Was derzeit an der Börse Istanbul geschieht, lässt sich kaum noch auf einen einzelnen Manipulationsverdacht reduzieren.
Die Ermittlungen betreffen unterschiedliche Unternehmen, Fonds, Manager und Marktteilnehmer. Untersucht werden unter anderem auffällige Aktiengeschäfte, mögliche Marktmanipulationen, Vermögensbewegungen und Transfers ins Ausland. Auch Kryptowerte spielen bei den Finanzermittlungen eine Rolle.
Dabei gilt für sämtliche Beschuldigten: Ermittlungen, Festnahmen, Untersuchungshaft oder Strafanzeigen sind keine rechtskräftigen Verurteilungen. Die strafrechtliche Verantwortlichkeit muss jeweils im weiteren Verfahren geklärt werden.
SPK hatte ungewöhnliche Kursbewegungen schon Ende 2025 beobachtet
Besonders aufschlussreich ist eine Mitteilung der türkischen Kapitalmarktaufsicht Sermaye Piyasası Kurulu (SPK) vom 18. September 2026.
Darin beschreibt die Behörde Vorgänge, die bereits Ende 2025 aufgefallen waren.
Nach Angaben der SPK wurde im vierten Quartal 2025 beobachtet, dass insbesondere über bestimmte Hedgefonds beziehungsweise freie Investmentfonds sowie Geldmarktfonds Kursbewegungen bei Aktien mit geringem Streubesitz ausgelöst wurden, die sich nach Einschätzung der Behörde nicht durch die wirtschaftliche Realität und die fundamentalen Finanzkennzahlen der betreffenden Unternehmen erklären ließen.
Das ist ein zentraler Punkt für das Verständnis des heutigen Komplexes.
Es geht nicht lediglich um einzelne Anleger, die möglicherweise versucht haben sollen, Aktienkurse kurzfristig zu beeinflussen. Die türkische Aufsicht beschäftigte sich vielmehr bereits seit Monaten mit der Frage, welche Rolle bestimmte Investmentfonds und Vermögensverwaltungsgesellschaften bei ungewöhnlichen Kursentwicklungen spielten.
Die Angelegenheit wurde nach Angaben der SPK am 2. Dezember 2025 im türkischen Finanzstabilitätskomitee unter Vorsitz des Finanz- und Schatzministers behandelt. Einen Tag später richtete die SPK eine eigene Arbeitsgruppe ein.
Aufsicht spricht von systemischen Risiken
Die inzwischen vorgenommenen regulatorischen Änderungen sind ebenfalls bemerkenswert.
Die SPK erklärt, dass die neuen Regeln insbesondere systemische Risiken begrenzen sollen, die nach ihrer Darstellung durch unbesicherte Finanzierungen zwischen verbundenen Parteien und außergewöhnliche Kursbewegungen an der Börse entstehen können.
Ausdrücklich nennt die Behörde dabei Geldmarktfonds und freie Aktienfonds.
Ziel der neuen Vorschriften sei es unter anderem, Manipulationsmöglichkeiten über Fonds einzuschränken und die Transparenz zu erhöhen.
Damit erhält die aktuelle Affäre eine Dimension, die über einzelne mutmaßliche Manipulationsgeschäfte hinausgeht: Die Kapitalmarktaufsicht sieht offenbar strukturellen regulatorischen Handlungsbedarf.
Ermittlungen gegen ein weit verzweigtes Umfeld
Parallel dazu hat die Istanbuler Staatsanwaltschaft ihre strafrechtlichen Ermittlungen erheblich ausgeweitet.
Eine zentrale Rolle spielt dabei das für Terrorismusfinanzierung und Geldwäschedelikte zuständige Ermittlungsbüro der Staatsanwaltschaft Istanbul.
Am 17. September 2026 verlangte die Staatsanwaltschaft vom türkischen Financial Crimes Investigation Board MASAK umfangreiche Finanzinformationen über Führungskräfte von
Pusula Finans Holding AŞ, Tera Yatırım Menkul Değerler AŞ, Hedef Holding AŞ und Bulls Yatırım Menkul Değerler AŞ sowie deren Tochtergesellschaften.
Die Ermittler wollten dabei ausdrücklich nicht nur gewöhnliche Kontobewegungen sehen.
Angefordert wurden nach türkischen Medienberichten die Geldbewegungen der Führungskräfte seit 2024, Überweisungen ins Ausland sowie Transfers von Kryptowerten.
Selbst Angehörige geraten in die Finanzanalyse
Noch weiter reicht ein anderer Teil der Untersuchung.
Die Ermittler interessieren sich auch für Vermögensbewegungen von Ehepartnern beziehungsweise nahen Angehörigen bestimmter Verantwortlicher.
Damit soll nach den vorliegenden Berichten untersucht werden, ob Vermögenswerte möglicherweise über nahestehende Personen ins Ausland transferiert oder in Kryptowerte verschoben wurden.
Dass solche Daten untersucht werden, bedeutet selbstverständlich nicht, dass entsprechende Transfers bereits als rechtswidrig nachgewiesen wären.
Es zeigt jedoch, wie umfassend die Staatsanwaltschaft inzwischen versucht, mögliche Geldströme zu rekonstruieren.
Katılımevim-Aktie KTLEV im Mittelpunkt eines Ermittlungsstrangs
Ein wichtiger Teil der Untersuchungen betrifft die Aktie von Katılımevim Tasarruf Finansman AŞ mit dem Börsenkürzel KTLEV.
Nach Angaben der Istanbuler Staatsanwaltschaft hatte die SPK in einem Prüfbericht vom 17. September 2026 bei Geschäften mit dieser Aktie Marktmanipulation festgestellt. Daraufhin wurden strafrechtliche Ermittlungen gegen zahlreiche Beschuldigte eingeleitet.
Auch Destek Holding und Hedef Holding werden in behördlichen Mitteilungen im Zusammenhang mit von der SPK festgestellten Vorgängen im Bereich der Marktmanipulation genannt. Das türkische Justizministerium berichtete am 22. September von weiteren Operationen und Festnahmen.
Tera, Pusula, Hedef und Bulls
Die Dimension der Ermittlungen wird besonders deutlich, wenn man betrachtet, welche Unternehmensumfelder von den Finanzanalysen berührt werden.
Die Staatsanwaltschaft verlangte unter anderem Informationen beziehungsweise Finanzdaten zu Verantwortlichen aus dem Umfeld von Pusula, Tera, Hedef und Bulls.
In diesem Zusammenhang wurden nach Angaben türkischer Behörden und Medien unter anderem Vermögensbewegungen von Verantwortlichen aus dem Umfeld von
Pusula Finans Holding, Pusula Yatırım Menkul Değerler, Tera Yatırım Menkul Değerler, Tera Portföy Yönetimi, Hedef Holding, Hedef Portföy Yönetimi, Bulls Yatırım Menkul Değerler, Bulls Portföy Yönetimi sowie Ufuk Yatırım Yönetim ve Gayrimenkul
Gegenstand behördlicher Maßnahmen beziehungsweise Untersuchungen.
Dabei ist eine wichtige Differenzierung notwendig: Die Erwähnung eines Unternehmens oder von dessen Verantwortlichen innerhalb einer Untersuchung bedeutet nicht automatisch, dass das Unternehmen selbst eine Straftat begangen hat.
Hedef Holding widersprach einer Verbindung des Unternehmens
Gerade dieser Punkt zeigt sich bei Hedef Holding.
Das Unternehmen erklärte über die türkische Publizitätsplattform KAP, sein damaliger Verwaltungsratsvorsitzender Namık Kemal Gökalp sei im Rahmen einer Untersuchung zur Polizei gebeten worden.
Hedef Holding erklärte zugleich ausdrücklich, die Holding und ihre Beteiligungsgesellschaften hätten mit der betreffenden Untersuchung nichts zu tun und der Geschäftsbetrieb laufe normal weiter.
Auch solche Stellungnahmen gehören zu einer ausgewogenen Bewertung des Komplexes.
Festnahmen bis in die Führungsebenen
Die Ermittlungen erreichten gleichzeitig hochrangige Führungskräfte.
Am 23. September berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu, dass unter anderem Tera-Yatırım-Holding-Verwaltungsratschef Emre Tezmen, Verwaltungsratsmitglied Emre Alkin, das unabhängige Verwaltungsratsmitglied Kerem Alkin, Tera-Portföy-Generaldirektor Alper Öztürk und Pusula-Holding-Verwaltungsratschef Serdar Turhan in Untersuchungshaft genommen worden seien.
Am folgenden Tag kamen weitere Untersuchungshaftentscheidungen hinzu. Unter anderem wurden die Tera-Yatırım-Verwaltungsratsmitglieder Abdulkadir Özkan und Bülent Uygun sowie der Verwaltungsratsvorsitzende von Doğa Sigorta, Nihat Kırmızı, in Untersuchungshaft genommen.
Eine Untersuchungshaftentscheidung ist dabei ausdrücklich keine Verurteilung.
51 Menschen in Untersuchungshaft
Bis zum 28. September hatte sich die Zahl nochmals deutlich erhöht.
Nach übereinstimmenden aktuellen türkischen Berichten waren zu diesem Zeitpunkt 51 Beschuldigte in Untersuchungshaft. Weitere Personen befanden sich in unterschiedlichen Stadien des Ermittlungsverfahrens.
Damit hat die Affäre inzwischen eine Größenordnung erreicht, die weit über eine gewöhnliche Untersuchung einzelner verdächtiger Börsentransaktionen hinausgeht.
SPK geht jetzt direkt gegen Tera-Holding-Geschäfte vor
Am 28. September folgte eine weitere erhebliche Eskalation auf aufsichtsrechtlicher Ebene.
Nach türkischen Berichten beschloss die SPK im Zusammenhang mit ihrer Untersuchung von Geschäften in Aktien der Tera Finansal Yatırımlar Holding AŞ (TRHOL) Strafanzeigen gegen 37 Personen.
Gegen die betroffenen Personen wurden außerdem zweijährige Handelsverbote beschlossen. Auch Tera Yatırım Menkul Değerler AŞ und Tera Portföy Yönetimi AŞ wurden hinsichtlich eigener Geschäfte mit TRHOL-Aktien in die entsprechenden Maßnahmen einbezogen.
Bei 24 Personen sollen darüber hinaus die entsprechenden Kapitalmarktlizenzen für die Dauer des Handelsverbots entzogen worden sein.
Auch hier gilt: Eine Strafanzeige der SPK ist keine strafrechtliche Verurteilung.
Nicht nur tatsächliche Geschäfte – auch Social Media im Visier
Parallel zu den Untersuchungen tatsächlicher Börsentransaktionen gehen türkische Behörden gegen mutmaßlich manipulative Börseninformationen in sozialen Netzwerken vor.
Ein Beispiel ist der X-Account „bySerez“.
Die Staatsanwaltschaft leitete nach einer Eingabe der SPK Ermittlungen wegen Veröffentlichungen ein, die sich 2023 auf neun an der Borsa İstanbul gehandelte Aktien bezogen haben sollen. Der Vorwurf lautet auf informationsbasierte Marktmanipulation. Anfang September wurden in diesem Zusammenhang vier Verdächtige festgenommen; nach einer weiteren Person wurde gesucht.
Ein anderer Ermittlungsstrang betrifft den X-Account „HECTORAS58“.
Dort sollen zwischen Mai 2023 und Juli 2024 manipulative Beiträge zur Aktie des Technologieunternehmens Aztek Teknoloji Ürünleri Ticaret AŞ veröffentlicht worden sein. Im September 2026 wurden deshalb elf Verdächtige festgenommen, nach drei weiteren wurde gesucht.
246 Social-Media-Konten gesperrt
Die Dimension der Social-Media-Untersuchungen ist noch größer.
Nach Angaben des türkischen Justizministeriums ordnete ein Istanbuler Gericht die Sperrung von 246 Social-Media-Konten an, denen spekulative Veröffentlichungen vorgeworfen wurden, die bei Anlegern Angst oder Panik auslösen könnten.
In einem weiteren Verfahren der Staatsanwaltschaft Bakırköy wurden nach Angaben des Justizministeriums 16 Beschuldigte in Untersuchungshaft genommen.
Auch diese Verfahren müssen von den Untersuchungen rund um einzelne Fonds und Beteiligungsgesellschaften unterschieden werden. Es handelt sich um mehrere Ermittlungsstränge, die zeitlich und thematisch teilweise zusammenfallen.
Die Fonds sind möglicherweise der Schlüssel zum Verständnis
Der wahrscheinlich wichtigste Aspekt der türkischen Entwicklung liegt jedoch bei den Investmentfonds.
Denn die SPK räumt selbst ein, bereits Ende 2025 ungewöhnliche Kursbewegungen beobachtet zu haben, die nach Einschätzung der Behörde wirtschaftlich nicht durch Fundamentaldaten erklärbar gewesen seien.
Gerade Aktien mit geringem tatsächlichem Streubesitz sind grundsätzlich anfälliger für starke Preisbewegungen, weil vergleichsweise geringe Handelsvolumina größere Auswirkungen auf den Kurs haben können.
Wenn Investmentfonds erhebliche Positionen in solchen Aktien halten oder untereinander Geschäfte stattfinden, kann zusätzlich die Frage entstehen, ob der Börsenkurs noch einen tatsächlich liquiden Marktpreis widerspiegelt.
Genau in diesem Bereich hat die SPK inzwischen regulatorisch eingegriffen.
SPK änderte Bewertungsregeln
Eine weitere Änderung betrifft die Bewertung bestimmter Fondsanlagen.
Nach Darstellung der SPK wurde zum 31. Juli 2026 eine Regel geändert, nach der bestimmte an der Börse gehandelte Beteiligungen von Immobilien- und Venture-Capital-Fonds nicht mehr einfach anhand des Börsenpreises im Fondsvermögen bewertet werden dürfen, sondern anhand ihres Nettoinventarwerts.
Die SPK erklärt ausdrücklich, damit verhindert zu haben, dass bei bestimmten Fonds der Nettoinventarwert auf Grundlage solcher Börsenpreise fiktiv berechnet werden könne.
Diese Formulierung der Aufsichtsbehörde ist bemerkenswert, weil sie zeigt, dass das Problem aus Sicht der SPK nicht allein in einzelnen Aktiengeschäften lag, sondern auch Auswirkungen auf die Bewertung von Fondsvermögen haben konnte.
Auch die Regeln für qualifizierte Anleger wurden verschärft
Bereits im Dezember 2025 hatte die SPK zudem die Anforderungen für sogenannte qualifizierte Anleger erheblich angehoben.
Die erforderliche Summe an Finanzvermögen wurde nach Angaben der Behörde von einer Million Türkischen Lira auf zehn Millionen Lira erhöht.
Es handelt sich damit um eine Verzehnfachung der Schwelle.
Auch dies war Teil der Reaktion auf die zuvor beobachteten Entwicklungen im Fondsmarkt.
Ermittler wollen Geld- und Kryptoströme rekonstruieren
Besonders interessant für den weiteren Verlauf dürfte die Arbeit der türkischen Finanzermittlungsbehörde MASAK werden.
Die Staatsanwaltschaft hat ausdrücklich Finanzdaten seit 2024 angefordert.
Untersucht werden sollen unter anderem sämtliche Geldzuflüsse und Geldabflüsse sowie Überweisungen und Kryptotransfers ins Ausland.
Daraus folgt allerdings noch nicht, dass solche Transfers rechtswidrig waren. Die Behörden versuchen zunächst, die Geldbewegungen nachzuvollziehen und mögliche Zusammenhänge festzustellen.
Für die weitere strafrechtliche Bewertung dürfte entscheidend sein, ob sich ein Zusammenhang zwischen verdächtigen Börsentransaktionen, Fondsbewegungen und anschließenden Vermögenstransfers nachweisen lässt.
Warum Anleger in Deutschland die Entwicklung beobachten sollten
Auch für deutsche Anleger ist die Entwicklung interessant.
Nicht deshalb, weil bislang belegt wäre, dass deutsche Anleger in größerem Umfang unmittelbar betroffen sind. Dafür liefern die ausgewerteten türkischen Quellen derzeit keine belastbaren Belege.
Der Fall zeigt vielmehr exemplarisch, welche Risiken entstehen können, wenn Aktien mit geringem Streubesitz, Investmentfonds, Vermögensverwaltung und Börsenkommunikation miteinander verknüpft sind.
Ein stark steigender Börsenkurs ist kein Beleg dafür, dass sich der fundamentale Wert eines Unternehmens entsprechend erhöht hat.
Gerade bei marktengen Aktien sollte deshalb geprüft werden, wie hoch der tatsächliche Streubesitz ist, welche Fonds größere Positionen halten, wie hoch das tägliche Handelsvolumen ist und ob außergewöhnliche Kursbewegungen durch Unternehmensnachrichten oder fundamentale Entwicklungen nachvollziehbar sind.
Was bislang feststeht – und was nicht
Der Begriff „türkischer Börsenskandal“ beschreibt inzwischen einen erheblichen öffentlichen und aufsichtsrechtlichen Vorgang. Juristisch muss allerdings genauer unterschieden werden.
Fest steht, dass die SPK außergewöhnliche Kursbewegungen untersucht und weitreichende regulatorische Maßnahmen getroffen hat. Fest steht ebenfalls, dass die Istanbuler Staatsanwaltschaft umfangreiche strafrechtliche Ermittlungen führt, zahlreiche Personen festgenommen wurden und bis zum 28. September 2026 insgesamt 51 Beschuldigte in Untersuchungshaft waren. Ebenso hat die SPK im Zusammenhang mit TRHOL-Geschäften Strafanzeigen gegen 37 Personen beschlossen.
Nicht fest steht dagegen, dass sämtliche Beschuldigten die ihnen vorgeworfenen Straftaten tatsächlich begangen haben. Untersuchungshaft, Vermögenssicherungsmaßnahmen, Handelsverbote und Strafanzeigen ersetzen keine rechtskräftigen strafgerichtlichen Entscheidungen.
Ebenso wäre es falsch, jedes in den Ermittlungsunterlagen erwähnte Unternehmen pauschal als Täter oder Bestandteil eines einheitlichen Manipulationssystems darzustellen.
Der entscheidende Punkt: Aus Einzelfällen wird eine Strukturfrage
Die vielleicht wichtigste Erkenntnis der Recherche liegt deshalb weniger in einzelnen prominenten Namen.
Die türkische Kapitalmarktaufsicht beschreibt selbst ein strukturelles Problem: bestimmte Fonds, Aktien mit niedrigem Streubesitz, außergewöhnliche Kursbewegungen, Beziehungen zwischen Marktteilnehmern und Bewertungsfragen innerhalb von Fonds.
Dass die SPK ihre Regeln inzwischen verändert hat, zeigt, dass die Behörden die Angelegenheit nicht ausschließlich strafrechtlich betrachten.
Parallel versuchen Staatsanwaltschaft und MASAK herauszufinden, wer welche Geschäfte durchgeführt hat, wohin Geld geflossen ist und ob hinter einzelnen Transaktionen strafrechtlich relevante Strukturen standen.
Mit 51 Untersuchungshäftlingen, Ermittlungen zu Geld- und Kryptotransfers, zahlreichen betroffenen Marktakteuren, separaten Social-Media-Verfahren und neuen Strafanzeigen der SPK gegen 37 Personen hat die Angelegenheit inzwischen eine erhebliche Dimension erreicht.
Wie groß ein möglicher finanzieller Schaden für Anleger tatsächlich ist, welche konkreten Transaktionen strafrechtlich Bestand haben werden und wer am Ende persönlich verantwortlich gemacht werden kann, ist dagegen noch offen.
Die türkischen Ermittlungen dauern an.