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Bulgarien: Europäischer Haftbefehl gegen zwei Deutsche nach mutmaßlichem Anschlag auf Starlink-Anlage

geralt (CC0), Pixabay

Nach einem mutmaßlichen Brandanschlag auf eine Starlink-Anlage in Bulgarien wird gegen zwei 19-jährige Deutsche ermittelt. Das Stadtgericht in Sofia hat auf Antrag der Staatsanwaltschaft europäische Haftbefehle gegen die beiden Verdächtigen erlassen.

Nach Angaben der bulgarischen Ermittlungsbehörden sollen die jungen Männer am 9. Oktober 2026 acht Antennen des Satellitendienstes Starlink südlich der Hauptstadt Sofia in Brand gesetzt haben.

Die beiden Deutschen sollen zuvor als Touristen aus Serbien nach Bulgarien eingereist sein. Bereits wenige Stunden später hätten sie das Land mit einem Fahrzeug mit deutschem Kennzeichen wieder in Richtung Serbien verlassen.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, für die Beschädigung der Anlage verantwortlich zu sein. Bei einer Verurteilung drohen nach den veröffentlichten Angaben Freiheitsstrafen zwischen drei und zwölf Jahren.

Die Verteidigung bestreitet allerdings, dass die bisher vorliegenden Beweise eine eindeutige Identifizierung der Verdächtigen ermöglichen. Insbesondere auf den Videoaufnahmen seien die mutmaßlichen Täter nicht zweifelsfrei zu erkennen, da sie Masken und Handschuhe getragen hätten.

Das Gericht bewertete die bisherigen Zeugenaussagen und Sachbeweise dennoch als ausreichend, um die Haftbefehle zu erlassen. Die Verteidiger kündigten an, gegen die Entscheidung vorzugehen.

Der Leiter des bulgarischen Inlandsgeheimdienstes DANS, Plamen Tontschew, geht von einem Sabotageakt aus. Er warnte zugleich davor, dass ähnliche Vorfälle auch künftig möglich seien.

Starlink ist ein satellitengestütztes Kommunikationssystem des US-Unternehmens SpaceX. Es wird unter anderem in der Ukraine genutzt und spielt dort eine wichtige Rolle für die Kommunikation der Streitkräfte.

Bereits am 23. September 2026 war in einer Starlink-Bodenstation südlich der polnischen Hauptstadt Warschau ein Brand ausgebrochen. Im Zusammenhang mit diesem Vorfall wurden in Deutschland zwei Tatverdächtige festgenommen. Die polnische Regierung vermutet eine Beteiligung russischer Geheimdienste.

Ob zwischen den Vorfällen in Polen und Bulgarien ein Zusammenhang besteht, ist bislang nicht nachgewiesen. Ebenso liegen keine gesicherten Erkenntnisse darüber vor, wer einen möglichen Anschlag in Bulgarien veranlasst haben könnte.

Die Ermittlungen dauern an. Die beiden deutschen Verdächtigen gelten bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig.

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