Der Best Managers Concept I von DWS verfolgt einen ausgesprochen defensiven Ansatz. Ziel ist zwar ein überdurchschnittlicher Wertzuwachs, tatsächlich besteht das Portfolio jedoch nahezu vollständig aus Anleihen guter Bonität. Im Geschäftsjahr vom 1. Juni 2025 bis 31. Mai 2026 erzielte der Fonds einen Wertzuwachs von 1,4 %. Über drei Jahre liegt die Performance bei 9,3 %, über fünf Jahre allerdings noch bei –3,1 %. Damit zeigt sich deutlich, dass die Belastungen aus der früheren Zinswende langfristig noch nicht vollständig aufgeholt wurden.
Die Anlagepolitik ist konservativ ausgerichtet. Zum Bilanzstichtag waren 97,77 % des Fondsvermögens in Anleihen investiert, lediglich 1,57 % lagen als Bankguthaben vor. Besonders stark vertreten sind Finanzinstitute mit 51,93 % des Fondsvermögens, während Zentralregierungen 28,95 % ausmachen. Sämtliche Anleihen verfügen über Investment-Grade-Status. Zusätzlich hat das Management die Laufzeiten bewusst in Richtung kürzerer Fälligkeiten ausgerichtet, wodurch die Anfälligkeit gegenüber steigenden Zinsen reduziert werden soll.
Diese Positionierung erscheint angesichts des schwierigen Marktumfeldes nachvollziehbar. Geopolitische Krisen, eine unsichere US-Handels- und Zollpolitik sowie schwankende Inflationserwartungen führten im Berichtszeitraum zu steigenden Kapitalmarktrenditen und damit zu fallenden Anleihekursen. Besonders lang laufende Staatsanleihen standen unter Druck, während Unternehmensanleihen von höheren Kupons und rückläufigen Risikoprämien profitierten. Die Konzentration auf kürzere Laufzeiten hat daher einen gewissen Schutz vor stärkeren Kursverlusten geboten.
Positiv ist aus Anlegersicht die solide laufende Ertragskraft. Der Fonds erzielte Zinserträge von insgesamt rund 1,09 Mio. Euro. Nach Aufwendungen verblieb ein ordentlicher Nettoertrag von rund 837.000 Euro. Belastend wirkten dagegen realisierte Verluste von 702.652 Euro, denen realisierte Gewinne von 612.005 Euro gegenüberstanden. Das Veräußerungsergebnis war damit mit rund –90.600 Euro negativ. Einschließlich der Veränderungen nicht realisierter Gewinne und Verluste erreichte der Fonds dennoch ein positives Jahresergebnis von rund 590.000 Euro.
Auch die Entwicklung des Fondsvolumens ist leicht positiv zu bewerten. Das Sondervermögen erhöhte sich innerhalb eines Jahres von rund 41,49 Mio. Euro auf 42,44 Mio. Euro. Neben dem Anlageergebnis trug hierzu ein Netto-Mittelzufluss von rund 361.000 Euro bei. Anleger haben dem Fonds somit per saldo weiteres Kapital zugeführt. Der Anteilwert stieg von 78,53 Euro auf 79,63 Euro. Seit 2023 hat er sich von 72,85 Euro auf 79,63 Euro erhöht.
Die Kostenstruktur ist für einen aktiv verwalteten Rentenfonds vergleichsweise überschaubar. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,60 % pro Jahr. Bei einer Jahresperformance von lediglich 1,4 % ist dieser Kostenblock allerdings durchaus relevant, da er einen beträchtlichen Anteil des erzielten Anlageerfolgs beansprucht. Positiv fallen die ausgesprochen niedrigen separat ausgewiesenen Transaktionskosten von nur 236,10 Euro auf.
Das Risikoprofil bleibt insgesamt moderat. Der Fonds setzte zum Berichtsstichtag keine Derivate ein; das entsprechende Exposure betrug 0 Euro. Auch die ausgewiesenen Value-at-Risk-Kennzahlen bewegen sich auf niedrigem Niveau. Kreditrisiken bestehen dennoch, insbesondere aufgrund des hohen Anteils von Bank- und Finanzanleihen sowie der Beimischung höher rentierlicher Staats- und Unternehmensanleihen.
Für nachhaltig orientierte Anleger ist der Fonds dagegen nur eingeschränkt geeignet. Er wird nach Artikel 6 der SFDR klassifiziert, verfolgt also keine ausdrücklich ökologischen oder sozialen Anlageziele. Die Investitionen berücksichtigen zudem nicht die EU-Kriterien für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten.
Fazit aus Anlegersicht
Der Best Managers Concept I präsentiert sich als solider und defensiv ausgerichteter Rentenfonds, der vor allem für Anleger interessant sein kann, denen Kapitalstabilität und regelmäßige Zinserträge wichtiger sind als hohe Wachstumschancen. Die hohe Investment-Grade-Quote, kurze Restlaufzeiten und der Verzicht auf nennenswerten Derivateeinsatz begrenzen das Risiko.
Die Kehrseite ist das überschaubare Renditepotenzial. Eine Jahresperformance von 1,4 % ist positiv, erscheint aber insbesondere nach Kosten und unter Berücksichtigung der Inflation wenig attraktiv. Auch die negative Fünfjahresperformance von –3,1 % zeigt, dass selbst konservative Rentenfonds in Phasen stark steigender Zinsen erhebliche Belastungen erfahren können.
Aus Anlegersicht überwiegt daher ein neutrales bis leicht positives Gesamtbild: Der Fonds eignet sich eher als defensiver Portfoliobaustein und zur Stabilisierung eines Gesamtdepots als als Renditetreiber. Anleger, die Sicherheit und geringe Schwankungen bevorzugen, finden ein nachvollziehbar positioniertes Portfolio. Wer dagegen einen deutlichen realen Vermögenszuwachs oder eine ausgeprägte Nachhaltigkeitsstrategie erwartet, dürfte mit anderen Anlageformen bessere Chancen finden.