Der Jahresbericht zum 30.06.2026 für den Fonds Schön & Co Invest wurde von der Bantleon Invest Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH mit Sitz in Hannover herausgegeben, die den Fonds auch verwaltet. Die Portfolioverwaltung war per Geschäftsbesorgungsvertrag an die Schön & Co GmbH in Hannover ausgelagert. Aus Anlegersicht fällt vor allem auf: Trotz eines leicht positiven Ergebnisses im Geschäftsjahr schrumpfte das Fondsvermögen deutlich, weil netto mehr als 1,2 Mio. Euro abflossen.
Vermögen und Wertentwicklung
Am Ende des Geschäftsjahres lag das Fondsvermögen bei 2.393.138,26 Euro nach 3.558.840,30 Euro ein Jahr zuvor. Das entspricht einem Rückgang um rund 32,7 Prozent. Der Anteilwert stieg im selben Zeitraum von 99,12 Euro auf 101,17 Euro je Anteil. Für Anleger bedeutet das: Der Fonds hat auf Ebene des einzelnen Anteils zwar Wert zugelegt, das Gesamtvermögen wurde aber durch hohe Rückgaben und Abflüsse stark verkleinert.
Die Mittelbewegungen zeigen das deutlich. Es flossen brutto nur 91.598,04 Euro neu zu, während Rücknahmen von 1.305.673,37 Euro erfolgten. Unter dem Strich ergab sich ein Nettoabfluss von 1.214.075,33 Euro. Hinzu kam ein Ertragsausgleich von 35.438,61 Euro, der den Rückgang zwar etwas abmilderte, ihn aber nicht kompensieren konnte.
Das Jahresergebnis belief sich auf 12.934,68 Euro. Der ordentliche Nettoertrag lag bei 12.050,95 Euro, also nur knapp unter dem Gesamtergebnis. Das zeigt: Der Ertrag kam im Wesentlichen aus laufenden Zinsen und Dividenden, nicht aus hohen Kursgewinnen. Aus Veräußerungsgeschäften wurde ein Plus von 22.455,91 Euro erzielt, zugleich belasteten nicht realisierte Kursverluste das Ergebnis mit netto minus 21.572,18 Euro. Die ausgewiesene Wertentwicklung betrug für das Geschäftsjahr 2,07 Prozent. Eine Benchmark ist nicht festgelegt, ein direkter Vergleich zum Marktindex ist daher nicht möglich.
Kosten
Die Gesamtkostenquote lag bei 2,09 Prozent. Das ist für einen Mischfonds mit aktivem Management eher hoch und für Anleger vor allem deshalb relevant, weil ein spürbarer Teil der Erträge für laufende Kosten aufgewendet wurde. Im Bericht werden als Aufwendungen unter anderem 3.890,33 Euro Verwaltungsvergütung, 7.020,36 Euro Verwahrstellenvergütung sowie 9.927,93 Euro für Prüfungs- und Veröffentlichungskosten ausgewiesen. Hinzu kamen sonstige Aufwendungen von 28.717,52 Euro.
Besonders ins Gewicht fällt die externe Management-/Beratungsvergütung: Sie wird als sonstige Verbindlichkeit mit 34.908,19 Euro zum Stichtag und als wesentliche sonstige Aufwendung mit 25.957,62 Euro ausgewiesen. Zusammengenommen zeigt das, dass der Fonds einen erheblichen Teil seiner Erträge für Management und Nebenkosten aufwenden musste. Auf Ebene der Ertrags- und Aufwandsrechnung beliefen sich die Gesamterträge auf 61.624,33 Euro, die Aufwendungen auf 49.573,38 Euro. Damit gingen rund 80 Prozent der Erträge im laufenden Betrieb wieder an Kosten und Steuern verloren. Eine erfolgsabhängige Vergütung fiel nicht an.
Portfolio und größte Positionen
Der Fonds blieb klar als Mischfonds aufgestellt, aber mit deutlichem Schwerpunkt auf Anleihen. Rentenpapiere machten zum Stichtag 69,92 Prozent des Fondsvermögens aus, Aktien 29,18 Prozent. Der Rest entfiel auf Bankguthaben, Forderungen und eine kleine negative Derivateposition. Gegenüber dem Vorjahr wurde die Aktienquote leicht erhöht, die Rentenquote sank entsprechend. Für Anleger bedeutet das: Der Fonds blieb defensiv bis ausgewogen positioniert, setzte aber merklich stärker auf Aktien als im Vorjahr.
Im Aktienportfolio verschob sich der Schwerpunkt deutlich. Zu Jahresbeginn dominierten Technologie und Haushalts-/persönliche Gegenstände, am Ende lagen Gesundheitssystem und Haushalts-/persönliche Gegenstände vorn. Auffällig ist der deutliche Rückgang der Technologiequote von 22,81 auf 13,11 Prozent des Aktienvermögens, während Gesundheitssysteme von 16,29 auf 25,86 Prozent stiegen. Zu den größten Einzelpositionen im Aktienbereich zählten Roche, Beiersdorf, Henkel, Merck, SAP, Symrise, Linde, Microsoft und Deutsche Börse. Regionale Schwerpunkte lagen klar in Europa; US-Werte spielten nur eine kleinere Rolle.
Im Rentenportfolio dominieren weiterhin Corporates mit 89,08 Prozent des Rentenvermögens. Staatsanleihen machten nur 0,89 Prozent aus, Semi-Governments 10,02 Prozent. Die durchschnittliche Restlaufzeit der Anleihen sank auf 14,2 Jahre, das durchschnittliche Rating lag bei BBB+. Zu den größten Rentenpositionen gehörten unter anderem Anleihen von Deutsche Börse, Ferrari, Örsted, Sandoz Finance, T-Mobile USA, Veolia, Nasdaq und Waste Management. Das Portfolio war damit breit gestreut, aber klar auf Unternehmensanleihen mit mittlerer Bonität ausgerichtet.
Risiken und Auffälligkeiten
Aus Anlegersicht auffällig ist zunächst die starke Mittelabflussdynamik. Ein Fonds kann trotz positiver Wertentwicklung unter Druck geraten, wenn Anleger ihre Anteile in großem Stil zurückgeben. Genau das ist hier passiert. Die Folge: Das Fondsvolumen schrumpfte deutlich, obwohl der Anteilwert leicht stieg.
Risikoseitig verweist der Bericht vor allem auf Marktpreisrisiken, Adressenausfallrisiken, Liquiditätsrisiken, Zinsänderungsrisiken, Währungsrisiken und operationelle Risiken. Wegen der langen Laufzeiten der Anleihen bleibt das Zinsänderungsrisiko relevant; gemessen wurde eine Effective Duration von 4,65. Der Bericht nennt außerdem Fremdwährungspositionen sowohl bei Aktien als auch bei Anleihen, was die Schwankungsanfälligkeit erhöht. Die Derivate dienten laut Bericht vor allem der Absicherung, der durchschnittliche Leverage lag bei nur 1,07 Prozent. Das ist eher zurückhaltend und spricht gegen einen stark gehebelten Fondsaufbau.
Positiv zu werten ist, dass der Fonds im Berichtszeitraum keine Zielfonds hielt, keine Wertpapierleihe betrieb und keine erfolgsabhängige Vergütung anfiel. Negativ ins Gewicht fällt dagegen, dass der ordentliche Ertrag mit 12.050,95 Euro nur knapp ausreichte, um die laufenden Kosten zu decken. Ein Teil der Kosten wurde zwar über Veräußerungsgewinne und positive Kurskomponenten aufgefangen, insgesamt bleibt die Kostenbelastung aber für Anleger spürbar.
Fazit für Anleger
Der Fonds erzielte im Geschäftsjahr 2025/2026 zwar ein positives Ergebnis und einen leichten Anstieg des Anteilwerts auf 101,17 Euro, doch die Entwicklung des Fondsvermögens ist wegen der hohen Nettoabflüsse klar rückläufig. Für Anleger ist vor allem wichtig: Die laufenden Kosten sind hoch, das Portfolio ist vergleichsweise konzentriert auf europäische Aktien und Unternehmensanleihen, und die Erträge stammen überwiegend aus Zinsen und Dividenden, nicht aus starkem Kurswachstum. Die Ausschüttung betrug null Euro; die Erträge wurden vollständig vorgetragen. Der Abschlussprüfer bestätigte den Jahresbericht ohne Einschränkungen und stellte fest, dass er in allen wesentlichen Belangen den gesetzlichen Vorgaben entspricht.