Der am 8. Oktober 2026 veröffentlichte Jahresabschluss der WSB Windkraft GmbH & Co. Windpark Hausdorf KG fällt ausgesprochen überschaubar aus. Die Gesellschaft weist zum 31. Dezember 2025 ein Umlaufvermögen von lediglich 2.115,64 Euro aus. Weitere Vermögenspositionen werden in der vorliegenden Bilanz nicht genannt. Auf der Passivseite stehen ein Eigenkapital von 1.115,64 Euro und Rückstellungen von 1.000 Euro. Verbindlichkeiten werden nicht ausgewiesen.
Bemerkenswert ist, dass sämtliche Bilanzwerte exakt den Zahlen des Vorjahres entsprechen. Sowohl das Umlaufvermögen als auch das Eigenkapital und die Rückstellungen blieben unverändert. Die Bilanzsumme beträgt damit zum zweiten Mal in Folge genau 2.115,64 Euro.
Eine solche Entwicklung kann bei einer Gesellschaft in Liquidation durchaus vorkommen, wenn keine wesentlichen wirtschaftlichen Vorgänge mehr stattfinden. Allerdings wirft sie die Frage auf, welche Aufgaben im Rahmen der Abwicklung überhaupt noch zu erledigen sind.
Besonders auffällig ist die lange Dauer des Liquidationsverfahrens. Nach Angaben im erläuternden Bericht erfolgte die Handelsregisteranmeldung der Liquidation bereits am 23. Oktober 2017. Zum Ende des Geschäftsjahres 2025 befand sich die Gesellschaft damit seit mehr als acht Jahren in Abwicklung. Bis zur Veröffentlichung des Jahresabschlusses im Oktober 2026 waren nahezu neun Jahre seit der Anmeldung vergangen.
Eine Liquidation dient grundsätzlich dazu, die laufenden Geschäfte einer Gesellschaft abzuwickeln, Forderungen einzuziehen, bestehende Verpflichtungen zu erfüllen und ein gegebenenfalls verbleibendes Vermögen nach den maßgeblichen gesellschaftsrechtlichen Regelungen zu verteilen. Wie lange dieser Prozess dauert, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Eine lange Verfahrensdauer ist deshalb nicht automatisch ein Hinweis auf rechtliche oder wirtschaftliche Unregelmäßigkeiten.
Dennoch erscheint es aus Sicht außenstehender Beobachter erklärungsbedürftig, weshalb eine Gesellschaft mit einer Bilanzsumme von lediglich rund 2.100 Euro weiterhin besteht und die Liquidation bislang nicht abgeschlossen wurde.
Möglicherweise bestehen noch offene steuerliche, gesellschaftsrechtliche oder administrative Fragen. Auch nicht abgeschlossene Verfahren oder noch zu erfüllende Verpflichtungen könnten eine Rolle spielen. Ob einer dieser Gründe tatsächlich vorliegt, geht aus dem veröffentlichten Jahresabschluss jedoch nicht hervor.
Ein weiterer Punkt betrifft die Rückstellungen in Höhe von 1.000 Euro. Diese Position ist gegenüber dem Vorjahr unverändert geblieben. Rückstellungen dienen grundsätzlich der bilanziellen Berücksichtigung bestimmter ungewisser Verpflichtungen. Welche konkreten Verpflichtungen bei der WSB Windkraft GmbH & Co. Windpark Hausdorf KG bestehen, wird im vorliegenden Abschluss allerdings nicht erläutert.
Gerade bei einer Gesellschaft, die sich bereits seit vielen Jahren in Liquidation befindet, wäre eine Erklärung hilfreich, weshalb diese Rückstellung weiterhin erforderlich ist und wann mit ihrer Inanspruchnahme oder Auflösung gerechnet wird.
Das ausgewiesene Eigenkapital beträgt 1.115,64 Euro. Damit liegt es deutlich unter den Beträgen, die bei vielen operativ tätigen Projektgesellschaften anzutreffen sind. Für eine Gesellschaft in einem fortgeschrittenen Abwicklungsstadium ist eine geringe Bilanzsumme allerdings nicht ungewöhnlich.
Ob das verbliebene Eigenkapital nach Abschluss sämtlicher Verpflichtungen zur Verteilung zur Verfügung stehen könnte, lässt sich aus den veröffentlichten Angaben nicht abschließend beurteilen. Hierfür wären insbesondere Informationen über noch ausstehende Abwicklungskosten und mögliche weitere Verpflichtungen erforderlich.
Als persönlich haftende Gesellschafterin wird die WSB Windkraft Verwaltungs- und Beteiligungs GmbH mit Sitz in Dresden genannt. Ihr gezeichnetes Kapital beträgt 25.600 Euro. Das Komplementärkapital der Kommanditgesellschaft wird mit null Euro angegeben.
Die WSB Windkraft Verwaltungs- und Beteiligungs GmbH ist zugleich als alleinige Liquidatorin bestellt. Die Geschäftsführung wurde im Geschäftsjahr 2025 durch Andreas Kiß wahrgenommen, der als Geschäftsführer der Komplementärgesellschaft genannt wird.
Damit liegt die Verantwortung für die Durchführung der Liquidation bei der bestellten Liquidatorin, vertreten durch ihre Geschäftsführung.
Für ehemalige Gesellschafter, Anleger und Geschäftspartner wäre insbesondere interessant zu erfahren, welche konkreten Maßnahmen seit Beginn der Liquidation durchgeführt wurden und welche Schritte bis zur endgültigen Beendigung noch ausstehen.
Der Jahresabschluss wurde am 11. Juni 2026 durch Andreas Kiß unterzeichnet und am 3. September 2026 festgestellt. Die Veröffentlichung erfolgte am 8. Oktober 2026. Aus diesen Zeitangaben ergeben sich für sich genommen keine Anhaltspunkte für eine verspätete Erstellung oder Feststellung des Abschlusses.
Allerdings bleibt die grundsätzliche Frage bestehen, weshalb die Gesellschaft trotz der bereits 2017 angemeldeten Liquidation weiterhin im Handelsregister geführt wird.
Eine weitere Besonderheit besteht darin, dass der Jahresabschluss keine detaillierte Darstellung der früheren wirtschaftlichen Tätigkeit enthält. Aus der Firmenbezeichnung lässt sich zwar ein Bezug zur Windenergie ableiten. Ob die Gesellschaft ursprünglich Windenergieanlagen betrieben, Projektbeteiligungen gehalten oder andere Aufgaben innerhalb einer Windparkstruktur übernommen hat, wird aus den vorliegenden Angaben jedoch nicht deutlich.
Ebenso wenig ist ersichtlich, wann möglicherweise vorhandene Windenergieanlagen oder Beteiligungen veräußert wurden und ob im Zuge der Liquidation Ausschüttungen an Gesellschafter stattgefunden haben.
Auch eine Gewinn- und Verlustrechnung ist in den bereitgestellten Unterlagen nicht enthalten. Deshalb kann nicht beurteilt werden, ob im Geschäftsjahr 2025 noch Aufwendungen oder Erträge entstanden sind. Die unveränderten Bilanzwerte allein beweisen nicht, dass keinerlei Geschäftsvorfälle stattgefunden haben.
Für die wirtschaftliche Bewertung ist außerdem zu berücksichtigen, dass die Bilanz keine Verbindlichkeiten ausweist. Das kann darauf hindeuten, dass zum Bilanzstichtag keine entsprechenden bilanzierten Verpflichtungen mehr bestanden. Die vorhandene Rückstellung zeigt jedoch, dass weiterhin ein Betrag für ungewisse Verpflichtungen berücksichtigt wird.
Vor diesem Hintergrund wäre eine Erläuterung der Liquidatorin wünschenswert. Insbesondere stellt sich die Frage, ob die verbliebenen 2.115,64 Euro tatsächlich kurzfristig verfügbar sind, welche Verpflichtungen mit den Rückstellungen abgedeckt werden sollen und ob ein konkreter Zeitplan für die endgültige Abwicklung besteht.
Auch die Frage, ob ehemalige Kommanditisten bereits vollständig abgefunden wurden oder ob noch Vermögensverteilungen vorgesehen sind, wäre für die Beurteilung des Liquidationsstandes von Interesse. Der veröffentlichte Abschluss enthält hierzu keine Angaben.
Die lange Dauer der Liquidation sollte dabei weder dramatisiert noch ohne weitere Informationen als problematisch eingestuft werden. Es gibt unterschiedliche rechtliche und tatsächliche Gründe, weshalb die Abwicklung einer Personengesellschaft längere Zeit in Anspruch nehmen kann. Gleichwohl ist Transparenz gerade dann wichtig, wenn eine Gesellschaft über viele Jahre hinweg keine erkennbaren Veränderungen ihrer Bilanzstruktur aufweist.
Der Jahresabschluss 2025 der WSB Windkraft GmbH & Co. Windpark Hausdorf KG zeigt letztlich eine Gesellschaft, deren wirtschaftliche Aktivitäten nach außen kaum noch erkennbar sind. Die Bilanzsumme ist gering, die Vermögens- und Kapitalpositionen sind unverändert, und die Gesellschaft befindet sich seit Oktober 2017 in Liquidation.
Die zentrale Frage lautet deshalb: Welche konkreten Gründe verhindern nach inzwischen nahezu neun Jahren den Abschluss der Liquidation, und wann ist mit der endgültigen Beendigung der Gesellschaft zu rechnen?
Eine Antwort darauf liefert der veröffentlichte Jahresabschluss nicht.
Für Anleger und ehemalige Geschäftspartner wäre eine nachvollziehbare Darstellung des aktuellen Liquidationsstandes hilfreich. Dazu gehören insbesondere Informationen über noch offene Verpflichtungen, mögliche Vermögensverteilungen und den vorgesehenen Zeitpunkt der Löschung aus dem Handelsregister.
Fazit: Die WSB Windkraft GmbH & Co. Windpark Hausdorf KG weist zum Jahresende 2025 lediglich noch 2.115,64 Euro an bilanziertem Vermögen aus. Die seit 2017 laufende Liquidation ist dennoch nicht abgeschlossen. Die veröffentlichten Zahlen liefern keinen Beleg für wirtschaftliches oder rechtliches Fehlverhalten. Sie zeigen jedoch einen erheblichen Informationsbedarf hinsichtlich des weiteren Abwicklungsverlaufs.