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CEE Windpark Jülich-Ost GmbH & Co. KG: Liquidität bricht um 81 Prozent ein – bilanzielle Überschuldung verschärft sich

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Der am 8. Oktober 2026 veröffentlichte Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2025 enthält mehrere Entwicklungen, die aus Sicht von Anlegern und Geschäftspartnern besondere Aufmerksamkeit verdienen. Während die Gesellschaft ihre Verbindlichkeiten reduzieren konnte, verschlechterte sich die bilanzielle Kapitalposition erneut. Besonders auffällig ist der erhebliche Rückgang der verfügbaren Bankguthaben.

Die Bilanzsumme verringerte sich von 10.756.563,54 Euro zum Jahresende 2024 auf 9.824.415,50 Euro zum 31. Dezember 2025. Das entspricht einem Rückgang um rund 932.148 Euro beziehungsweise 8,7 Prozent. Den größten Teil des Vermögens bilden weiterhin die Sachanlagen, deren Buchwert von 9.513.243 Euro auf 9.091.778 Euro zurückging. Die Verminderung um 421.465 Euro ist grundsätzlich mit den im Jahresabschluss beschriebenen planmäßigen Abschreibungen vereinbar. Die Gesellschaft gibt an, ihre abnutzbaren Sachanlagen über eine Nutzungsdauer von 25 Jahren linear abzuschreiben. Außerplanmäßige Abschreibungen wurden nicht vorgenommen.

Die bilanziellen Werte sagen allerdings nicht zwangsläufig etwas über den aktuellen Marktwert der Windenergieanlagen aus. Gerade bei einer hoch fremdfinanzierten Projektgesellschaft ist entscheidend, welche Erträge die Anlagen während ihrer verbleibenden Nutzungsdauer erwirtschaften können und ob diese ausreichen, um die bestehenden Finanzierungsverpflichtungen zu erfüllen.

Besonders kritisch zu betrachten ist die Entwicklung der liquiden Mittel. Zum 31. Dezember 2024 verfügte die CEE Windpark Jülich-Ost GmbH & Co. KG noch über Bankguthaben und Kassenbestände von 763.667,42 Euro. Ein Jahr später waren davon lediglich 143.497,39 Euro übrig. Der Rückgang beträgt 620.170,03 Euro beziehungsweise rund 81,2 Prozent.

Damit hat die Gesellschaft innerhalb eines Geschäftsjahres mehr als vier Fünftel ihrer ausgewiesenen liquiden Mittel verloren.

Ein solcher Rückgang muss nicht automatisch auf eine wirtschaftliche Krise hindeuten. Er kann beispielsweise durch planmäßige Darlehenstilgungen, Investitionen, Veränderungen im Zahlungsverkehr oder andere Mittelabflüsse verursacht werden. Welche Vorgänge bei der CEE Windpark Jülich-Ost GmbH & Co. KG tatsächlich ausschlaggebend waren, lässt sich aus der veröffentlichten Bilanz jedoch nicht abschließend erkennen.

Für Anleger ist diese Entwicklung dennoch bedeutsam. Denn ein Windpark benötigt ausreichende Liquiditätsreserven, um laufende Betriebskosten, Wartungsarbeiten, Versicherungen, Pachtzahlungen und den Schuldendienst finanzieren zu können. Zusätzliche Belastungen können entstehen, wenn technische Störungen auftreten, die Stromproduktion geringer ausfällt als geplant oder unerwartete Reparaturen erforderlich werden.

Der verbliebene Bankbestand von rund 143.500 Euro erscheint vor diesem Hintergrund vergleichsweise gering. Allerdings lässt sich ohne Kenntnis der laufenden Zahlungsströme, möglicher Kreditlinien und vertraglicher Fälligkeiten nicht beurteilen, ob die Gesellschaft tatsächlich unter kurzfristigem Liquiditätsdruck steht.

Auch das gesamte Umlaufvermögen ging deutlich zurück. Während Ende 2024 noch 1.033.591,07 Euro ausgewiesen wurden, betrug es zum Jahresende 2025 lediglich 383.450,81 Euro. Das entspricht einem Rückgang um rund 62,9 Prozent. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände verringerten sich dabei vergleichsweise moderat von 269.923,65 Euro auf 239.953,42 Euro. Der überwiegende Teil des Rückgangs entfällt somit auf die liquiden Mittel.

Noch bedeutsamer ist die Entwicklung der bilanziellen Überschuldung. Bereits zum Jahresende 2024 wies die Gesellschaft einen nicht durch Vermögenseinlagen gedeckten Verlustanteil der Kommanditisten in Höhe von 209.729,47 Euro aus. Zum 31. Dezember 2025 erhöhte sich dieser Betrag auf 339.971,62 Euro.

Damit hat sich der bilanzielle Fehlbetrag innerhalb eines Jahres um 130.242,15 Euro beziehungsweise rund 62,1 Prozent vergrößert.

Die Geschäftsführung bestätigt im Anhang ausdrücklich, dass die Gesellschaft bilanziell überschuldet ist. Das handelsrechtliche Eigenkapital ist somit vollständig aufgezehrt. Der darüber hinausgehende Fehlbetrag wird auf der Aktivseite der Bilanz gesondert ausgewiesen.

Für Anleger ist wichtig, zwischen einer bilanziellen und einer insolvenzrechtlichen Überschuldung zu unterscheiden. Eine negative bilanzielle Kapitalposition bedeutet nicht automatisch, dass ein Insolvenzverfahren eingeleitet werden muss. Für die insolvenzrechtliche Beurteilung sind weitere Voraussetzungen und insbesondere die rechtlich maßgebliche Fortbestehensprognose entscheidend.

Die Geschäftsführung erklärt hierzu, dass der Jahresabschluss trotz der bilanziellen Überschuldung weiterhin unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt wurde. Nach ihren Angaben sei die Zahlungsfähigkeit auf Grundlage der Liquiditätsplanung weiterhin gegeben. Zudem sei die Fortführung im Sinne von § 19 Abs. 2 Insolvenzordnung aufgrund einer positiven Fortbestehensprognose überwiegend wahrscheinlich.

Diese Erklärung ist ein wichtiger Bestandteil des Jahresabschlusses. Sie zeigt, dass die Geschäftsführung die wirtschaftliche Fortführung des Windparks weiterhin für möglich hält. Eine unabhängige Überprüfung der zugrunde liegenden Liquiditätsplanung ist anhand der veröffentlichten Unterlagen allerdings nicht möglich.

Gerade angesichts des starken Rückgangs der Bankguthaben wäre eine nähere Erläuterung hilfreich. Welche Einnahmen werden in den kommenden Monaten erwartet? Wie hoch sind die laufenden Zins- und Tilgungsleistungen? Welche Reserven stehen für unvorhergesehene Belastungen zur Verfügung? Und welche Annahmen über die Stromproduktion und die erzielbaren Erlöse liegen der positiven Fortbestehensprognose zugrunde?

Auf der Passivseite weist die Gesellschaft Verbindlichkeiten von insgesamt 9.727.348,06 Euro aus. Im Vorjahr waren es noch 10.575.206,46 Euro. Die Verbindlichkeiten wurden damit um 847.858,40 Euro beziehungsweise rund acht Prozent reduziert.

Das ist grundsätzlich eine positive Entwicklung, weil sich die bilanzierten Verpflichtungen verringert haben. Allerdings bleibt die Gesamtverschuldung angesichts des fehlenden positiven Eigenkapitals erheblich.

Von den gesamten Verbindlichkeiten entfallen 7.192.000 Euro auf Kreditinstitute. Im Vorjahr waren es noch 7.656.000 Euro. Die Bankverbindlichkeiten wurden somit um 464.000 Euro zurückgeführt.

Der Jahresabschluss erläutert, dass diese Bankkredite vollständig durch Sicherungsübereignungen der finanzierten Investitionen sowie durch die offene Abtretung der Einspeiseerlöse der Windenergieanlage gesichert sind.

Diese Sicherheitenstruktur ist bei der Finanzierung von Windenergieprojekten nicht ungewöhnlich. Sie bedeutet jedoch, dass die finanzierenden Banken vertragliche Sicherungsrechte an wesentlichen Vermögenswerten und den Erlösen der Anlage besitzen.

Für andere Gläubiger und Gesellschafter ist deshalb von Bedeutung, welche Ansprüche im Fall wirtschaftlicher Schwierigkeiten vorrangig zu bedienen wären. Die konkrete rechtliche Rangfolge lässt sich allerdings nur anhand der Finanzierungs- und Gesellschaftsverträge beurteilen.

Auffällig ist zudem, dass die Gesamtverbindlichkeiten den bilanzierten Wert des Sachanlagevermögens übersteigen. Während die Sachanlagen mit rund 9,09 Millionen Euro ausgewiesen werden, betragen die Verbindlichkeiten rund 9,73 Millionen Euro. Daraus lässt sich nicht unmittelbar ableiten, welchen Betrag die Anlagen bei einer Veräußerung erzielen könnten. Die Zahlen unterstreichen jedoch die hohe Bedeutung einer dauerhaft ausreichenden Ertragskraft.

Neben den bilanzierten Schulden bestehen weitere langfristige finanzielle Verpflichtungen aus laufenden Verträgen. Die Gesellschaft nennt jährliche Miet- und Pachtzahlungen von 97.200 Euro bis zum Jahr 2046. Für die technische Betriebsführung fallen jährlich 18.400 Euro an, ebenfalls bis 2046. Die kaufmännische Betriebsführung ist mit 20.700 Euro jährlich bis 2032 angegeben. Hinzu kommt ein Wartungsvertrag mit jährlichen Verpflichtungen von 75.000 Euro bis 2037 sowie ein Dienstleistungsvertrag für Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz mit jährlich 4.700 Euro bis 2026.

Insgesamt summieren sich die im Anhang genannten jährlichen Vertragsbeträge auf 216.000 Euro, solange sämtliche aufgeführten Verträge gleichzeitig laufen und die Beträge unverändert bleiben.

Diese Summe umfasst noch nicht sämtliche denkbaren Kosten des Windparkbetriebs. Insbesondere Zinsen, Tilgungen und weitere betriebliche Aufwendungen sind gesondert zu betrachten.

Gerade angesichts der stark gesunkenen Liquidität ist deshalb die Frage entscheidend, ob die laufenden Einnahmen aus der Stromproduktion ausreichen, um sämtliche Verpflichtungen zuverlässig zu erfüllen.

Die bereitgestellten Unterlagen enthalten keine Gewinn- und Verlustrechnung. Damit fehlen wesentliche Informationen über Umsatzerlöse, Stromerträge, betriebliche Aufwendungen, Zinskosten und das tatsächliche Jahresergebnis.

Es lässt sich daher nicht feststellen, ob der Windpark im Geschäftsjahr 2025 operativ profitabel gearbeitet hat. Ebenso bleibt offen, in welchem Umfang die Rückführung von Verbindlichkeiten aus laufenden Einnahmen oder aus vorhandenen Liquiditätsreserven finanziert wurde.

Die Verringerung der Bankverbindlichkeiten um 464.000 Euro ist zwar ein Hinweis auf eine erfolgreiche Rückführung von Kreditschulden. Sie erklärt aber nicht vollständig, weshalb der Bankbestand insgesamt um mehr als 620.000 Euro zurückgegangen ist. Eine Kapitalflussrechnung oder ergänzende Angaben zu den Zahlungsströmen könnten hier für mehr Klarheit sorgen.

Ein weiterer Punkt betrifft die Rückstellungen. Diese sanken von 137.870,55 Euro zum Jahresende 2024 auf 49.157,63 Euro Ende 2025. Der Rückgang beträgt rund 88.713 Euro. Nach Angaben der Gesellschaft dienen die Rückstellungen der Abdeckung ungewisser Verpflichtungen und haben jeweils eine voraussichtliche Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

Welche Sachverhalte hinter dieser Veränderung stehen, wird nicht näher erläutert. Auch die passiven latenten Steuern veränderten sich. Sie erhöhten sich von 43.486,53 Euro auf 47.909,81 Euro. Nach den Angaben im Anhang resultieren sie aus unterschiedlichen Wertansätzen in der Handels- und Steuerbilanz sowie aus der Berücksichtigung gewerbesteuerlicher Verlustvorträge.

Die Gesellschaft beschäftigte im Geschäftsjahr 2025 keine eigenen Arbeitnehmer. Bei Windparkgesellschaften ist dies nicht ungewöhnlich, weil technische und kaufmännische Aufgaben häufig durch externe Dienstleister übernommen werden. Die langfristigen Betriebsführungs- und Wartungsverträge verdeutlichen, dass entsprechende Leistungen vertraglich organisiert sind.

Der Jahresabschluss wurde am 16. April 2026 in Rotenburg (Wümme) unterzeichnet. Als handelnde Personen für die CYCAP Project Management GmbH werden Frank Grafe und Christian Bertsch-Engel genannt. Die Feststellung des Jahresabschlusses erfolgte am 21. Mai 2026. Die Veröffentlichung datiert vom 8. Oktober 2026.

Aus Sicht von Anlegern ergeben sich aus den Zahlen mehrere zentrale Fragen an die Geschäftsführung. Besonders wichtig wäre eine nachvollziehbare Erklärung für den Rückgang der liquiden Mittel um mehr als 620.000 Euro. Ebenso sollte erläutert werden, welche wirtschaftlichen Ursachen hinter der weiteren Verschlechterung der bilanziellen Kapitalposition stehen und auf welchen konkreten Annahmen die positive Fortbestehensprognose beruht.

Von Interesse wäre außerdem, wie sich die Stromproduktion im Geschäftsjahr 2025 entwickelt hat, welche Erlöse erzielt wurden und ob die tatsächlichen Erträge den ursprünglichen Wirtschaftlichkeitsberechnungen entsprechen. Auch die zukünftigen Zins- und Tilgungsverpflichtungen sowie die Höhe möglicher Liquiditätsreserven sollten in eine umfassende wirtschaftliche Bewertung einbezogen werden.

Diese Fragen stellen keine Vorwürfe gegenüber der Geschäftsführung dar. Sie ergeben sich unmittelbar aus den veröffentlichten Bilanzzahlen und betreffen Informationen, die für die Beurteilung der finanziellen Stabilität wesentlich sind.

Der Jahresabschluss 2025 der CEE Windpark Jülich-Ost GmbH & Co. KG zeigt insgesamt eine Gesellschaft, die ihre Verbindlichkeiten zwar reduzieren konnte, deren finanzielle Situation aber weiterhin angespannt erscheint. Die bilanzielle Überschuldung hat sich deutlich vergrößert. Gleichzeitig sind die liquiden Mittel auf einen Bruchteil des Vorjahresbestands gesunken.

Besonders bemerkenswert ist die Kombination aus einem nicht durch Vermögenseinlagen gedeckten Verlustanteil von rund 340.000 Euro, Gesamtverbindlichkeiten von rund 9,73 Millionen Euro und einem Bankguthaben von nur noch rund 143.500 Euro.

Die entscheidende Frage für Anleger lautet deshalb, ob die zukünftigen Einnahmen aus der Stromproduktion ausreichen, um den laufenden Betrieb, die langfristigen Vertragsverpflichtungen und den Schuldendienst dauerhaft zu finanzieren, ohne dass sich die Liquidität weiter verschlechtert.

Die Geschäftsführung geht nach eigenen Angaben von einer positiven Fortbestehensprognose aus. Diese Einschätzung ist zu berücksichtigen. Sie ersetzt für außenstehende Anleger jedoch nicht die Prüfung der zugrunde liegenden wirtschaftlichen Annahmen.

Eine abschließende Bewertung wäre erst möglich, wenn zusätzlich Informationen über die Ertragslage, die tatsächlichen Zahlungsströme und die mittelfristige Liquiditätsplanung vorliegen.

Fazit: Die CEE Windpark Jülich-Ost GmbH & Co. KG ist nach eigenen Angaben bilanziell überschuldet. Der Fehlbetrag hat sich im Geschäftsjahr 2025 weiter erhöht, während die Bankguthaben um rund 81 Prozent zurückgingen. Positiv ist die Reduzierung der Verbindlichkeiten. Dennoch besteht aus Sicht von Anlegern ein erheblicher Informationsbedarf hinsichtlich der zukünftigen Zahlungsfähigkeit und wirtschaftlichen Stabilität. Eine bilanzielle Überschuldung ist nicht automatisch mit einer Insolvenz gleichzusetzen. Die veröffentlichten Zahlen rechtfertigen jedoch eine sorgfältige Beobachtung der weiteren Entwicklung.

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