Die Windpark-Abens-Nord GmbH & Co KG weist zum 31. Dezember 2025 eine Bilanzsumme von 18.790.222,35 Euro aus.
Ein Jahr zuvor waren es noch 21.174.444,93 Euro.
Damit hat sich die Bilanzsumme innerhalb eines Jahres um rund 2,38 Millionen Euro beziehungsweise 11,3 Prozent verringert.
Die Bilanz wird weiterhin deutlich vom Sachanlagevermögen und von den Verbindlichkeiten geprägt.
Anlagevermögen sinkt um 2,35 Millionen Euro
Das Anlagevermögen verringerte sich von 15,97 Millionen Euro auf 13,62 Millionen Euro.
Das entspricht einem Rückgang um rund 2,35 Millionen Euro beziehungsweise 14,7 Prozent.
Davon entfallen 13,52 Millionen Euro auf Sachanlagen. Ende 2024 waren es noch 15,87 Millionen Euro.
Die Finanzanlagen blieben unverändert bei 100.000 Euro.
Nach Angaben im Anhang werden die abnutzbaren Sachanlagen linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben.
Aus den vorgelegten Zahlen allein lässt sich allerdings nicht bestimmen, ob der gesamte Rückgang des Sachanlagevermögens auf planmäßige Abschreibungen zurückzuführen ist. Ein detaillierter Anlagenspiegel ist in den übermittelten Angaben nicht enthalten.
Umlaufvermögen bleibt nahezu stabil
Während das Anlagevermögen deutlich zurückging, blieb das Umlaufvermögen insgesamt nahezu unverändert.
Es erhöhte sich leicht von 4,642 Millionen Euro auf 4,672 Millionen Euro.
Innerhalb des Umlaufvermögens fand allerdings eine erhebliche Verschiebung statt.
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände stiegen von
1.446.483,72 Euro
auf
2.316.005,50 Euro.
Das entspricht einem Zuwachs von rund 869.522 Euro beziehungsweise 60,1 Prozent.
Gleichzeitig nahmen die liquiden Mittel deutlich ab.
Bankguthaben sinken um rund 840.000 Euro
Zum Jahresende 2025 weist die Gesellschaft liquide Mittel von 2.355.832,85 Euro aus.
Ende 2024 waren es noch 3.195.584,91 Euro.
Damit verringerte sich dieser Bilanzposten um rund 839.752 Euro beziehungsweise 26,3 Prozent.
Auch hier zeigt sich eine gegenläufige Entwicklung: Während die liquiden Mittel um rund 840.000 Euro zurückgingen, nahmen die Forderungen um rund 870.000 Euro zu.
Ob zwischen beiden Entwicklungen ein wirtschaftlicher Zusammenhang besteht, lässt sich aus dem vorgelegten Abschluss nicht ableiten.
Eigenkapital unverändert bei 2,288 Millionen Euro
Das ausgewiesene Eigenkapital blieb mit 2.288.000 Euro exakt auf Vorjahresniveau.
Der gesamte Betrag wird als Kapitalanteile der Kommanditisten ausgewiesen.
Der Bilanzgewinn beziehungsweise Bilanzverlust beträgt laut Bilanz sowohl 2025 als auch 2024 0 Euro.
Daraus lässt sich allerdings nicht ableiten, dass die Windparkgesellschaft im Geschäftsjahr 2025 weder Gewinn noch Verlust erwirtschaftet hat.
Die vorgelegten Unterlagen enthalten keine Gewinn- und Verlustrechnung, aus der sich Umsatzerlöse, Aufwendungen und Jahresergebnis entnehmen ließen.
Der mit null ausgewiesene Bilanzgewinn darf deshalb nicht mit einem Jahresergebnis von null gleichgesetzt werden.
Eigenkapitalquote steigt rechnerisch
Weil das Eigenkapital unverändert blieb, während die Bilanzsumme deutlich zurückging, erhöhte sich die rechnerische Eigenkapitalquote.
Zum 31. Dezember 2025 ergibt sich:
2,288 Millionen Euro Eigenkapital bei 18,790 Millionen Euro Bilanzsumme = rund 12,2 Prozent.
Ende 2024 lag die entsprechende Quote rechnerisch bei etwa 10,8 Prozent.
Die Eigenkapitalquote verbesserte sich damit um rund 1,4 Prozentpunkte.
Die absolute Eigenkapitalausstattung hat sich jedoch nicht verändert.
Verbindlichkeiten sinken um knapp 2,39 Millionen Euro
Die größte Veränderung auf der Passivseite betrifft die Verbindlichkeiten.
Sie gingen von 18.327.100,77 Euro Ende 2024 auf 15.938.208,91 Euro Ende 2025 zurück.
Das entspricht einer Verringerung um rund 2.388.892 Euro beziehungsweise 13,0 Prozent.
Die Rückstellungen erhöhten sich dagegen leicht von 559.344 Euro auf 564.013 Euro.
Damit entfallen weiterhin rund 84,8 Prozent der gesamten Bilanzsumme auf Verbindlichkeiten.
Zusammen mit den Rückstellungen beträgt das Fremdkapital rechnerisch rund 16,50 Millionen Euro.
Auffällig: Sämtliche Verbindlichkeiten sollen kurzfristig sein
Besonders bemerkenswert ist der Restlaufzeitvermerk in der Bilanz.
Von den insgesamt
15.938.208,91 Euro Verbindlichkeiten
werden ebenfalls
15.938.208,91 Euro
als Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr ausgewiesen.
Damit wären nach der veröffentlichten Bilanz rechnerisch 100 Prozent der Verbindlichkeiten innerhalb eines Jahres fällig.
Bereits für das Vorjahr zeigt die Bilanz dasselbe Bild: Von 18.327.100,77 Euro Gesamtverbindlichkeiten werden ebenfalls 18.327.100,77 Euro als innerhalb eines Jahres fällig ausgewiesen.
Das ist bei der Interpretation des Abschlusses ein wesentlicher Punkt.
Ob tatsächlich sämtliche Verpflichtungen wirtschaftlich innerhalb eines Jahres fällig waren oder ob der Darstellung eine besondere bilanzielle Zuordnung zugrunde liegt, wird in den übermittelten Angaben nicht näher erläutert.
Eine andere Restlaufzeitenaufteilung sollte deshalb nicht unterstellt werden.
Keine Verbindlichkeiten mehr mit mehr als fünf Jahren Laufzeit
Im Anhang findet sich gleichzeitig eine weitere Restlaufzeitenangabe.
Danach betrug der Gesamtbetrag der bilanzierten Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren zum 31. Dezember 2025 genau 0 Euro.
Im Vorjahr waren noch 400.396 Euro angegeben worden.
Diese Angabe steht jedenfalls nicht im Widerspruch dazu, dass die Bilanz sämtliche Verbindlichkeiten als kurzfristig ausweist.
Sie liefert allerdings auch keine nähere Erklärung dafür, weshalb keine Verbindlichkeiten mit Laufzeiten zwischen einem und fünf Jahren ausgewiesen werden.
10,49 Millionen Euro besichert
Von besonderer Bedeutung ist außerdem die Besicherung der Verbindlichkeiten.
Der Jahresabschluss nennt einen Gesamtbetrag von
10.490.952,24 Euro
an bilanzierten Verbindlichkeiten, die durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert sind.
Gemessen an den gesamten Verbindlichkeiten von 15,94 Millionen Euro entspricht das rechnerisch rund 65,8 Prozent.
Welche Vermögensgegenstände konkret als Sicherheiten dienen und gegenüber welchen Gläubigern diese Sicherungsrechte bestehen, geht aus den vorgelegten Angaben nicht hervor.
Mehr als 5,4 Millionen Euro gegenüber Gesellschaftern
Erheblich sind auch die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern.
Sie stiegen von
5.357.914,69 Euro
auf
5.447.256,67 Euro.
Das ist ein Anstieg um rund 89.342 Euro beziehungsweise 1,7 Prozent.
Damit entfielen zum Jahresende rechnerisch rund 34,2 Prozent der gesamten Verbindlichkeiten auf Verpflichtungen gegenüber Gesellschaftern.
Bezogen auf die Bilanzsumme entsprechen die Gesellschafterverbindlichkeiten rund 29 Prozent.
Welche Gesellschafter die entsprechenden Forderungen halten, zu welchen Konditionen sie bestehen und wann sie tatsächlich zu bedienen sind, wird in den übermittelten Angaben nicht erläutert.
Gesellschafterverbindlichkeiten deutlich höher als Eigenkapital
Interessant ist auch das Verhältnis zum bilanziellen Eigenkapital.
Den Kapitalanteilen der Kommanditisten von 2,288 Millionen Euro stehen Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern von 5,447 Millionen Euro gegenüber.
Die Gesellschafterverbindlichkeiten sind damit rechnerisch rund 2,38-mal so hoch wie das ausgewiesene Eigenkapital.
Diese Relation sagt für sich genommen allerdings nichts darüber aus, ob die Finanzierung problematisch ist. Dafür müsste insbesondere bekannt sein, um welche Art von Gesellschafterfinanzierung es sich handelt, welche Laufzeiten und Konditionen vereinbart wurden und ob gegebenenfalls Rangrücktritte oder andere Vereinbarungen bestehen.
Dazu enthält der vorgelegte Abschluss keine Angaben.
Keine eigenen Arbeitnehmer
Die Gesellschaft beschäftigte im Geschäftsjahr 2025 durchschnittlich 0,0 Arbeitnehmer.
Das ist bei einer Windparkgesellschaft nicht zwangsläufig ungewöhnlich, weil operative, technische und administrative Leistungen auch extern oder über verbundene Strukturen erbracht werden können.
Welche konkrete Organisationsstruktur bei der Windpark-Abens-Nord GmbH & Co KG besteht, wird im vorliegenden Abschluss jedoch nicht näher beschrieben.
Auffälliges Datum unter der Geschäftsführung
Ein weiterer Punkt fällt bei den veröffentlichten Unterlagen auf.
Unter der „Unterschrift der Geschäftsführung“ steht:
„Wittmund-Burhafe, den 30. April 2025“
Genannt werden Gerd Puse und Hajo de Buhr.
Das ist erklärungsbedürftig, denn der Jahresabschluss betrifft das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2025.
Ein Abschluss für das gesamte Geschäftsjahr 2025 kann naturgemäß nicht bereits am 30. April 2025 auf Grundlage der späteren Jahresendzahlen unterzeichnet worden sein.
Der Abschluss selbst wurde nach den weiteren veröffentlichten Angaben erst am 18. Juni 2026 festgestellt.
Ob es sich bei „30. April 2025“ um einen Schreibfehler handelt und welches Datum tatsächlich gemeint sein sollte, lässt sich aus der Vorlage nicht feststellen.
Die Angabe sollte deshalb nicht eigenständig etwa in „30. April 2026“ korrigiert werden.
Keine Gewinn- und Verlustrechnung in den vorgelegten Angaben
Für eine umfassende wirtschaftliche Beurteilung fehlt ein entscheidender Teil des Zahlenwerks.
Aus den vorliegenden Informationen lässt sich nicht erkennen, welche Umsatzerlöse die Windparkgesellschaft 2025 erzielte, wie hoch ihre Stromerlöse waren, welche laufenden Betriebskosten entstanden und welchen Zinsaufwand sie tragen musste.
Auch der Jahresüberschuss beziehungsweise Jahresfehlbetrag ist nicht angegeben.
Damit kann anhand der veröffentlichten Bilanz zwar die Vermögens- und Finanzierungsstruktur untersucht werden, nicht aber die operative Ertragskraft des Windparks.
Bilanzsumme sinkt – Kapitalstruktur verbessert sich rechnerisch
Unter dem Strich zeigt der Jahresabschluss eine deutlich kleinere Bilanz.
Die Bilanzsumme sank um rund 2,38 Millionen Euro. Das Anlagevermögen ging um 2,35 Millionen Euro zurück. Gleichzeitig wurden die Verbindlichkeiten um knapp 2,39 Millionen Euro reduziert.
Das Eigenkapital blieb unverändert.
Dadurch erhöhte sich die rechnerische Eigenkapitalquote von rund 10,8 auf rund 12,2 Prozent.
Auf der anderen Seite gingen die liquiden Mittel um rund 26 Prozent zurück, während die Forderungen um rund 60 Prozent zunahmen.
Besonders erklärungsbedürftig bleibt jedoch die Fristigkeitsstruktur.
Nach der veröffentlichten Bilanz sind sämtliche 15,94 Millionen Euro Verbindlichkeiten innerhalb eines Jahres fällig. Darunter befinden sich 5,45 Millionen Euro Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern. Gleichzeitig sind 10,49 Millionen Euro der Verbindlichkeiten durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert.
Ob die Darstellung tatsächlich bedeutet, dass die gesamte Fremdfinanzierung binnen zwölf Monaten wirtschaftlich zurückzuführen ist, lässt sich ohne weitere Erläuterungen der Gesellschaft nicht beurteilen.
Hinzu kommt das offensichtlich erklärungsbedürftige Datum unter der Geschäftsführungsangabe: 30. April 2025 für einen Jahresabschluss, dessen Bilanzstichtag erst acht Monate später liegt.
Beides wären konkrete Punkte, zu denen eine Stellungnahme der Windpark-Abens-Nord GmbH & Co KG zusätzliche Klarheit schaffen könnte.