Der Deka-Strategieportfolio aktiv (ISIN DE000DK0EC67) verfolgt als gemischtes Sondervermögen einen aktiven Multi-Asset-Ansatz. Ziel ist mittel- bis langfristiges Kapitalwachstum bei einer breit gestreuten Anlage und einem für die Anlageklasse angemessenen Risiko. Das Management kann die Gewichtung verschiedener Anlageklassen flexibel verändern und auch Derivate einsetzen; ein fester Vergleichsindex wird für die Steuerung des Fonds nicht verwendet.
Performance: kurzfristig stark, langfristig deutlich schwächer
Das Geschäftsjahr bis zum 31. Mai 2026 verlief aus Renditesicht erfolgreich. Der Fonds erzielte innerhalb eines Jahres eine Wertsteigerung von 9,2 %. Über drei Jahre beträgt die annualisierte Rendite 6,5 %, über fünf Jahre jedoch lediglich 1,9 % p.a.
Damit fällt die Bewertung zweigeteilt aus. Die jüngste Performance ist attraktiv und zeigt, dass das aktive Management von der Erholung verschiedener Aktienmärkte profitieren konnte. Positiv wirkten insbesondere Positionierungen in US-Kommunikationsdiensten, Schwellenländeraktien und US-Technologiewerten. Die Fünfjahresrendite von lediglich 1,9 % p.a. ist aus langfristiger Anlegersicht dagegen wenig überzeugend. Gerade bei einem aktiv gemanagten Produkt sollte geprüft werden, ob die Mehrkosten gegenüber einfacheren passiven Multi-Asset-Lösungen langfristig durch eine höhere risikobereinigte Rendite gerechtfertigt werden.
Da der Fonds für seinen Investmentansatz keinen Referenzindex verwendet, lässt sich aus dem Jahresbericht allerdings nicht eindeutig feststellen, ob das Management gegenüber einem vergleichbaren passiven Portfolio tatsächlich einen nachhaltigen Mehrwert erzielt hat.
Ausgewogene Portfoliostruktur begrenzt das Risiko
Die Vermögensaufteilung ist vergleichsweise ausgewogen. Zum Geschäftsjahresende entfielen 45,0 % auf Rentenfonds, 44,2 % auf Aktienfonds, 4,3 % auf gemischte Fonds und 6,5 % auf Barreserve und sonstige Positionen.
Damit besitzt der Fonds zwar ein erhebliches Aktienmarktrisiko, ist aber deutlich weniger offensiv positioniert als ein reiner Aktienfonds. Im Rentenbereich investiert das Management unter anderem in Staatsanleihen aus dem Euroraum, High-Yield-Unternehmensanleihen sowie Schwellenländeranleihen. Die Duration wurde aktiv gesteuert und lag Ende Mai 2026 bei lediglich 2,1 Jahren, wodurch die unmittelbare Empfindlichkeit gegenüber steigenden Marktzinsen reduziert wurde.
Gleichzeitig besteht ein relevantes Fremdwährungsrisiko. Rund 32,0 % des Fondsvermögens waren in USD-Anlagen und 3,3 % in JPY-Anlagen investiert, während Euro-Anlagen rund 58,2 % ausmachten. Währungsschwankungen können die Rendite eines Euro-Anlegers daher zusätzlich beeinflussen.
Kosten sind ein wichtiger Schwachpunkt
Die Gesamtkostenquote beträgt 1,35 % pro Jahr. Darin sind die laufenden Kosten des Sondervermögens einschließlich der anteiligen laufenden Kosten der Zielfonds berücksichtigt; Transaktionskosten sind dagegen nicht Bestandteil der Kennzahl.
Für einen aktiv gemanagten Dachfonds ist diese Kostenbelastung nicht ungewöhnlich, für Anleger bleibt sie dennoch bedeutend. Besonders im Zusammenhang mit der lediglich 1,9 % betragenden Fünfjahresrendite fällt die Kostenquote ins Gewicht: Ein erheblicher Teil der langfristigen Bruttorendite wird durch laufende Kosten aufgezehrt. Der Fonds muss deshalb dauerhaft einen deutlichen Managementmehrwert erzielen, damit sich seine Kostenstruktur gegenüber günstigeren ETF-basierten Mischportfolios rechtfertigt.
Hohe Mittelabflüsse sind ein Warnsignal
Auffällig ist die Entwicklung des Fondsvolumens. Zu Beginn des Geschäftsjahres betrug das Fondsvermögen rund 22,57 Mio. Euro, zum Ende nur noch 18,41 Mio. Euro. Ursache war nicht die Wertentwicklung, sondern ein erheblicher Netto-Mittelabfluss von 5,89 Mio. Euro. Den Mittelzuflüssen von rund 1,65 Mio. Euro standen Anteilsrücknahmen von rund 7,55 Mio. Euro gegenüber.
Das entspricht einem Nettoabfluss von rund einem Viertel des Fondsvermögens zu Beginn des Geschäftsjahres. Für Anleger ist diese Entwicklung beobachtenswert. Sie beweist zwar nicht, dass Anleger das Vertrauen in das Fondsmanagement verloren haben – größere Rückgaben können zahlreiche Ursachen haben –, zeigt jedoch, dass der Fonds derzeit keine starken Nettomittelzuflüsse verzeichnet.
Der Rückgang des Fondsvermögens ist umso bemerkenswerter, weil sich der Anteilwert gleichzeitig von 120,87 Euro auf 131,97 Euro erhöhte. Langfristig stieg der Anteilwert von 109,30 Euro im Mai 2023 auf 131,97 Euro im Mai 2026, während das Fondsvolumen im gleichen Zeitraum von 25,31 Mio. auf 18,41 Mio. Euro zurückging.
Ertrag stark von Kursgewinnen abhängig
Die laufenden Erträge des Fonds reichten nicht aus, um die laufenden Aufwendungen zu decken. Den Erträgen von rund 111.800 Euro standen Aufwendungen von rund 178.500 Euro gegenüber. Die Verwaltungsvergütung machte mit rund 157.500 Euro den größten Teil der Kosten aus.
Der wirtschaftliche Erfolg des Jahres entstand daher im Wesentlichen durch Wertsteigerungen und Veräußerungsgewinne und nicht durch laufende Zins- oder Dividendenerträge. Das ist bei einem Dachfonds nicht grundsätzlich problematisch, bedeutet für Anleger jedoch, dass die Performance besonders von der Kapitalmarktentwicklung abhängig bleibt.
Risiken bleiben trotz breiter Streuung relevant
Durch die annähernd gleichgewichtete Kombination aus Aktien und Renten ist das Gesamtrisiko grundsätzlich geringer als bei einem reinen Aktienportfolio. Dennoch bestehen Aktien-, Zins-, Währungs-, Emittenten-, Kontrahenten-, Derivate- und Zielfondsrisiken. Zusätzlich können sich verschiedene Zielfonds überschneidende Positionen halten, sodass die tatsächliche Diversifikation geringer sein kann, als die Anzahl der Fonds zunächst vermuten lässt. Wesentliche Liquiditätsprobleme traten im Berichtszeitraum allerdings nicht auf.
Der durchschnittliche Value-at-Risk lag im Geschäftsjahr bei 4,36 %, der höchste ausgewiesene Wert bei 5,55 %. Die Kennzahl basiert auf einer Haltedauer von zehn Arbeitstagen und einem Konfidenzniveau von 99 %. Damit bestätigt auch die Risikomessung, dass es sich um einen Fonds mit relevantem, aber kontrolliertem Kapitalmarktrisiko handelt.
Konzerninterne Fonds und Transaktionen sollten Anleger im Blick behalten
Ein weiterer Punkt ist die relativ hohe Nutzung von Produkten aus der eigenen Unternehmensgruppe. Zum Stichtag entfielen 35,08 % des Fondsvermögens auf gruppeneigene Investmentanteile. Zudem wurden 48,64 % der Wertpapiertransaktionen über Broker ausgeführt, die als eng verbundene Unternehmen oder Personen gelten. Das entsprechende Transaktionsvolumen betrug rund 21,24 Mio. Euro.
Dies ist kein Hinweis auf ein Fehlverhalten, aus Anlegersicht jedoch ein Transparenz- und Governance-Thema. Investoren sollten darauf achten, dass Auswahl, Handel und Kosten der konzerninternen Lösungen dauerhaft im Interesse der Fondsanleger erfolgen.
Nachhaltigkeit nur eingeschränkt ausgeprägt
Der Fonds berücksichtigt sogenannte Principal Adverse Impacts (PAI) und schließt bei ausreichender Datenlage Emittenten mit besonders schweren negativen Auswirkungen beispielsweise in Bezug auf Menschenrechte, kontroverse Waffen oder bestimmte Umweltkennzahlen aus.
Gleichzeitig stellt der Bericht ausdrücklich fest, dass die Investments nicht die EU-Kriterien für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten berücksichtigen. Für Anleger mit ausgeprägtem Nachhaltigkeitsfokus ist der Fonds daher nur eingeschränkt geeignet.
Anlegerfazit
Der Deka-Strategieportfolio aktiv hat im Geschäftsjahr 2025/26 mit +9,2 % eine überzeugende kurzfristige Performance geliefert. Die ausgewogene Mischung aus Aktien und Renten, die aktive Steuerung der Aktienquote und der Duration sowie die breite internationale Diversifikation sprechen für ein solides Risikomanagement.
Aus langfristiger Perspektive bleibt das Bild jedoch gemischt. Nur 1,9 % Rendite p.a. über fünf Jahre, laufende Kosten von 1,35 %, erhebliche Mittelabflüsse und das deutlich gesunkene Fondsvolumen sind Punkte, die Anleger kritisch betrachten sollten. Besonders die Kosten müssen durch die aktive Strategie langfristig erst verdient werden.
Aus Anlegersicht ist der Fonds daher eher als solide, aktiv gemanagte Multi-Asset-Lösung für Anleger mit mittlerer Risikobereitschaft einzustufen als als besonders renditestarkes Langfristinvestment. Für bestehende Anleger spricht das gute jüngste Geschäftsjahr nicht für einen unmittelbaren Handlungsbedarf. Bei einer Neuanlage sollte jedoch insbesondere geprüft werden, ob die aktive Steuerung und Diversifikation einen ausreichenden Mehrwert gegenüber deutlich kostengünstigeren ETF-basierten Mischportfolios bietet.
Positiv ist zudem, dass der unabhängige Abschlussprüfer bestätigt, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den einschlägigen gesetzlichen Vorschriften entspricht und ein umfassendes Bild der tatsächlichen Verhältnisse und Entwicklungen des Sondervermögens ermöglicht.