Der BANTLEON Global Challenges Paris Aligned Index-Fonds verfolgt das Ziel, den nachhaltigen Global Challenges Index Paris Aligned® möglichst exakt nachzubilden. Dabei handelt es sich um einen global ausgerichteten Aktienfonds, der insbesondere die Reduzierung von CO₂-Emissionen berücksichtigt und als Finanzprodukt gemäß Artikel 9 Abs. 3 der EU-Offenlegungsverordnung eingestuft ist.
Positive Wertentwicklung, aber hinter der Benchmark
Im Geschäftsjahr 2025/2026 erzielte der Fonds eine Wertentwicklung von 8,35 %. Damit wurde zwar ein ordentliches positives Ergebnis erreicht, der Vergleichsindex legte jedoch um 9,12 % zu. Die Underperformance gegenüber der Benchmark betrug somit rund 0,77 Prozentpunkte. Auch zum Jahresultimo 2025 und zum Monatsultimo April 2026 lag der Fonds jeweils leicht hinter dem Vergleichsindex.
Für einen Indexfonds ist dieser Abstand relevant, da das Anlageziel ausdrücklich in einer möglichst genauen Indexnachbildung besteht. Ein Teil der Differenz lässt sich durch laufende Fondskosten sowie weitere operative Belastungen erklären.
Das Geschäftsjahresergebnis der dominierenden Anteilklasse I belief sich auf 5,93 Mio. Euro. Davon entfielen rund 4,53 Mio. Euro auf nicht realisierte Ergebnisse, während das realisierte Jahresergebnis bei rund 1,40 Mio. Euro lag. Der Wertzuwachs wurde somit zu einem erheblichen Teil durch Kurssteigerungen der weiterhin gehaltenen Aktienpositionen getragen.
Fondsvermögen steigt – ohne neue Mittel in der I-Klasse
Das gesamte Fondsvermögen betrug zum 31. Mai 2026 rund 77,17 Mio. Euro, wovon 98,86 % in Aktien beziehungsweise aktienähnlichen Anlagen investiert waren. Die Liquiditätsquote war entsprechend gering.
Bei der Anteilklasse I stieg das Vermögen von 72,17 Mio. Euro auf 77,06 Mio. Euro. Bemerkenswert ist, dass es während des Geschäftsjahres weder Mittelzuflüsse noch Mittelabflüsse gab. Der Vermögenszuwachs entstand somit praktisch vollständig aus dem Anlageergebnis, abzüglich der Ausschüttung des Vorjahres.
Der Anteilwert der I-Klasse erhöhte sich dabei von 114,65 Euro auf 122,41 Euro. Zusätzlich werden 1,67 Euro je Anteil ausgeschüttet.
Deutliche Verschiebung in Richtung Technologie
Auf Branchenebene hat sich die Gewichtung sichtbar verändert. Technologie stieg von 12,66 % auf 17,10 % des Aktienvermögens und ist damit inzwischen die größte Branche. Das Gesundheitssystem folgt mit 16,65 %. Immobilien und REITs bleiben mit 11,67 % ebenfalls bedeutend. Gleichzeitig sank beispielsweise der Anteil von Haushalts- und persönlichen Gütern von 12,06 % auf 9,34 %.
Damit besitzt das Portfolio zwar eine breite Branchenstreuung, gleichzeitig steigt aber die Bedeutung technologieorientierter Unternehmen. Anleger profitieren dadurch stärker von einem positiven Technologiezyklus, sind jedoch zugleich empfindlicher gegenüber Bewertungsrückgängen dieses Sektors.
Hohe Fremdwährungsquote als zusätzlicher Risikofaktor
Zum Geschäftsjahresende waren 86,79 % des Aktienvermögens in Fremdwährungen notiert. Gegenüber dem Vorjahr nahm dieser Anteil nochmals um 2,04 Prozentpunkte zu.
Damit hängt die Wertentwicklung für Euro-Anleger nicht nur von den jeweiligen Aktienkursen, sondern auch erheblich von Wechselkursbewegungen ab. Eine Aufwertung des Euro gegenüber US-Dollar, Yen, Schweizer Franken oder anderen Anlagewährungen kann die in Euro ausgewiesene Performance belasten. Der Jahresbericht weist dieses Währungsrisiko ausdrücklich aus.
Positiv ist dagegen die vergleichsweise unkomplizierte Fondsstruktur: Der Fonds investiert nicht in Zielfonds, und während des Berichtszeitraums wurden keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt.
Kosten: I-Klasse attraktiv, P-Klasse deutlich teurer
Ein besonders wichtiger Punkt aus Anlegersicht ist der erhebliche Kostenunterschied zwischen den beiden Anteilklassen.
Die Gesamtkostenquote (TER) beträgt:
Anteilklasse I: 0,57 %
Anteilklasse P: 1,50 %
Eine erfolgsabhängige Vergütung fiel bei beiden Klassen nicht an.
Für einen passiv beziehungsweise indexnah verwalteten Fonds sind 1,50 % laufende Kosten bei der P-Klasse vergleichsweise belastend, weil diese Gebühren jedes Jahr unmittelbar die Rendite reduzieren. Die günstigere I-Klasse verlangt allerdings ein Mindestanlagevolumen von 250.000 Euro, während die P-Klasse bereits für Kleinanleger zugänglich ist.
Auffällige Mittelabflüsse aus der P-Anteilklasse
Kritisch fällt zudem die Entwicklung der P-Klasse auf. Ihr Fondsvermögen sank innerhalb eines Jahres von 1,05 Mio. Euro auf nur noch rund 116.000 Euro. Ursache war vor allem ein Netto-Mittelabfluss von rund 965.000 Euro: Anteilscheinverkäufen von etwa 520.000 Euro standen Rücknahmen von rund 1,48 Mio. Euro gegenüber.
Dieser Rückgang ist nicht mit einer schlechten Portfolioentwicklung gleichzusetzen – das Geschäftsjahresergebnis der Klasse war positiv –, zeigt jedoch, dass die P-Klasse aktuell nur noch über ein sehr geringes Volumen verfügt. Für Anleger ist dies zumindest ein Punkt, den es weiter zu beobachten gilt.
Chancen und Risiken aus Anlegersicht
Für den Fonds sprechen die globale Aktienausrichtung, die breite Streuung über zahlreiche Unternehmen und Branchen, die konsequente Nachhaltigkeitsstrategie sowie die positive Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr. Gerade Anleger, die Klimaziele und ESG-Kriterien ausdrücklich in ihre Anlageentscheidung integrieren möchten, erhalten hier einen klar definierten Artikel-9-Fonds.
Dem stehen jedoch typische Aktienmarktrisiken sowie zusätzliche Währungsrisiken gegenüber. Der Fonds ist mit knapp 99 % Aktienquote nahezu vollständig dem Aktienmarkt ausgesetzt. Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten wie der Ukraine-Krieg, Risiken im Zusammenhang mit dem Iran sowie mögliche Auswirkungen der US-Zollpolitik, die der Fondsbericht ausdrücklich als Einflussfaktoren nennt.
Anlegerfazit
Der BANTLEON Global Challenges Paris Aligned Index-Fonds hat 2025/2026 mit 8,35 % eine solide positive Rendite erzielt, konnte seinen Referenzindex mit 9,12 % jedoch nicht vollständig nachvollziehen. Die hohe Aktienquote, die starke internationale Ausrichtung und der steigende Technologieanteil bieten langfristige Renditechancen, führen zugleich aber zu entsprechend hohen Markt- und Währungsrisiken.
Besonders attraktiv erscheint aus Kostensicht die I-Anteilklasse mit 0,57 % TER, sofern das hohe Mindestanlagevolumen erfüllt werden kann. Die für Privatanleger zugängliche P-Anteilklasse ist mit 1,50 % TER deutlich weniger günstig und weist zudem zuletzt erhebliche Mittelabflüsse auf.
Insgesamt präsentiert sich der Fonds als interessanter Baustein für langfristig orientierte und ausdrücklich nachhaltigkeitsbewusste Aktienanleger. Die positive Wertentwicklung ist überzeugend, allerdings sollten insbesondere der dauerhafte Abstand zur Benchmark, die hohe Fremdwährungsquote sowie die relativ hohen Kosten der P-Klasse kritisch beobachtet werden.