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Deka-PB Multi Asset Selection: Starkes Geschäftsjahr, aber Kosten und Langfristrendite bleiben im Blick

geralt (CC0), Pixabay

Der Deka-PB Multi Asset Selection hat das Geschäftsjahr 2025/26 mit einer überzeugenden Wertentwicklung abgeschlossen. Der defensiv ausgerichtete Multi-Asset-Fonds erzielte im Berichtszeitraum eine Performance von 10,0 %. Besonders profitiert hat das Portfolio von steigenden internationalen Aktienmärkten sowie der positiven Entwicklung des Goldpreises. Auf längere Sicht fällt die Bilanz allerdings deutlich verhaltener aus: Über drei Jahre beträgt die durchschnittliche jährliche Rendite 5,0 %, über fünf Jahre lediglich 2,3 % p. a. Damit zeigt sich, dass das außergewöhnlich gute letzte Geschäftsjahr die langfristig eher moderate Entwicklung deutlich überzeichnet.

Defensive und breit diversifizierte Portfoliostruktur

Der Fonds verfolgt einen aktiven, defensiven Multi-Asset-Ansatz und investiert überwiegend über andere Investmentfonds und ETFs. Zum 31. Mai 2026 bestanden 57,6 % des Fondsvermögens aus Rentenfonds, 32,5 % aus Aktienfonds und 9,6 % aus Rohstoffzertifikaten auf Gold. Lediglich 0,3 % entfielen auf Barreserven und sonstige Positionen. Diese Aufteilung entspricht grundsätzlich dem strategischen Zielbild von rund 60 % Anleihen, 30 % Aktien und 10 % Gold.

Die hohe Rentenquote begrenzt grundsätzlich das Schwankungsrisiko gegenüber einem reinen Aktienfonds, während die Aktienquote die Teilnahme an steigenden Börsen ermöglicht. Gold dient zusätzlich als Diversifikations- und Absicherungsbaustein. Positiv ist außerdem die geografische Streuung der Aktienanlagen über die USA, Europa und Schwellenländer. Gleichzeitig waren rund 17,7 % des Portfolios in US-Dollar-Anlagen investiert, sodass für Euro-Anleger ein nicht unerhebliches Fremdwährungsrisiko verbleibt.

Ergebnisqualität überzeugt im Berichtsjahr

Auch die Ergebnisrechnung zeigt ein erfolgreiches Geschäftsjahr. Insgesamt wurde ein Jahresergebnis von 3,67 Mio. Euro beziehungsweise 10,22 Euro je Anteil erzielt. Davon entfielen rund 2,12 Mio. Euro auf realisierte Veräußerungsgewinne nach Abzug realisierter Verluste. Weitere rund 1,51 Mio. Euro resultierten aus der positiven Veränderung nicht realisierter Ergebnisse. Das Ergebnis beruhte damit nicht ausschließlich auf Buchgewinnen, sondern zu einem erheblichen Teil auf tatsächlich realisierten Wertsteigerungen.

Für Anleger wurde eine Ausschüttung von 2,50 Euro je Anteil beschlossen. Gleichzeitig wurden erhebliche Erträge auf neue Rechnung vorgetragen, sodass der Fonds einen wesentlichen Teil seiner verfügbaren Mittel im Vermögen belässt.

Kosten sind ein wesentlicher Kritikpunkt

Ein wichtiger Punkt aus Anlegersicht ist die Kostenbelastung. Die Gesamtkostenquote beträgt 1,54 % pro Jahr, wobei Transaktionskosten hierin noch nicht enthalten sind. Da der Fonds überwiegend als Dachfonds in andere Fonds und ETFs investiert, entstehen zusätzlich Kosten auf Ebene der Zielfonds; deren anteilige laufende Kosten werden nach Angaben des Berichts bei der Kostenberechnung berücksichtigt.

Gerade vor dem Hintergrund der langfristigen Rendite von lediglich 2,3 % p. a. über fünf Jahre ist eine laufende Kostenquote von 1,54 % relevant. In einem starken Börsenjahr wie 2025/26 fällt diese Belastung weniger ins Gewicht. In Jahren mit schwachen oder seitwärts laufenden Kapitalmärkten können die laufenden Kosten jedoch einen erheblichen Teil der erzielten Bruttorendite aufzehren.

Hinzu kommt, dass das Management zwar einen aktiven Investmentansatz verfolgt, jedoch ausdrücklich auf einen klassischen Referenzindex verzichtet. Dadurch lässt sich anhand des Jahresberichts nur eingeschränkt beurteilen, welchen zusätzlichen Mehrwert das aktive Fondsmanagement gegenüber einer einfacheren passiven 60/30/10-Strategie tatsächlich geschaffen hat. Das im Risikomanagement verwendete Vergleichsvermögen aus 60 % globalen Anleihen, 30 % globalen Aktien und 10 % Gold dient primär der Risikomessung und nicht als offizieller Performance-Benchmark.

Stark gestiegenes Fondsvolumen – allerdings vor allem durch Verschmelzung

Das Fondsvermögen erhöhte sich innerhalb eines Jahres massiv von 7,4 Mio. Euro auf 41,24 Mio. Euro. Auf den ersten Blick könnte dies als starker Anlegerzuspruch interpretiert werden. Tatsächlich stammt der größte Teil des Wachstums jedoch aus der Verschmelzung des MARS-5 MultiAsset-INVEST mit dem Fonds. Allein dadurch wurden rund 37,58 Mio. Euro übertragen. Den direkten Anteilscheinverkäufen von lediglich rund 0,61 Mio. Euro standen dagegen Rücknahmen von rund 7,52 Mio. Euro gegenüber. Ohne den Effekt der Verschmelzung ergibt sich somit ein Mittelabfluss von rund 6,9 Mio. Euro.

Für Anleger ist diese Unterscheidung wichtig: Das stark gestiegene Fondsvolumen ist nicht in erster Linie Ausdruck hoher neuer Mittelzuflüsse oder besonders hoher Nachfrage nach dem Fonds.

Risiko bleibt für einen defensiven Fonds kontrolliert

Der Fonds weist trotz Aktien-, Anleihen-, Gold- und Fremdwährungsrisiken ein insgesamt kontrolliertes Risikoprofil auf. Der durchschnittliche potenzielle Risikobetrag nach Value-at-Risk lag bei 3,76 %, der höchste Wert im Berichtszeitraum bei 4,66 %. Der Leverage nach der regulatorischen Bruttomethode betrug 110,59 %. Diese Kennzahl sollte nicht mit einer klassischen Kreditverschuldung von 110 % gleichgesetzt werden, sondern berücksichtigt insbesondere den Einsatz derivativer Positionen.

Der Bericht weist außerdem darauf hin, dass im Geschäftsjahr keine wesentlichen Liquiditätsrisiken oder besonderen operationellen Risiken festgestellt wurden. Anleger tragen jedoch weiterhin Marktpreis-, Zinsänderungs-, Bonitäts-, Aktienkurs- und Fremdwährungsrisiken. Zudem können verschiedene Zielfonds teilweise dieselben Wertpapiere oder Märkte abdecken, wodurch die tatsächliche Diversifikation geringer sein kann, als die Anzahl der eingesetzten Fonds zunächst vermuten lässt.

Nachhaltigkeit nur eingeschränktes Anlageargument

Nachhaltigkeitsaspekte werden über sogenannte Principal Adverse Impacts (PAI) in den Anlageentscheidungen berücksichtigt. Gleichzeitig stellt der Jahresbericht ausdrücklich fest, dass die Investitionen nicht die EU-Kriterien für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten berücksichtigen. Für Anleger, die einen ausgeprägten Nachhaltigkeits- oder Taxonomie-Schwerpunkt suchen, dürfte der Fonds daher nur eingeschränkt geeignet sein.

Fazit aus Anlegersicht

Der Deka-PB Multi Asset Selection präsentiert für 2025/26 ein sehr solides Geschäftsjahr. Die Kombination aus Renten, Aktien und Gold funktionierte im betrachteten Marktumfeld gut und führte zu einer zweistelligen Jahresrendite. Positiv hervorzuheben sind die breite Streuung, das defensive Risikoprofil, die erfolgreiche Beteiligung an Aktien- und Goldkurssteigerungen sowie die grundsätzlich kontrollierten Liquiditäts- und Marktrisiken.

Für eine langfristige Anlageentscheidung sollte die Einjahresperformance jedoch nicht überbewertet werden. Die Fünfjahresrendite von nur 2,3 % p. a., die laufenden Kosten von 1,54 %, das Fehlen eines klaren Performance-Benchmarks und die Tatsache, dass das starke Wachstum des Fondsvolumens nahezu vollständig auf einer Fondsverschmelzung beruht, relativieren das ausgesprochen gute Jahresergebnis.

Aus Anlegersicht ergibt sich damit ein gemischtes bis positives Bild: Der Fonds kann für Anleger interessant sein, die eine aktiv gesteuerte, defensive Komplettlösung aus Anleihen, Aktien und Gold wünschen und dafür höhere laufende Kosten akzeptieren. Für besonders kostenbewusste Anleger oder Investoren, die einen langfristig klar nachweisbaren Mehrwert des aktiven Managements erwarten, liefert der Jahresbericht dagegen noch keine überzeugende Begründung. Entscheidend wird sein, ob der Fonds die starke Performance des letzten Jahres künftig verstetigen und seine langfristige Rendite deutlich verbessern kann.

Der unabhängige Abschlussprüfer bestätigt, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den einschlägigen gesetzlichen Vorschriften entspricht und ein umfassendes Bild der tatsächlichen Verhältnisse und Entwicklungen des Sondervermögens ermöglicht.

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