Die Deka Investment GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main legt als Kapitalverwaltungsgesellschaft den Jahresbericht zum Deka-Zielfonds 2040-2044 vor; das Fondsmanagement wurde an die Deka Vermögensmanagement GmbH übertragen. Für Anleger ist der Bericht vor allem deshalb interessant, weil der Fonds im Berichtsjahr von der Börsenentwicklung kräftig profitiert hat, zugleich aber weiterhin fast vollständig über andere Fonds gesteuert wird und damit stark von deren Qualität, Kosten und Marktrisiken abhängt.
Unterm Strich weist der Fonds für die zwölf Monate bis 30. Juni 2026 eine sehr deutliche Wertsteigerung aus: Der Anteilwert lag am Stichtag bei 99,32 Euro, das Fondsvermögen bei 22,07 Millionen Euro. Gegenüber dem Jahresbeginn von 17,30 Millionen Euro ist das ein spürbarer Vermögenszuwachs, der vor allem aus dem positiven Anlageergebnis und nur in geringem Maß aus Nettomittelzuflüssen resultierte.
Vermögen und Wertentwicklung
Der Fonds erzielte im Geschäftsjahr eine Performance von 22,7 Prozent. Das ist aus Anlegersicht ein starkes Ergebnis, zumal der Fonds nicht direkt Einzelaktien hält, sondern überwiegend in Zielfonds investiert. Die gute Entwicklung kam nicht aus laufenden Erträgen: Dividenden spielten praktisch keine Rolle, Zinsen aus Liquiditätsanlagen beliefen sich nur auf 4.927,14 Euro, Erträge aus Investmentanteilen auf 125.582,40 Euro. Den eigentlichen Renditeschub lieferten daher Veräußerungsgewinne von 1,49 Millionen Euro sowie vor allem nicht realisierte Kursgewinne von netto 2,66 Millionen Euro. Das heißt: Der Fonds profitierte überwiegend von gestiegenen Marktpreisen, nicht von regelmäßigen Ausschüttungserträgen.
Die Mittelbewegungen blieben moderat. Per saldo flossen dem Fonds 740.174,37 Euro zu, davon 1,14 Millionen Euro aus Verkäufen von Anteilen und 399.611,71 Euro aus Rücknahmen. Für Anleger ist das keine dramatische, aber doch relevante Größe: Der Fonds ist nicht von massiven Zu- oder Abflüssen geprägt, sondern wuchs im Wesentlichen durch Wertentwicklung. Der Ertragsausgleich minderte das Nettoergebnis um 15.813,09 Euro.
Der ordentliche Nettoertrag war mit minus 73.762,26 Euro negativ. Das ist bemerkenswert, weil der Fonds zwar stark an Wert gewonnen hat, seine laufenden Erträge die laufenden Kosten aber nicht deckten. Erst die Kursgewinne machten das Jahresergebnis positiv. Für Anleger bedeutet das: Die Rendite hängt hier stärker von der Marktentwicklung als von laufenden Ausschüttungsquellen ab.
Kosten
Die Gesamtkostenquote beträgt 1,66 Prozent. Für einen Dachfonds mit überwiegend aktiven Zielfonds ist das kein unübliches, aus Anlegersicht aber dennoch spürbares Kostenniveau. Im Berichtsjahr belasteten die Aufwendungen das Ergebnis mit insgesamt 225.696,37 Euro, davon entfielen 197.812,90 Euro auf die Verwaltungsvergütung und 19.781,39 Euro auf die Verwahrstellenvergütung. Hinzu kamen 6.259,75 Euro für Prüfungs- und Veröffentlichungskosten sowie 1.743,00 Euro sonstige Aufwendungen. Im Verhältnis zu den gesamten Erträgen von 151.934,11 Euro überstiegen die laufenden Kosten die laufenden Einnahmen deutlich; genau darin liegt der Hauptgrund für den negativen ordentlichen Nettoertrag.
Positiv zu vermerken ist, dass dem Fonds keine Ausgabeaufschläge oder Rücknahmeabschläge berechnet wurden. Zudem flossen der Gesellschaft aus den vom Fonds getragenen Vergütungen und Erstattungsposten keine Rückvergütungen zu. Wesentliche Erträge außerhalb der Portfolioperformance kamen aus Kick-back-Zahlungen von 2.545,48 Euro und Rückvergütungen aus Zielfonds von 18.863,81 Euro. Für Anleger zeigt sich hier: Die Rendite wird nach Abzug einer Reihe von Kosten erwirtschaftet, und ein Teil der Zielfondsvergütungen wird zwar zurückgeführt, ändert aber nichts am insgesamt kostenintensiven Charakter des Produkts.
Portfolio und größte Positionen
Zum Stichtag waren 98,92 Prozent des Fondsvermögens in Investmentanteilen angelegt, dazu kamen 1,15 Prozent Bankguthaben und Geldmarktpositionen. Die Barreserve blieb damit klein, was die Wertentwicklung stark an die Kapitalmärkte bindet. Regional lagen die Schwerpunkte bei Luxemburg mit 43,31 Prozent, Irland mit 31,78 Prozent, Deutschland mit 15,21 Prozent und Österreich mit 8,62 Prozent. Währungsseitig entfielen 53,21 Prozent auf Euro, 43,17 Prozent auf US-Dollar und 2,54 Prozent auf japanische Yen. Aus Anlegersicht ist das eine global ausgerichtete, aber klar vom US-Dollar und vom Ausland abhängige Struktur.
Der Aktienfondsanteil wurde auf 89,5 Prozent leicht reduziert, Rentenfonds machten 9,4 Prozent aus, Barreserve und Sonstiges 1,1 Prozent. Damit bleibt der Fonds trotz des Zielcharakters weiterhin sehr aktienlastig. Zu den größten Positionen zählten unter anderem BlackRock I-BR Adv.US Equ. Reg.Shs S Acc. mit 11,30 Prozent, JPMorg.I.-US Select Equity Fd Act. Nom. I2 Acc. mit 11,07 Prozent, iShs VI-iSh.S&P 500 Swap U.E. Reg.Shares (Acc.) mit 8,05 Prozent, Deka-SektorInvest VTIA mit 8,62 Prozent, Deka MSCI Europe UCITS ETF mit 8,99 Prozent sowie DekaLux-Japan Flex Hedged Euro E (A) mit 5,48 Prozent. Hinzu kamen unter anderem europäische Rentenfonds, ein Euro-Bond-Fonds und weitere Spezial- und Themenfonds. Aus Anlegersicht ist auffällig, dass der Fonds stark über einzelne Zielfonds mit teils hohen Gewichtungen gesteuert wird; das erhöht die Abhängigkeit von deren jeweiliger Qualität und Marktlage.
Risiken und Auffälligkeiten
Der Bericht nennt als wesentliche Risiken mittelbar Aktienkurs-, Zinsänderungs- und Adressenausfallrisiken sowie Fremdwährungsrisiken. Liquiditätsrisiken seien im Berichtszeitraum nicht wesentlich gewesen. Zudem weist der Fonds auf die typischen Risiken von Zielfonds hin: Mehrere Zielfonds können ähnliche Positionen eingehen, sodass sich Risiken im Portfolio bündeln können. Das ist für Anleger wichtig, weil die breite Streuung nicht automatisch vollständige Risikovermeidung bedeutet.
Aus Anlegersicht auffällig ist außerdem, dass der Fonds zu 98,9 Prozent investiert war und damit nur wenig Liquiditätspuffer hielt. Gleichzeitig lag das Marktrisikopotenzial nach VaR im Durchschnitt bei 8,70 Prozent, mit einer Bandbreite von 4,99 bis 10,07 Prozent. Das signalisiert ein merkliches Schwankungsprofil, das in einem stark aktienorientierten Dachfonds plausibel ist, aber eben auch entsprechend hohe Rückschlagsrisiken bedeutet. Positiv hervorzuheben ist, dass keine besonderen operationellen Risiken berichtet wurden.
Die Ausschüttungspolitik wurde im vorliegenden Text nicht als laufende Ausschüttung, sondern faktisch als thesaurierungsnahe Entwicklung ohne Zwischenausschüttungen dargestellt. Die Abschlussprüfung kam zu dem Ergebnis, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den Vorschriften des KAGB und den einschlägigen europäischen Verordnungen entspricht.
Fazit für Anleger
Der Jahresbericht zeigt einen Fonds, der im Berichtsjahr dank des starken Aktienumfelds deutlich zugelegt hat, dessen Ertrag aber klar von Kurssteigerungen und weniger von laufenden Einnahmen getragen wurde. Anleger sollten vor allem die hohen Zielfondsanteile, die Kostenbelastung von 1,66 Prozent und die damit verbundene Abhängigkeit von der Entwicklung mehrerer, teils aktiv gemanagter Zielinvestments im Blick behalten. Wer den Fonds hält, partizipiert an einer breit gestreuten, aber weiterhin chancenorientierten Aktienstrategie mit spürbarem Währungs- und Marktrisiko.