Bei unserer Recherche ließen sich sieben konkret benannte Domains finden, die innerhalb dieses Zeitraums neu registriert oder erstmals aktuell als betrügerisch gemeldet wurden. Eine vollständige Liste kann es nicht geben: Viele Fake-Seiten bleiben nur wenige Tage online, wechseln ihre Adresse oder werden von Behörden und Suchmaschinen erst mit Verzögerung erfasst.
Aktuell gemeldete Domains
| Verdächtige Domain – nicht aufrufen | Masche | Zeitliche Einordnung | Gefahr |
|---|---|---|---|
dresdnerhuette.de |
Kopie eines echten Beherbergungsbetriebs | Registriert am 10.09.2026 | Abgreifen von Namen, Reisedaten, E-Mail-Adresse und Telefonnummer |
landhotel-wachau.de |
Gefälschter Hotelauftritt | Registriert am 10.09.2026 | Datendiebstahl und mögliche spätere Zahlungsaufforderungen |
hotel-seetal.de |
Kopie einer echten Hotelwebsite | Registriert am 10.09.2026 | Falsche Buchungsanfragen, Kontakt- und Zahlungsbetrug |
salzburgerhof-dienten.com |
Gefälschte Hotelseite | Bereits am 11.08.2026 registriert, aber im Untersuchungszeitraum neu gemeldet | Datensammlung und möglicher Anzahlungsbetrug |
babymio-tirol.com |
Kopie eines Familienhotels | Am 11.08.2026 registriert, inzwischen offenbar abgeschaltet | Abgreifen von Kontaktdaten; spätere Betrugsanrufe möglich |
school-battles.com |
Angebliche Abstimmung für einen Tanzwettbewerb | Registriert am 14.09.2026 | Übernahme von WhatsApp-Konten |
id-austria.info beziehungsweise Unterseite /erneuerung |
Gefälschtes ID-Austria-Portal | Am 10.09.2026 aktuell gemeldet | Diebstahl von Personen-, Bank- und Kartendaten |
Die Hotelseiten übernehmen teilweise Bilder, Texte, Kontaktdaten und sogar das Impressum realer Betriebe. Dadurch wirken sie überzeugender als klassische Fakeshops. Zunächst wird häufig noch keine Zahlung verlangt. Stattdessen sammeln die Betreiber Buchungs- und Kontaktdaten, um Betroffene später gezielt anzurufen oder ihnen eine gefälschte Zahlungsaufforderung zu schicken. Das geht aus der aktuellen Warnung von Watchlist Internet zu Hotelkopien hervor.
Besonders gefährlich: Übernahme von WhatsApp-Konten
Die Seite school-battles.com präsentiert einen angeblichen Tanzwettbewerb. Der Link wird häufig über ein bereits gekapertes WhatsApp-Konto von einem vermeintlichen Freund verschickt. Für die Abstimmung sollen Nutzer ihre Telefonnummer eingeben und anschließend einen Code übermitteln oder einen QR-Code scannen.
Tatsächlich wird damit ein fremdes Gerät mit dem WhatsApp-Konto verbunden. Danach schreiben die Täter die gespeicherten Kontakte an und bitten beispielsweise um 670 Euro für eine angebliche Zahnarztrechnung. Die Einzelheiten beschreibt die Warnung zur Tanz-Voting-Masche.
Gefälschtes Behördenportal
Über SMS-Nachrichten wird außerdem behauptet, die österreichische ID Austria müsse verlängert oder erneuert werden. Der Link führt auf id-austria.info/erneuerung. Dort werden persönliche Angaben und Bankdaten verlangt. Anschließend können sich Betrüger telefonisch als Bankmitarbeiter ausgeben und eine angebliche Sicherheitsüberweisung fordern.
Diese Masche richtet sich vor allem an Menschen in Österreich, kann aber ebenso deutsche Verbraucher mit österreichischen Kontakten oder Konten erreichen. Näheres enthält die Warnung zum ID-Austria-Phishing.
Weitere derzeit aktive Fake-Auftritte
In den vergangenen Tagen wurden außerdem Phishing-Seiten gemeldet, die sich als folgende Unternehmen oder Behörden ausgeben:
- FinanzOnline beziehungsweise das österreichische Finanzministerium
- Österreichische Gesundheitskasse
- Spotify
- American Express
Bei diesen Kampagnen wechseln die Internetadressen sehr schnell. Eine einzelne Domain zu veröffentlichen wäre daher wenig hilfreich und könnte schon nach wenigen Stunden veraltet sein.
So erkennen Verbraucher solche Seiten
Besondere Vorsicht ist geboten, wenn eine Seite:
- erst vor wenigen Tagen registriert wurde,
- über eine SMS oder WhatsApp-Nachricht erreicht wird,
- einen Bestätigungscode oder das Scannen eines QR-Codes verlangt,
- mit einer Kontosperrung oder ablaufenden Identifikation droht,
- ausschließlich Überweisung, Kryptowährung oder Vorkasse akzeptiert,
- außergewöhnlich niedrige Preise oder freie Hotelzimmer trotz ausgebuchter Konkurrenz anbietet,
- zwar ein vollständiges Impressum besitzt, dessen Angaben aber offenbar von einer anderen Seite kopiert wurden.
Ein Impressum allein ist kein Echtheitsbeweis. Bei Hotels sollte die Telefonnummer über eine unabhängige Quelle gesucht und die Buchung telefonisch bestätigt werden. Bei Onlineshops hilft der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale.
Wer bereits Zugangsdaten, Kartendaten oder einen WhatsApp-Code eingegeben hat, sollte unverzüglich Bank beziehungsweise Kartenanbieter verständigen, unbekannte verknüpfte WhatsApp-Geräte entfernen, Passwörter ändern und seine Kontakte warnen. Bereits geleistete Zahlungen sollten außerdem bei der Polizei angezeigt werden.