Die in Schwerin ansässige Energiepark Rehna GmbH & Co. KG weist zum 31. Dezember 2025 eine Bilanzsumme von 1.079.198,69 Euro aus. Ende 2024 waren es 878.951,57 Euro.
Damit erhöhte sich die Bilanzsumme innerhalb eines Jahres um rund 200.247 Euro beziehungsweise 22,8 Prozent.
Der Jahresabschluss wurde nach den vorliegenden Angaben von der Gesellschafterversammlung am 18. Mai 2026 festgestellt und am 29. September 2026 veröffentlicht.
Anlagen im Bau steigen auf 691.530 Euro
Auf der Aktivseite bilden die Sachanlagen den mit Abstand größten klassischen Vermögensposten.
Unter „geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau“ werden zum 31. Dezember 2025 691.529,72 Euro ausgewiesen.
Ende 2024 waren es 564.743,24 Euro.
Der Bilanzwert erhöhte sich damit um 126.786,48 Euro beziehungsweise rund 22,5 Prozent.
Aus der Bezeichnung „Anlagen im Bau“ lässt sich erkennen, dass die entsprechenden Investitionen zum Bilanzstichtag bilanziell noch diesem Posten zugeordnet waren. Welche konkreten Anlagen errichtet werden, welchen Fertigstellungsgrad sie erreicht hatten und wann eine Inbetriebnahme vorgesehen ist, geht aus den vorgelegten Angaben allerdings nicht hervor.
Nur knapp 15.000 Euro Umlaufvermögen
Das Umlaufvermögen fällt im Verhältnis zur Bilanzsumme gering aus.
Es beträgt insgesamt 14.724,19 Euro nach 12.881,24 Euro im Vorjahr.
Davon entfallen 11.021,50 Euro auf Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände.
Enthalten sind 750 Euro Forderungen gegen verbundene Unternehmen sowie 10.271,50 Euro sonstige Vermögensgegenstände.
Im Vorjahr bestanden keine Forderungen gegen verbundene Unternehmen; die sonstigen Vermögensgegenstände beliefen sich auf 10.211,37 Euro.
Bankguthaben bei 3.702,69 Euro
Das ausgewiesene Guthaben bei Kreditinstituten beträgt zum Bilanzstichtag lediglich 3.702,69 Euro.
Ein Jahr zuvor waren es 2.669,87 Euro.
Das Bankguthaben ist damit zwar um rund 38,7 Prozent gestiegen, bleibt absolut betrachtet jedoch sehr niedrig.
Allein aus einem niedrigen Bankguthaben zu einem bestimmten Bilanzstichtag kann allerdings nicht auf Zahlungsprobleme geschlossen werden. Dazu wären insbesondere Informationen über Zahlungsströme, Kreditlinien, Fälligkeiten und weitere Finanzierungsmöglichkeiten erforderlich, die in den vorgelegten Daten nicht enthalten sind.
Nicht gedeckter Verlustanteil steigt auf 372.944,78 Euro
Besonders auffällig ist der auf der Aktivseite ausgewiesene „nicht durch Vermögenseinlagen gedeckte Verlustanteil von Kommanditisten“.
Dieser erhöhte sich von
301.327,09 Euro Ende 2024
auf
372.944,78 Euro Ende 2025.
Das entspricht einer Zunahme um 71.617,69 Euro beziehungsweise rund 23,8 Prozent.
Die Entwicklung lässt sich auch auf der Passivseite nachvollziehen.
Das Kapitalkonto beträgt unverändert 10.000 Euro. Hinzu kommen unveränderte Rücklagen von 107.184,84 Euro.
Dem steht ein Verlustvortrag von 490.129,62 Euro gegenüber. Im Vorjahr waren es 418.511,93 Euro.
Rechnerisch ergibt sich damit:
10.000 Euro Kapitalkonto plus 107.184,84 Euro Rücklagen abzüglich 490.129,62 Euro Verlustvortrag = minus 372.944,78 Euro.
Dieser negative Saldo wird durch den gleich hohen „nicht durch Vermögenseinlagen gedeckten Verlustanteil“ ausgeglichen, sodass das in der Bilanz ausgewiesene Eigenkapital insgesamt mit 0 Euro endet.
Kein bilanzielles Eigenkapital ausgewiesen
Damit weist die Gesellschaft zum 31. Dezember 2025 – ebenso wie im Vorjahr – nach der dargestellten Bilanzstruktur kein positives bilanzielles Eigenkapital aus.
Der nicht durch Vermögenseinlagen gedeckte Verlustanteil hat sich gegenüber 2024 sogar weiter erhöht.
Diese Bilanzposition ist für die Beurteilung der Kapitalstruktur erheblich. Sie darf jedoch nicht mit einer festgestellten Zahlungsunfähigkeit oder einer Insolvenz gleichgesetzt werden.
Eine Bilanz ist eine stichtagsbezogene Darstellung. Ob insolvenzrechtliche Tatbestände vorliegen, kann aus den hier veröffentlichten Bilanzzahlen allein nicht beurteilt werden.
Ebenso lässt sich aus dem vorgelegten Abschluss nicht bestimmen, wie sich die Verluste über einzelne Geschäftsjahre zusammensetzen, da keine Gewinn- und Verlustrechnung mit entsprechenden Ergebniszahlen vorliegt.
Verbindlichkeiten steigen um fast 23 Prozent
Auf der Passivseite dominieren die Verbindlichkeiten.
Sie erhöhten sich von 875.472,74 Euro Ende 2024 auf 1.075.594,83 Euro Ende 2025.
Das entspricht einem Anstieg um 200.122,09 Euro beziehungsweise rund 22,9 Prozent.
Bemerkenswert ist dabei, dass zum Jahresende 2025 praktisch die gesamten Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestanden.
Diese Position erhöhte sich von
873.214,74 Euro
auf
1.075.594,83 Euro.
Das ist ein Anstieg um 202.380,09 Euro beziehungsweise rund 23,2 Prozent.
Die im Vorjahr zusätzlich vorhandenen sonstigen Verbindlichkeiten von 2.258 Euro werden für 2025 dagegen mit 0 Euro ausgewiesen.
Finanzierung maßgeblich über verbundene Unternehmen
Damit entsprechen die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen zum 31. Dezember 2025 praktisch 100 Prozent der gesamten ausgewiesenen Verbindlichkeiten.
Rechnerisch stehen somit Anlagen im Bau von rund 691.530 Euro und ein vergleichsweise geringes Umlaufvermögen einer Finanzierung gegenüber, die bilanziell ganz wesentlich auf Verpflichtungen innerhalb des Unternehmensverbunds beruht.
Welche verbundenen Unternehmen die Finanzierung bereitgestellt haben, welche Zinssätze gelten und wann die Forderungen fällig werden, ist aus den vorgelegten Angaben nicht ersichtlich.
Gerade die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten wären für eine weitergehende Beurteilung wichtig. Sie sind in dem vorgelegten Bilanzmaterial jedoch nicht angegeben.
Deshalb lässt sich insbesondere nicht feststellen, welcher Teil der gut 1,075 Millionen Euro kurzfristig zurückgezahlt werden müsste.
Rückstellungen spielen nur geringe Rolle
Neben den Verbindlichkeiten bestehen sonstige Rückstellungen von lediglich 3.603,86 Euro.
Im Vorjahr waren es 3.478,83 Euro.
Die Rückstellungen erhöhten sich damit nur geringfügig um 125,03 Euro.
Zusammen ergeben Rückstellungen und Verbindlichkeiten exakt die ausgewiesene Bilanzsumme von 1.079.198,69 Euro, da das bilanzielle Eigenkapital nach Verrechnung mit dem nicht gedeckten Verlustanteil mit null ausgewiesen wird.
Was der Abschluss nicht beantwortet
Für eine wirtschaftliche Einordnung bleiben wesentliche Fragen offen.
Die vorgelegten Daten enthalten insbesondere keine Gewinn- und Verlustrechnung. Damit fehlen Angaben zu Umsatzerlösen, laufenden Kosten sowie zum Jahresergebnis 2025.
Auch die Ursachen des gestiegenen Verlustvortrags lassen sich daraus nicht feststellen.
Ebenso fehlen in den vorgelegten Angaben Informationen über die Laufzeiten der Verbindlichkeiten, die Konditionen der Finanzierung durch verbundene Unternehmen und den geplanten Zeitpunkt der Fertigstellung beziehungsweise Inbetriebnahme der Anlagen im Bau.
Deshalb wäre es nicht sachgerecht, aus dem nicht gedeckten Verlustanteil und dem niedrigen Bankguthaben allein auf akute wirtschaftliche Schwierigkeiten zu schließen.
Auffällige Kapitalstruktur während der Investitionsphase
Der Jahresabschluss 2025 zeigt dennoch eine bemerkenswerte Entwicklung.
Die Investitionen in Anlagen im Bau stiegen auf 691.529,72 Euro. Gleichzeitig erhöhten sich die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen auf 1.075.594,83 Euro.
Auf der anderen Seite wuchs der nicht durch Vermögenseinlagen gedeckte Verlustanteil der Kommanditisten von 301.327,09 Euro auf 372.944,78 Euro.
Das ausgewiesene Bankguthaben von lediglich 3.702,69 Euro fällt gegenüber diesen Größenordnungen gering aus.
Für eine abschließende Bewertung der wirtschaftlichen Situation fehlen jedoch entscheidende Informationen – insbesondere zur Ertragslage, zu den Fälligkeiten der konzerninternen Finanzierung und zur weiteren Finanzierung des im Aufbau befindlichen Projekts.
Festhalten lässt sich deshalb vor allem: Die Energiepark Rehna GmbH & Co. KG hat ihre Investitionen 2025 weiter erhöht, finanziert sich bilanziell in erheblichem Umfang über verbundene Unternehmen und weist zugleich einen gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegenen, nicht durch Vermögenseinlagen gedeckten Verlustanteil der Kommanditisten aus.