Private Pflegeanbieter kritisieren den bürokratischen Aufwand beim Umgang mit den Versichertenkarten von Pflegebedürftigen. Nach Angaben des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste müssen Pflegekräfte die Karten immer wieder zu Arztpraxen bringen, damit sie dort eingelesen werden können.
Gerade bei pflegebedürftigen Menschen, die nicht selbst in eine Arztpraxis kommen können, führt dies nach Darstellung der Pflegeanbieter zu zusätzlichem Aufwand. Mitarbeiter müssen die Versichertenkarte abholen beziehungsweise mitnehmen, zur Arztpraxis bringen und anschließend wieder zurückbringen.
Diese Zeit fehlt nach Ansicht der Branche bei der eigentlichen Betreuung der Pflegebedürftigen.
Pflegeverband fordert einfachere digitale Lösung
Der Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste, Bernd Meurer, bezeichnet den derzeitigen Aufwand als nicht mehr zeitgemäß. Angesichts der steigenden Zahl pflegebedürftiger Menschen werde jede verfügbare Arbeitsminute für die Versorgung benötigt.
Seine Forderung lautet deshalb, die Digitalisierung so einzusetzen, dass solche zusätzlichen Wege möglichst entfallen.
Vereinfacht gesagt geht es um die Frage: Warum müssen Pflegekräfte eine Versichertenkarte körperlich in eine Arztpraxis bringen, wenn die notwendigen Versicherungsinformationen grundsätzlich digital verarbeitet werden können?
Nach Auffassung des Verbandes sollte Digitalisierung nicht zu zusätzlichen Arbeitsschritten führen, sondern die Beschäftigten in Pflegeeinrichtungen und Pflegediensten tatsächlich entlasten.
Gerade vor dem Hintergrund des Personalmangels in der Pflege fordert die Branche deshalb einfachere Verfahren. Die eingesparte Arbeitszeit könnte dann unmittelbar für die Versorgung und Betreuung der Pflegebedürftigen eingesetzt werden.