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Heizkosten vor dem Winter: Heizöl explodiert, Gaspreise könnten folgen

Etadly (CC0), Pixabay

Der kommende Heizwinter könnte für viele Haushalte deutlich teurer werden. Besonders Heizölkunden spüren den Preisanstieg bereits, während bei Gas wegen vergleichsweise niedriger Speicherstände Unsicherheit herrscht. Bei Fernwärme fällt die Entwicklung dagegen regional sehr unterschiedlich aus. Das geht aus einem Bericht von BR24 vom 25. September 2026 hervor.

Besonders drastisch ist die Entwicklung beim Heizöl. Nach den im Bericht genannten Daten kostete ein Liter vor einem Jahr noch rund 90 Cent brutto, aktuell seien es etwa 1,73 Euro. Als wesentlichen Grund nennt der Bericht den Krieg zwischen den USA und dem Iran und die Blockade der Straße von Hormus, die die Rohölpreise an den internationalen Märkten nach oben treibe.

Die Beratungsgesellschaft co2online rechnet demnach für 2026 mit einem Anstieg der jährlichen Heizölkosten um 24 Prozent. Für eine beispielhafte 70-Quadratmeter-Wohnung in einem Mehrfamilienhaus würden die Kosten von rund 1.030 Euro auf 1.275 Euro steigen.

Gas: Speicher nur zu 57 Prozent gefüllt

Auch beim Gas richtet sich der Blick auf den Winter. Deutschlands Gasspeicher sind laut dem Bericht derzeit lediglich zu rund 57 Prozent gefüllt. Dadurch gewinnt die Entwicklung der Weltmarktpreise an Bedeutung.

Für private Haushalte muss das allerdings nicht unmittelbar höhere Rechnungen bedeuten. Viele Energieversorger sichern ihre Einkaufspreise längerfristig ab. In der bundesweiten Prognose von co2online wird für 2026 deshalb sogar noch mit einem Rückgang der Gasheizkosten um vier Prozent gerechnet.

Doch erste regionale Preiserhöhungen zeigen, dass dies nicht überall so bleiben muss. Die Nürnberger N-Ergie will ihre Erdgaspreise zum 1. November erhöhen. Für einen Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 18.000 Kilowattstunden entspricht das laut Unternehmen einer Steigerung von etwa 16 Prozent. Als Ursache werden höhere Preise an den Erdgas-Handelsmärkten genannt.

In Augsburg sieht es zunächst anders aus: Die dortigen Stadtwerke erklärten gegenüber BR24, ihre Gaspreise sollten bis zum Jahreswechsel stabil bleiben.

Fernwärme: Wohnort entscheidet über den Preis

Bei der Fernwärme prognostiziert der Heizspiegel für 2026 im bundesweiten Durchschnitt lediglich einen Anstieg um ein Prozent. Hinter diesem Durchschnitt verbergen sich allerdings erhebliche regionale Unterschiede.

So weist N-Ergie laut Bericht derzeit einen Netto-Fernwärmepreis von 8,83 Cent je Kilowattstunde aus. Bei den Stadtwerken München sind es 10,57 Cent. Die Stadtwerke Augsburg haben steigende Fernwärmepreise angekündigt.

Wie sich die Preise entwickeln, hängt unter anderem davon ab, welche Energieträger ein Fernwärmenetz nutzt und wie die jeweilige Preisformel ausgestaltet ist. Ein hoher Anteil erneuerbarer Energien oder Abwärme kann Preissteigerungen dämpfen.

Für Verbraucher bedeutet das: Eine allgemeingültige Antwort auf die Frage, wie teuer der Heizwinter wird, gibt es nicht. Heizölkunden sind nach den vorliegenden Zahlen bereits mit einem massiven Preissprung konfrontiert. Bei Gas könnten Preissteigerungen je nach Anbieter zeitversetzt ankommen, während bei Fernwärme der jeweilige Wohnort und das örtliche Wärmenetz besonders wichtig sind.

Quelle: BR24, Bericht „Gas, Öl, Fernwärme: Wie teuer wird der Heizwinter?“, 25. September 2026; darin Angaben von co2online, Heizoel24, Energieversorgern und dem Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft.

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