Die Deka Investment GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main legt mit diesem Bericht die Entwicklung des Fonds Deka-BasisStrategie Flexibel – CF vor. Für Anleger fällt vor allem auf: Der Fonds hat im Geschäftsjahr bis 30. Juni 2026 kräftig zugelegt, zugleich blieb die Strategie aber klar aktiv, komplex und kostenintensiv. Das Vermögen stieg auf 1,18 Mrd. Euro, der Anteilwert kletterte auf 138,17 Euro, und die Jahresperformance der Anteilklasse CF lag bei plus 15,7 Prozent.
Ein externer Fondsmanager oder Anlageberater wird im Bericht nicht genannt; die Steuerung liegt laut Bericht bei der Deka Investment GmbH selbst.
Vermögen und Wertentwicklung
Zum Bilanzstichtag verwaltete der Fonds 1.180.347.188,08 Euro. Das ist gegenüber dem Vorjahresende ein deutlicher Anstieg, obwohl die Anleger netto Mittel abgezogen haben: Den Mittelzuflüssen aus Verkäufen von 81,03 Mio. Euro standen Rücknahmen von 93,05 Mio. Euro gegenüber, netto ergab das einen Abfluss von 12,02 Mio. Euro. Dass das Fondsvermögen trotzdem zulegte, lag vor allem am guten Anlageergebnis und an der positiven Marktentwicklung.
Der Anteilwert der Klasse CF stieg von 121,60 Euro im Vorjahr auf 138,17 Euro. Auf Jahressicht entspricht das einem Zuwachs von 15,7 Prozent; über drei Jahre wurden 10,9 Prozent p.a. erreicht, über fünf Jahre 4,2 Prozent p.a. Für Anleger bedeutet das: Der Fonds hat sein Kapital im Berichtsjahr deutlich vermehrt, arbeitet aber mit einer flexiblen, marktaktiven Steuerung, sodass die Wertentwicklung stark vom Management und den Marktphasen abhängt.
Ertrag, Ergebnis und die Rolle der Veräußerungsgewinne
Das Ergebnis des Geschäftsjahres belief sich auf 160,94 Mio. Euro. Davon entfielen 10,31 Mio. Euro auf den ordentlichen Nettoertrag, also auf laufende Erträge nach Kosten. Der weitaus größere Teil kam aus Veräußerungsgeschäften: realisierte Gewinne von 151,84 Mio. Euro standen realisierte Verluste von 60,95 Mio. Euro gegenüber, sodass aus dem Verkauf von Positionen ein Plus von 90,88 Mio. Euro resultierte. Hinzu kamen 59,75 Mio. Euro nicht realisiertes Ergebnis aus Kursveränderungen.
Aus Anlegersicht ist das wichtig, weil die Rendite nicht primär aus stetigen laufenden Erträgen stammt, sondern maßgeblich aus aktiver Umschichtung, Marktbewertungen und der Nutzung von Preisbewegungen. Der Fonds profitierte laut Bericht unter anderem von der aktiven Steuerung der Aktien- und Rohstoffquote sowie von einer vorteilhaften Themenauswahl. Belastend wirkten dagegen ein zwischenzeitlich zu hoher US-Dollar-Anteil und eine zeitweise zu kurze Duration im Rentenportfolio.
Kosten: spürbarer Abfluss trotz ordentlicher Erträge
Die Kostenquote liegt bei 1,42 Prozent. Allein die Verwaltungsvergütung schlug mit 14,78 Mio. Euro zu Buche, hinzu kamen 684.612,98 Euro für die Verwahrstelle, 23.016,45 Euro Prüfungs- und Veröffentlichungskosten sowie 318.317,43 Euro sonstige Aufwendungen. Insgesamt beliefen sich die Aufwendungen auf 15,97 Mio. Euro.
Im Verhältnis zu den Erträgen ist das nicht unauffällig: Die Summe der Erträge lag bei 26,28 Mio. Euro, sodass die Kosten einen erheblichen Teil der laufenden Erträge aufzehren. Auffällig ist zudem, dass der Fonds durch Wertpapier-Darlehen und andere Nebenaktivitäten zwar Zusatzerträge erzielte, diese aber vergleichsweise klein blieben: 127.114,28 Euro Erträge standen 41.946,43 Euro Aufwendungen gegenüber. Für Anleger heißt das: Der Fonds verdient nicht nur mit Marktentwicklungen, sondern trägt auch einen relativ hohen Kostenblock.
Portfolio und größte Positionen
Der Fonds ist breit über Anlageklassen und Regionen gestreut, aber klar aktienlastig ausgerichtet. Zum Stichtag entfielen 49,4 Prozent auf Aktien, 39,6 Prozent auf Renten, 4,9 Prozent auf Rohstoffzertifikate, 2,0 Prozent auf Aktienfonds, 1,5 Prozent auf gemischte Fonds und 1,6 Prozent auf Barreserve und Sonstiges. Die Liquiditätsposition blieb mit 0,49 Prozent in Bankguthaben, Geldmarktpapieren und Geldmarktfonds vergleichsweise niedrig.
Regional dominieren die USA deutlich: Bei den Aktien entfielen 34,55 Prozent des Fondsvermögens auf US-Titel, in den Anleihen weitere 7,62 Prozent. Danach folgen Deutschland, Frankreich, Japan, Großbritannien, Kanada, die Schweiz und weitere Industrieländer. Branchenseitig lagen Technologie, Industrie und Finanzdienstleister vorn. Unter den größten Einzelpositionen fallen besonders US-Tech-Titel wie Apple, Alphabet, Amazon und Advanced Micro Devices auf, daneben große europäische Standardwerte wie ASML, Allianz, SAP, Siemens, Roche, Novartis und HSBC sowie ausgewählte Rüstungstitel wie Rheinmetall, HENSOLDT, RENK und TKMS.
Im Rentenbereich lag der Schwerpunkt weiter auf Unternehmensanleihen, die 28,0 Prozent des Fondsvermögens ausmachten; Staatsanleihen kamen auf 8,6 Prozent. Das Rentensegment wurde also nicht defensiv „geparkt“, sondern gezielt als Ertrags- und Steuerungsbaustein eingesetzt. Ergänzt wurde das Portfolio durch ein Goldzertifikat in Höhe von 4,9 Prozent des Fondsvermögens.
Risiken und Auffälligkeiten
Der Bericht nennt die üblichen Marktpreisrisiken, Zinsänderungsrisiken, Kreditrisiken, Währungsrisiken und Risiken aus Derivaten. Aus Anlegersicht auffällig ist vor allem der hohe Einsatz von Derivaten: Das zugrunde liegende Exposure betrug 638,31 Mio. Euro, der Brutto-Leverage 147,38 Prozent. Das zeigt, dass der Fonds zur Steuerung deutlich stärker auf Marktbewegungen setzt, als es der reine Bestand an Wertpapieren vermuten lässt.
Wesentliche Liquiditätsrisiken wurden nicht festgestellt, und auch besondere operationelle Risiken lagen im Berichtszeitraum nicht vor. Die Nachhaltigkeitsangaben sind ebenfalls klar eingegrenzt: Der Fonds berücksichtigt die EU-Kriterien für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten nicht, bezieht aber PAI-Aspekte in die Anlageentscheidung ein.
Ausschüttung und Prüfungsurteil
Die Ausschüttung je Anteil der Klasse CF betrug 2,89 Euro; der Beschluss dazu erfolgte am 18. August 2026, die Auszahlung am 26. August 2026. Der unabhängige Abschlussprüfer bescheinigt dem Jahresbericht ein den Vorschriften entsprechendes Bild der tatsächlichen Verhältnisse und Entwicklungen des Sondervermögens.
Fazit für Anleger
Für Anleger ist der Bericht insgesamt freundlich, aber nicht unkritisch zu lesen. Der Fonds hat 2025/26 eine sehr solide Wertentwicklung geliefert und das Vermögen deutlich ausgebaut. Gleichzeitig ist die Ertragsmaschine klar aktiv, derivativ geprägt und kostenintensiv; die gute Jahresperformance beruht in erheblichem Maße auf Marktchancen, aktiver Umschichtung und Bewertungsgewinnen. Wer den Fonds hält, investiert damit nicht in ein einfaches, passiv verwaltetes Produkt, sondern in ein flexibel gemanagtes Multi-Asset-Konzept mit entsprechend breiter Streuung, aber auch mit spürbarer Komplexität und Kostenbelastung.