam das positive Gesamtergebnis aus der Markt- und Einzeltitelentwicklung: Das realisierte Ergebnis aus Veräußerungsgeschäften betrug minus 937.375,57 Euro, weil realisierte Verluste von 1,66 Mio. Euro die Gewinne von 722.391,80 Euro überstiegen. Das nicht realisierte Ergebnis war mit 2,66 Mio. Euro deutlich positiv, woraus sich das Ergebnis des Geschäftsjahres von 1,72 Mio. Euro ergibt. Für Anleger bedeutet das: Der Jahresgewinn stammt im Wesentlichen aus gestiegenen Kursen im Bestand, nicht aus einem starken laufenden Ertragsüberschuss.

Kosten

Die laufenden Kosten sind nicht niedrig. Die Gesamtkostenquote beträgt 1,58 Prozent. Dazu kamen Transaktionskosten von 17.834,77 Euro. In der Ertrags- und Aufwandsrechnung schlugen vor allem die Verwaltungsvergütung mit 400.272,79 Euro und die Verwahrstellenvergütung mit 11.351,19 Euro zu Buche; Prüfungs- und Veröffentlichungskosten beliefen sich auf 17.741,66 Euro, sonstige Aufwendungen auf 7.810,02 Euro. In der Vermögensaufstellung sind außerdem Fondsmanagementvergütung, Prüfungskosten, Verwahrstellenvergütung und Verwaltungsvergütung als Verbindlichkeiten ausgewiesen. Aus Anlegersicht auffällig ist das Verhältnis von Kosten zu Erträgen: Die Gesamterträge von 430.560,63 Euro wurden nahezu vollständig von den Aufwendungen aufgezehrt, sodass auf der laufenden Ebene ein kleines Minus blieb. Das heißt: Erst Kursgewinne machten das Jahr insgesamt positiv.

Portfolio und größte Positionen

Zum Berichtsstichtag war das Portfolio breit über Länder und Branchen gestreut, mit Schwerpunkt auf Qualitäts- und Dividendentiteln. Die fünf größten Positionen waren Prysmian mit 5,16 Prozent des Fondsvermögens, Alphabet mit 4,08 Prozent, E.ON mit 3,87 Prozent, Schneider Electric mit 3,56 Prozent und Eli Lilly mit 3,45 Prozent. Dahinter folgen unter anderem Tesco, Intesa Sanpaolo, First Solar, Coca-Cola, Microsoft, Roche und Johnson & Johnson. Die Ländergewichtung zeigt eine internationale Aufstellung mit starkem Anteil von Deutschland, den USA, Italien, Frankreich und weiteren Industrieländern.

Auf der Rentenseite hält der Fonds vier Anleihen: drei grüne Bundesanleihen und eine Vonovia-Anleihe mit Laufzeit bis 2032. Zudem besteht eine strategische Goldposition über ein ETC mit 2,41 Prozent des Fondsvermögens. Die Liquiditätsquote lag bei 3,12 Prozent Bankguthaben. Aus Sicht der Anleger ist die Mischung aus Aktien, Anleihen und Gold ein Diversifikationsbaustein, allerdings bleibt die Dominanz der Aktienseite klar. Die größten Einzelpositionen von jeweils gut 3 bis gut 5 Prozent begrenzen zwar das Klumpenrisiko, ersetzen es aber nicht vollständig.

Risiken und Auffälligkeiten

Der Bericht nennt die typischen Markt-, Zins-, Währungs-, Emittenten-, Liquiditäts- und operationellen Risiken, zusätzlich Nachhaltigkeitsrisiken. Besonders relevant für Anleger sind die Konzentration auf Aktien sowie die Abhängigkeit von Kapitalmarktstimmung, Zinsniveau und Währungen. Auffällig ist außerdem der Wechsel in der Ausrichtung des Portfolios: Im Jahresverlauf wurde die USA-Gewichtung deutlich reduziert und das Portfolio defensiver und ausgewogener aufgestellt. Neu aufgenommen wurden unter anderem ASML, Siemens, Coca-Cola, Roche, Waste Management, Hitachi und Wheaton Precious Metals. Zugleich wurden unter anderem AppLovin, Visa, JPMorgan, Boston Scientific, Prosus und Markel abgegeben. Das zeigt eine aktive Umschichtung, mit der Bewertungsrisiken gesenkt werden sollten.

Im Geschäftsjahr wurden keine Derivate gehalten; das Derivate-Exposure lag bei 0,00 Euro. Die Value-at-Risk-Auslastung bewegte sich zwischen 67,6 Prozent und 105,7 Prozent, im Durchschnitt bei 87,5 Prozent. Das spricht für eine spürbare, aber kontrollierte Risikoneigung innerhalb der vorgesehenen Grenzen. Ein weiterer Punkt: Die Ausschüttung beträgt 0,00 Euro; der Fonds hat also nicht ausgeschüttet, sondern das Ergebnis im Fondsvermögen belassen.

Fazit für Anleger

Für Anleger fällt das Bild gemischt aus: Der Fonds hat mit 6,01 Prozent eine ordentliche Jahresperformance erzielt und den Anteilwert auf 11,99 Euro gesteigert, obwohl die Mittelzuflüsse netto abgeflossen sind. Gleichzeitig zeigt der Bericht eine schwache laufende Ertragskraft nach Kosten und ein deutlich negatives realisiertes Veräußerungsergebnis. Der Abschlussprüfer bescheinigt dem Jahresbericht in einem Satz, dass er in allen wesentlichen Belangen den Vorschriften des KAGB entspricht und ein umfassendes Bild der tatsächlichen Verhältnisse und Entwicklungen des Fonds ermöglicht.

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