Die Trianel Windpark Vogelherd GmbH & Co. KG mit Sitz in Aachen weist zum 31. Dezember 2024 eine Bilanzsumme von 26.180.818,10 Euro aus. Ein Jahr zuvor waren es noch 29.063.266,19 Euro. Damit ist die Bilanzsumme innerhalb eines Jahres um rund 2,88 Millionen Euro beziehungsweise 9,9 Prozent zurückgegangen.
Den größten Vermögensposten bilden weiterhin die Sachanlagen. Ihr Buchwert sank von 25.714.304,34 Euro auf 23.358.960 Euro. Das entspricht einem Rückgang um rund 2,36 Millionen Euro beziehungsweise 9,2 Prozent.
Nach den Angaben im Anhang werden die Sachanlagen zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten abzüglich linearer Abschreibungen bewertet. Die Vermögensgegenstände werden planmäßig über einen Zeitraum von 16 Jahren abgeschrieben. Aus dem rückläufigen Buchwert lässt sich daher nicht unmittelbar auf eine entsprechende Veränderung des Marktwertes der acht Windkraftanlagen schließen.
Auch das Umlaufvermögen ging zurück. Es verringerte sich von 3.245.787,69 Euro auf 2.723.498,79 Euro, ein Minus von rund 522.300 Euro beziehungsweise 16,1 Prozent.
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sanken dabei von 733.548,71 Euro auf 519.638,63 Euro. Gleichzeitig verringerte sich das ausgewiesene Bank- und Kassenguthaben von 2.512.238,98 Euro auf 2.203.860,16 Euro. Das sind rund 308.400 Euro beziehungsweise 12,3 Prozent weniger als Ende 2023.
Bei der Einordnung dieser Liquiditätsposition ist allerdings eine wichtige Angabe im Anhang zu berücksichtigen: Die liquiden Mittel wurden im Rahmen der Finanzierung verpfändet. Der Abschluss nennt nicht, welcher konkrete Betrag des zum Bilanzstichtag ausgewiesenen Guthabens hiervon erfasst war. Deshalb lässt sich aus der Bilanzposition allein nicht bestimmen, welcher Betrag tatsächlich frei verfügbar war.
Besonders deutlich fällt die Entwicklung beim Jahresüberschuss aus. Die Gesellschaft erzielte 2024 einen Überschuss von 207.242,15 Euro. Im Vorjahr waren es noch 962.670,13 Euro.
Damit reduzierte sich der Jahresüberschuss um 755.427,98 Euro beziehungsweise rund 78,5 Prozent. Anders ausgedrückt: Der ausgewiesene Gewinn beträgt nur noch gut ein Fünftel des Vorjahreswertes.
Warum der Jahresüberschuss so deutlich zurückging, lässt sich aus den vorgelegten Bilanz- und Anhangangaben nicht beantworten. Angaben zu Umsatzerlösen, Stromproduktion, erzielten Strompreisen, Zinsaufwand oder einzelnen Kostenpositionen enthält der vorliegende Ausschnitt nicht. Eine konkrete Ursache für den Gewinneinbruch wäre daher ohne weitere Angaben Spekulation.
Das Eigenkapital sank ebenfalls. Ende 2023 wurden 9.324.657,95 Euro ausgewiesen, Ende 2024 waren es 8.458.638 Euro. Das entspricht einem Rückgang um rund 866.000 Euro beziehungsweise 9,3 Prozent.
Die Kapitalanteile der Kommanditisten blieben unverändert bei 10.000 Euro. Die Rücklagen gingen von 8.351.987,82 Euro auf 8.241.395,85 Euro zurück. Der Abschluss selbst erläutert in dem vorgelegten Ausschnitt nicht, wodurch diese Veränderung verursacht wurde.
Weil sich gleichzeitig die Bilanzsumme verkleinert hat, blieb die rechnerische Eigenkapitalquote nahezu stabil und erhöhte sich sogar leicht: von rund 32,1 Prozent Ende 2023 auf rund 32,3 Prozent Ende 2024.
Die bilanzierten Verbindlichkeiten wurden deutlich reduziert. Sie sanken von 18.761.534,01 Euro auf 17.019.139,25 Euro. Das entspricht einem Rückgang um rund 1,74 Millionen Euro beziehungsweise 9,3 Prozent.
Bei der Laufzeitenstruktur zeigt sich allerdings ein differenziertes Bild. Die innerhalb eines Jahres fälligen Verbindlichkeiten stiegen von 2.537.306,01 Euro auf 2.734.307,25 Euro. Damit erhöhten sich die kurzfristigen Verpflichtungen um rund 197.000 Euro beziehungsweise 7,8 Prozent.
Die längerfristigen Verbindlichkeiten gingen dagegen zurück. Die Verpflichtungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sanken von 16.224.228 Euro auf 14.284.832 Euro. Bei den Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahren verringerte sich der Betrag von 9.462.856,75 Euro auf 7.885.713,75 Euro.
Ein erheblicher Teil der Finanzierung ist besichert. Nach den Angaben im Jahresabschluss sind 16,224 Millionen Euro der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten durch Pfandrechte und ähnliche Rechte gesichert. Im Vorjahr waren es 18,648 Millionen Euro.
Als Sicherheiten wurden die acht Windkraftanlagen sicherungsübereignet. Darüber hinaus wurden die liquiden Mittel verpfändet.
Auffällig ist zugleich die Entwicklung der Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern. Diese erhöhten sich von lediglich 74.000 Euro Ende 2023 auf 789.000 Euro Ende 2024.
Das ist ein Anstieg um 715.000 Euro. Rechnerisch haben sich die Gesellschafterverbindlichkeiten damit auf mehr als das Zehnfache des Vorjahreswertes erhöht. Der Zuwachs beträgt rund 966 Prozent.
Aus dem veröffentlichten Ausschnitt geht allerdings nicht hervor, gegenüber welchen Gesellschaftern diese Verbindlichkeiten bestehen, aus welchen Vorgängen sie entstanden sind oder welche Konditionen dafür gelten. Der starke prozentuale Anstieg ist zudem auch Folge des niedrigen Ausgangswertes von 74.000 Euro.
Die Rückstellungen gingen von 977.074,23 Euro auf 703.040,85 Euro zurück. Das entspricht einer Verringerung um rund 274.000 Euro beziehungsweise 28 Prozent.
Im Anhang wird unter anderem die Rückstellung für die Rückbauverpflichtung des Windparks Vogelherd erläutert. Sie wurde auf Grundlage einer zum 31. Dezember 2024 angenommenen Restnutzungsdauer von 13 Jahren berechnet. Der zugrunde gelegte Zinssatz der Deutschen Bundesbank beträgt 1,91 Prozent. Wie hoch allein die Rückbaurückstellung ist und wodurch sich der Rückgang der gesamten Rückstellungen konkret erklärt, wird in den vorgelegten Angaben nicht ausgewiesen.
Neben den bilanzierten Verbindlichkeiten bestehen weitere nicht bilanzierte finanzielle Verpflichtungen von insgesamt 6.173.271,50 Euro.
Davon entfallen 3,68 Millionen Euro auf Wartungsverträge. Weitere 2.439.571,50 Euro resultieren aus Gestattungsverträgen und 53.700 Euro aus Betriebsführungsverträgen.
Von der Gesamtsumme werden 666.865 Euro innerhalb eines Jahres fällig. Auf Laufzeiten von mehr als einem bis fünf Jahren entfallen 2.571.410,20 Euro. Weitere 2.934.996,30 Euro haben eine Laufzeit von mehr als fünf Jahren.
Diese Verpflichtungen sind von den bilanzierten Verbindlichkeiten von 17,02 Millionen Euro zu unterscheiden. Eine einfache Addition zu einer vermeintlichen „Gesamtverschuldung“ wäre nicht sachgerecht, da der Abschluss sie ausdrücklich als nicht bilanzierte finanzielle Verpflichtungen ausweist. Sie dokumentieren jedoch zusätzliche vertragliche Zahlungsverpflichtungen der Gesellschaft.
Der Jahresabschluss wurde nach den HGB-Vorschriften für große Kapitalgesellschaften aufgestellt. Die Bilanzierung und Bewertung erfolgten ausdrücklich unter Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit.
Die Trianel Windpark Vogelherd GmbH & Co. KG hat ihren Sitz in Aachen und ist beim Amtsgericht Aachen unter HRA 8813 eingetragen. Geschäftsführende Komplementärin ist die Trianel Erneuerbare Energien Verwaltungs GmbH. Unterzeichnet wurde der Abschluss am 19. Februar 2025 von den Geschäftsführern Dr. Markus Hakes und Arvid Hesse. Festgestellt wurde er am 17. Juni 2025.
Unter dem Strich zeigt der Abschluss für 2024 zwei gegenläufige Entwicklungen: Einerseits wurden die gesamten Verbindlichkeiten um rund 1,74 Millionen Euro reduziert und die rechnerische Eigenkapitalquote blieb mit gut 32 Prozent weitgehend stabil. Andererseits brach der Jahresüberschuss von rund 963.000 Euro auf nur noch 207.000 Euro ein. Gleichzeitig stiegen die kurzfristigen Verbindlichkeiten und insbesondere die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern.
Gerade der Gewinnrückgang um 78,5 Prozent und der Sprung der Gesellschafterverbindlichkeiten von 74.000 auf 789.000 Euro werfen Fragen auf, die der vorgelegte Bilanzanhang nicht beantwortet. Für eine wirtschaftliche Bewertung wären insbesondere die Gewinn- und Verlustrechnung sowie Angaben zu Stromerzeugung, Erlösen, Finanzierungskosten und Cashflow erforderlich.
Aus den vorliegenden Zahlen allein ergibt sich dagegen kein belastbarer Schluss auf eine wirtschaftliche Krise oder gar eine insolvenzrechtliche Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit. Dokumentiert ist vielmehr ein weiterhin positives Jahresergebnis bei deutlich gesunkenem Gewinn, rückläufigen Gesamtverbindlichkeiten und einer erheblichen Veränderung der Finanzierung gegenüber Gesellschaftern.