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Windpark Heimbach-Vlatten: Verbindlichkeiten springen auf 17,7 Millionen Euro

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Beim Windpark Heimbach-Vlatten Nr. 21 GmbH & Co. KG hat sich die Bilanz innerhalb eines Jahres grundlegend verändert.

Die Bilanzsumme steigt zum 31. Dezember 2025 von 9,28 Millionen auf 21,39 Millionen Euro. Das entspricht rechnerisch einem Zuwachs von rund 130,5 Prozent.

Treiber dieser Entwicklung ist vor allem das Sachanlagevermögen. Gleichzeitig steigt auf der Finanzierungsseite die Verschuldung massiv.

Die Verbindlichkeiten erhöhen sich von 4,89 Millionen Euro auf 17,67 Millionen Euro – ein Plus von rund 12,78 Millionen Euro beziehungsweise 261 Prozent.

Das Eigenkapital entwickelt sich dagegen in die entgegengesetzte Richtung.

Es sinkt von 3,95 Millionen auf 3,32 Millionen Euro.

Damit zeigt der Jahresabschluss 2025 vor allem eines: Bei der Gesellschaft ist im vergangenen Jahr ein erheblicher Investitions- und Finanzierungsschub bilanziell sichtbar geworden.

Anlagevermögen steigt um fast 13 Millionen Euro

Besonders deutlich ist die Veränderung auf der Aktivseite.

Ende 2024 standen 7,33 Millionen Euro Anlagevermögen in der Bilanz.

Ein Jahr später sind es 20,27 Millionen Euro.

Das entspricht einem Zuwachs um rund 12,94 Millionen Euro beziehungsweise 176 Prozent.

Nahezu der gesamte Betrag entfällt auf Sachanlagen. Diese steigen von 7,334 Millionen auf 20,273 Millionen Euro.

Die Finanzanlagen spielen mit lediglich 600 Euro praktisch keine Rolle.

Der Abschluss erläutert grundsätzlich, dass Sachanlagen zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten angesetzt und – soweit abnutzbar – um planmäßige Abschreibungen vermindert werden.

Welche konkreten Investitionen den außergewöhnlich hohen Zuwachs des Sachanlagevermögens 2025 verursacht haben, wird im vorgelegten Anhang allerdings nicht näher erläutert.

Deshalb sollte aus den Bilanzzahlen allein nicht abgeleitet werden, welche konkreten Anlagen 2025 errichtet, erweitert oder aktiviert wurden.

Bilanzsumme mehr als verdoppelt

Die Folgen des Investitionsanstiegs sind in der Gesamtbilanz deutlich sichtbar.

Die Bilanzsumme entwickelt sich von

9,28 Millionen Euro Ende 2024

auf

21,39 Millionen Euro Ende 2025.

Damit stehen innerhalb eines Jahres mehr als zwölf Millionen Euro zusätzliche Vermögenswerte in der Bilanz.

Das Umlaufvermögen entwickelt sich dagegen rückläufig.

Es sinkt von 1,93 Millionen auf 1,10 Millionen Euro.

Besonders stark reduzieren sich dabei die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände: von 967.730 Euro auf nur noch 234.269 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um rund 75,8 Prozent.

Bankguthaben sinkt moderat

Die liquiden Mittel verändern sich wesentlich weniger stark.

Ende 2024 verfügte die Gesellschaft über rund 961.315 Euro an Kassenbestand und Bankguthaben.

Ende 2025 sind es noch 869.999 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um rund 91.316 Euro beziehungsweise 9,5 Prozent.

Die Gesellschaft verfügte zum Bilanzstichtag damit weiterhin über knapp 870.000 Euro an ausgewiesenen liquiden Mitteln.

Aus diesem Betrag allein lässt sich allerdings nicht ableiten, wie komfortabel die tatsächliche Liquiditätssituation ist. Dafür müssten insbesondere laufende Einnahmen, Ausgaben, Zins- und Tilgungszahlungen sowie Zahlungszeitpunkte betrachtet werden.

Eine Kapitalflussrechnung ist in den vorgelegten Angaben nicht enthalten.

Verbindlichkeiten explodieren auf 17,67 Millionen Euro

Die größte Veränderung auf der Passivseite betrifft die Verbindlichkeiten.

Ende 2024 lagen sie bei:

4.890.816,58 Euro.

Ende 2025 sind es:

17.669.977,15 Euro.

Damit haben sie sich innerhalb eines Jahres mehr als verdreifacht.

Der absolute Zuwachs beträgt rund 12,78 Millionen Euro.

Rechnerisch entspricht das einer Steigerung um rund 261 Prozent.

Das Ausmaß des Anstiegs ähnelt dem Zuwachs beim Anlagevermögen. Daraus lässt sich erkennen, dass die Bilanz 2025 sowohl auf der Vermögens- als auch auf der Finanzierungsseite massiv gewachsen ist.

Eine konkrete Zuordnung, welche Verbindlichkeiten welche Investitionen finanziert haben, liefert der vorgelegte Abschluss jedoch nicht.

Fast die gesamten Verbindlichkeiten sind langfristig

Für die Beurteilung der Verschuldung ist die Laufzeit besonders wichtig.

Und hier liefert der Abschluss eine entscheidende Information.

Im Anhang heißt es, dass 17.357.808,23 Euro der Verbindlichkeiten eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr besitzen.

Das sind rechnerisch rund 98,2 Prozent aller Verbindlichkeiten.

Nur ein kleiner Teil wird dort als kurzfristig ausgewiesen.

Das spricht dafür, die Höhe der Gesamtverbindlichkeiten nicht mit einer kurzfristig fälligen Zahlungslast gleichzusetzen.

Die Gesellschaft muss also nicht die gesamten 17,67 Millionen Euro innerhalb kurzer Zeit zurückzahlen.

Auffällige Differenz zwischen Bilanz und Anhang

Allerdings enthält der vorgelegte Jahresabschluss an genau diesem Punkt eine bemerkenswerte Unstimmigkeit.

In der Bilanz wird für Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr ein Betrag von lediglich

45.935,22 Euro

genannt.

Im Anhang heißt es dagegen:

312.168,92 Euro.

Auch die Angaben für Verbindlichkeiten von mehr als einem Jahr unterscheiden sich entsprechend.

Die Bilanz nennt hier 17.624.041,93 Euro, während der Anhang 17.357.808,23 Euro ausweist.

Die Differenz beträgt jeweils 266.233,70 Euro.

Interessanterweise ergeben beide Aufteilungen zusammen exakt die gesamten Verbindlichkeiten von 17.669.977,15 Euro.

Aus den vorgelegten Unterlagen lässt sich nicht erkennen, warum zwei unterschiedliche Laufzeitenaufteilungen angegeben werden.

Eine der beiden Darstellungen als eindeutig richtig zu behandeln, wäre deshalb ohne weitere Unterlagen nicht gerechtfertigt.

Eigenkapital sinkt um 626.000 Euro

Während die Bilanz massiv wächst, nimmt das ausgewiesene Eigenkapital ab.

Ende 2024 waren es noch:

3.945.776,27 Euro.

Ende 2025 sind es:

3.319.605,66 Euro.

Der Rückgang beträgt damit 626.170,61 Euro beziehungsweise rund 15,9 Prozent.

Ein Bilanzgewinn oder Bilanzverlust wird jeweils mit null Euro ausgewiesen.

Bemerkenswert ist die Veränderung der Eigenkapitalquote.

2024 entsprach das Eigenkapital rechnerisch noch rund 42,5 Prozent der Bilanzsumme.

2025 sind es aufgrund des starken Bilanzwachstums nur noch rund 15,5 Prozent.

Die Quote ist damit innerhalb eines Jahres erheblich zurückgegangen.

Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass die Gesellschaft einen entsprechenden Jahresverlust erzielt hat. Der vorgelegte Abschluss enthält keine vollständige Gewinn-und-Verlust-Rechnung, aus der sich Ergebnis und Ergebnisverwendung nachvollziehen ließen.

Rückstellungen gehen leicht zurück

Die Rückstellungen sinken ebenfalls.

Sie reduzieren sich von 445.599 Euro auf 404.934 Euro.

Der Anhang nennt dabei ausdrücklich auch eine Rückstellung für Rückbauverpflichtungen. Diese wurde nach Angaben und Berechnungen der Geschäftsführung berücksichtigt.

Wie hoch speziell diese Rückbaurückstellung ist, geht aus den vorgelegten Angaben allerdings nicht hervor.

Damit lässt sich auch nicht bestimmen, welcher Anteil der insgesamt 404.934 Euro auf einen späteren Rückbau entfällt.

Gesellschafterverbindlichkeiten deutlich niedriger

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern spielen im Verhältnis zur Gesamtverschuldung nur eine kleine Rolle.

Sie sinken von 45.450 Euro auf 17.100 Euro.

Der enorme Anstieg der gesamten Verbindlichkeiten lässt sich damit offensichtlich nicht durch einen entsprechenden Anstieg dieses Postens erklären.

Welche Gläubiger hinter den übrigen rund 17,65 Millionen Euro stehen, wird in dem vorgelegten Anhang nicht weiter aufgeschlüsselt.

Insbesondere sollte deshalb ohne zusätzliche Angaben nicht behauptet werden, die gesamten langfristigen Verbindlichkeiten seien Bankkredite.

Keine eigenen Beschäftigten

Der Windpark beschäftigt nach den Angaben im Anhang keine eigenen Arbeitnehmer.

Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer wird mit 0,0 angegeben.

Das ist für eine Projektgesellschaft grundsätzlich kein ungewöhnliches Modell. Daraus lässt sich jedoch ohne weitere Informationen nicht ableiten, welche externen Gesellschaften Betriebsführung, Wartung, Verwaltung oder andere Aufgaben übernehmen.

Externe Daten weisen auf Windenergieprojekt in Vlatten hin

Außerhalb des Jahresabschlusses finden sich Hinweise auf die Größenordnung des Projekts.

Ein öffentlich zugängliches Projektverzeichnis, das Ausschreibungsdaten auswertet, führt für die Windpark Heimbach-Vlatten Nr. 21 GmbH & Co. KG einen Windenergie-Zuschlag aus dem Jahr 2023 über 13,5 MW in der Gemarkung Vlatten auf. Diese externe Information ist allerdings nicht Bestandteil des hier ausgewerteten Jahresabschlusses und sagt für sich genommen nicht aus, welche Anlagen Ende 2025 tatsächlich in Betrieb waren.

Der Jahresabschluss selbst enthält weder Angaben zur Zahl der Windenergieanlagen noch zu deren Leistung oder zur 2025 erzeugten Strommenge.

Entscheidende Ergebniszahlen fehlen

Damit stößt eine wirtschaftliche Bewertung des Windparks an eine wichtige Grenze.

Aus dem vorgelegten Abschluss erfahren wir nicht, wie hoch 2025

der Umsatz,

die Stromproduktion,

der Jahresüberschuss oder Jahresfehlbetrag,

die Abschreibungen,

der Zinsaufwand

oder der operative Cashflow

waren.

Gerade angesichts von 17,67 Millionen Euro Verbindlichkeiten wären diese Informationen besonders interessant.

Denn für die langfristige wirtschaftliche Tragfähigkeit eines fremdfinanzierten Windenergieprojekts ist nicht allein die absolute Schuldenhöhe entscheidend.

Wesentlich ist vielmehr, ob die Anlage dauerhaft genügend Einnahmen und Liquidität erwirtschaftet, um Betrieb, Instandhaltung sowie Zins- und Tilgungsverpflichtungen zu finanzieren.

Genau das lässt sich anhand der veröffentlichten Bilanz nicht abschließend beurteilen.

Fazit: 2025 verändert sich die Bilanz grundlegend

Der Jahresabschluss 2025 der Windpark Heimbach-Vlatten Nr. 21 GmbH & Co. KG zeigt einen massiven Wachstumsschritt.

Das Anlagevermögen steigt von 7,33 auf 20,27 Millionen Euro.

Die Bilanzsumme wächst von 9,28 auf 21,39 Millionen Euro.

Gleichzeitig erhöhen sich die Verbindlichkeiten von 4,89 auf 17,67 Millionen Euro.

Das Eigenkapital sinkt dagegen von 3,95 auf 3,32 Millionen Euro, wodurch die rechnerische Eigenkapitalquote von rund 42,5 auf 15,5 Prozent fällt.

Der überwiegende Teil der Verbindlichkeiten ist nach beiden im Abschluss enthaltenen Laufzeitendarstellungen längerfristig.

Auffällig bleibt allerdings die Differenz zwischen Bilanz und Anhang bei der exakten Aufteilung der kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten. Ohne weitere Erläuterung lässt sich diese Abweichung nicht auflösen.

Damit liefert der Abschluss ein klares Bild des enormen Investitions- und Finanzierungswachstums – aber noch kein vollständiges Bild der Ertragskraft.

Die entscheidende Frage für die kommenden Abschlüsse wird deshalb sein, welche Erträge das stark gewachsene Anlagevermögen erwirtschaftet und wie sich die hohe langfristige Finanzierung entwickelt.

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