Die Deka Vermögensmanagement GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main legt den Jahresbericht zum 30. Juni 2026 für den Fonds Deka-PortfolioSelect dynamisch vor; eine gesonderte externe Fondsmanagerin oder ein externer Anlageberater wird im Bericht nicht genannt. Aus Anlegersicht fällt vor allem auf: Der Fonds hat in einem bewegten Marktumfeld deutlich zugelegt, hält aber zugleich einen relativ hohen Liquiditätspuffer und bleibt stark über Zielfonds, ETFs und Derivate gesteuert.
Vermögen und Wertentwicklung
Zum Geschäftsjahresende belief sich das Fondsvermögen auf 146,73 Millionen Euro. Der Anteilwert lag bei 157,00 Euro bei 934.600 umlaufenden Anteilen. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das eine weiter robuste Größenordnung des Fonds, zugleich aber auch, dass der Anlegererfolg stark von der taktischen Allokation abhängt: Der Fonds investiert nicht direkt in Einzeltitel, sondern überwiegend in andere Fonds, ETFs und ergänzend in Zertifikate sowie Termingeschäfte.
Im Berichtsjahr erzielte der Fonds nach BVI-Methode eine Wertentwicklung von 19,4 Prozent. Damit lag das Ergebnis klar im positiven Bereich und wurde laut Bericht vor allem durch die Positionierung in Gold, zeitweise Silber sowie durch Zielfonds mit Fokus auf Technologieaktien getragen. Das passt zum beschriebenen Marktumfeld: Aktien erholten sich nach anfänglichen Zoll- und Konjunktursorgen kräftig, während an den Rentenmärkten die Zins- und Inflationssorgen zeitweise für Gegenwind sorgten.
Für Anleger wichtig ist die Einordnung der Ergebnisquelle: Der Fonds realisierte im Berichtszeitraum Gewinne von insgesamt 16,38 Millionen Euro, vor allem aus Zielfonds und Investmentvermögen (8,57 Millionen Euro), Renten und Zertifikaten (3,60 Millionen Euro) sowie Futures (2,95 Millionen Euro) und Devisenkassageschäften (0,64 Millionen Euro). Dem standen Verluste von 3,02 Millionen Euro gegenüber, insbesondere aus Futures (1,94 Millionen Euro) und Optionen (0,84 Millionen Euro). Unterm Strich deutet das auf ein Ergebnis hin, das nicht aus laufenden Erträgen, sondern vor allem aus Kursbewegungen, taktischen Derivateeinsätzen und Veräußerungsgewinnen entstanden ist.
Eine Benchmark wird im Bericht nicht als klassischer Vergleichsindex ausgewiesen; stattdessen verweist der Fonds auf ein Vergleichsvermögen für das Derivaterisikomanagement. Für Privatanleger ist daher weniger ein Indexvergleich entscheidend als die Frage, ob die aktiv gesteuerte Mischung aus Aktien-, Renten-, Rohstoff- und Geldmarktbausteinen die gewünschte Risikostreuung liefert.
Kosten
Die Gesamtkostenquote beträgt 0,99 Prozent. Für einen Dachfonds mit vielen Zielfonds ist das kein ungewöhnlicher Wert, aus Anlegersicht bleibt aber wichtig: In dieser Quote sind die laufenden Kosten der Zielfonds bereits anteilig berücksichtigt. Hinzu kommen Transaktionskosten von 39.558,87 Euro. Die Gesellschaft erhielt keine Rückvergütungen aus an Verwahrstelle und Dritte gezahlten Vergütungen, gewährt aber Vermittlungsprovisionen an Vertriebspartner.
Als sonstige wesentliche Erträge werden Kick-Back-Zahlungen in Höhe von 5.201,48 Euro genannt. Auf der Kostenseite fallen unter anderem fremde Depotgebühren von 8.410,63 Euro sowie EMIR-Kosten von 1.105,81 Euro und BaFin-Bescheinigungen von 529,59 Euro an. Die im Bericht genannten Verwaltungsvergütungen der Zielfonds reichen von sehr niedrigen Sätzen wie 0,01 Prozent bei einem S&P-500-Swap-ETF bis zu 0,75 Prozent bei mehreren aktiv gemanagten Strategien. Für Anleger bedeutet das: Die Gesamtkosten hängen bei diesem Fonds nicht nur von der eigenen Verwaltungsvergütung ab, sondern auch stark von den laufenden Kosten der gehaltenen Zielfonds.
Portfolio und größte Positionen
Der Fonds war zum Stichtag zu 87,6 Prozent in Wertpapieren investiert und hielt 26,27 Prozent in Bankguthaben, Geldmarktpapieren und Geldmarktfonds. Diese relativ hohe Liquiditätsquote spricht für eine flexible Steuerung, kann in Phasen steigender Märkte aber auch Rendite kosten. Die Portfoliostruktur verteilt sich auf 60,3 Prozent Aktienfonds, 14,8 Prozent Geldmarktfonds, 6,9 Prozent Zertifikate, 4,7 Prozent gemischte Fonds, 0,9 Prozent Rentenfonds und 12,4 Prozent Barreserve/Sonstiges.
Regional lag der Schwerpunkt auf globalen Anlagen mit Fokus auf USA und Europa. Währungsseitig entfielen 68,7 Prozent der Positionen auf Euro und 18,9 Prozent auf US-Dollar. Das reduziert zwar nicht automatisch das Risiko, macht die Fondswirkung aber stark abhängig von den jeweiligen Aktien- und Zinsmärkten sowie von Wechselkursbewegungen.
Zu den größeren Einzelpositionen zählen der Xtrackers S&P 500 Swap Act. au Port. 1D Dis. mit 16,71 Millionen Euro beziehungsweise 11,38 Prozent des Fondsvermögens, der Deka MSCI Europe UCITS ETF mit 14,14 Millionen Euro beziehungsweise 9,63 Prozent, der iShs Core MSCI EM IMI U.ETF mit 10,09 Millionen Euro beziehungsweise 6,87 Prozent, der MUL-AMUNDI MSCI Japan U.ETF mit 9,91 Millionen Euro beziehungsweise 6,75 Prozent sowie der Deka-SektorInvest VTIA mit 8,82 Millionen Euro beziehungsweise 6,01 Prozent. Bei den Zertifikaten dominiert ein Rohstoffzertifikat auf Gold mit 7,36 Millionen Euro. Insgesamt ist das Portfolio breit gestreut, zugleich aber klar von einigen großen Index- und Themenbausteinen geprägt.
Risiken und Auffälligkeiten
Aus Anlegersicht auffällig ist zunächst die starke Abhängigkeit von Fremdwährungen und Derivaten. Der Bericht nennt ausdrücklich Fremdwährungsrisiken und Kontrahentenrisiken aus Derivaten. Derivate dienten nicht nur der Absicherung, sondern auch der taktischen Steuerung; das Brutto-Leverage lag bei 144,13 Prozent. Das ist kein Alarmzeichen für sich, zeigt aber, dass der Fonds deutlich mit Marktinstrumenten arbeitet und damit stärker schwanken kann als ein rein passiv strukturierter Mischfonds.
Liquiditätsrisiken wurden laut Bericht nicht wesentlich festgestellt, operationelle Risiken ebenfalls nicht. Positiv ist außerdem, dass der Fonds nach den beschriebenen PAI-Regeln Nachhaltigkeitsaspekte systematisch berücksichtigt und keine Anlagen mit schwerwiegenden negativen Nachhaltigkeitsauswirkungen hielt. Zugleich wird klargestellt, dass der Fonds nicht an den EU-Kriterien ökologisch nachhaltiger Wirtschaftsaktivitäten ausgerichtet ist.
Im Vergleich zum Vorjahr wurde der Anteil der Aktienfonds spürbar reduziert, von 73,6 Prozent auf 60,3 Prozent. Gleichzeitig wurden Geldmarktfonds deutlich aufgestockt. Diese Verschiebung deutet auf eine vorsichtigere Risikosteuerung hin. Aus Anlegersicht ist das interessant, weil der Fonds damit nicht starr an einer Aktienquote festhält, sondern aktiv zwischen Renditechancen und Sicherheitsbausteinen umschichtet.
Das Prüfungsurteil des unabhängigen Abschlussprüfers lautet zusammengefasst positiv: Der Jahresbericht entspricht nach dessen Beurteilung in allen wesentlichen Belangen den Vorschriften des KAGB und der einschlägigen europäischen Verordnungen.
Fazit für Anleger
Der Bericht zeigt einen Fonds, der im Geschäftsjahr überzeugend abgeschnitten hat und seine Stärke vor allem aus aktiver Asset-Allokation, der Nutzung von ETFs und Zielfonds sowie gezielten Rohstoff- und Derivatebausteinen zieht. Gleichzeitig zahlen Anleger für diese Flexibilität eine laufende Kostenquote von 0,99 Prozent und nehmen eine höhere Komplexität in Kauf. Wer den Fonds hält, investiert damit in eine breit gestreute, aber deutlich gesteuerte Multi-Asset-Lösung, deren Erfolg wesentlich von der richtigen Balance zwischen Aktien, Geldmarkt, Renten, Rohstoffen und Absicherung abhängt.