Ein kostenloses E-Bike als vermeintliche Belohnung für Nutzer des Deutschlandtickets: Mit diesem Versprechen versuchen Betrüger derzeit, persönliche Daten von Verbraucherinnen und Verbrauchern abzugreifen. Hinter den entsprechenden E-Mails steckt keine echte Gewinnaktion, sondern ein Phishing-Versuch.
Die Nachrichten setzen gezielt auf Zeitdruck und die Aussicht auf einen attraktiven Gewinn. Mit Formulierungen wie „LETZTE CHANCE“, „100% KOSTENLOS“, „NUR HEUTE“ oder „Sofortgewinn“ sollen Empfänger dazu gebracht werden, möglichst schnell auf einen Link beziehungsweise eine Schaltfläche zu klicken.
Das Deutschlandticket dient dabei vor allem als glaubwürdig wirkender Aufhänger. Aus den vorliegenden Informationen ergibt sich kein Hinweis darauf, dass das Deutschlandticket selbst oder die dahinterstehenden technischen Systeme von dem Angriff betroffen sind.
Kostenloses E-Bike soll Opfer anlocken
Der Köder ist bewusst attraktiv gewählt.
Den Empfängern der betrügerischen Nachrichten wird in Aussicht gestellt, ein E-Bike kostenlos erhalten zu können. Die vermeintliche Aktion wird mit dem Deutschlandticket in Verbindung gebracht.
Damit greifen die Täter ein Produkt auf, das vielen Menschen aus ihrem Alltag bekannt ist.
Das Ziel ist allerdings kein Gewinnspiel. Die Empfänger sollen dazu gebracht werden, den in der Nachricht enthaltenen Aufforderungen zu folgen und persönliche Informationen preiszugeben.
„Letzte Chance“ und „nur heute“ sollen Zeitdruck erzeugen
Eine zentrale Rolle spielt dabei die Gestaltung der Nachrichten.
Die Täter verwenden auffällige und besonders dringlich klingende Formulierungen. Genannt werden beispielsweise:
- „LETZTE CHANCE“
- „100% KOSTENLOS“
- „Sofortgewinn“
- „NUR HEUTE“
Zusätzlich werden Hinweise auf angeblich begrenzte Preise beziehungsweise eine nur kurzfristig bestehende Gewinnmöglichkeit eingesetzt.
Dadurch soll beim Empfänger das Gefühl entstehen, dass keine Zeit für eine genauere Überprüfung der Nachricht bleibt.
Auffällige Schaltflächen sollen zum Klick verleiten
Die Phishing-Mails beschränken sich nicht auf die Ankündigung des vermeintlichen Gewinns.
Über deutlich sichtbare Schaltflächen wie „JETZT STARTEN“ oder „UMFRAGE STARTEN“ werden die Empfänger zum nächsten Schritt aufgefordert.
Genau hier liegt die Gefahr.
Statt zu einer regulären Gewinnaktion sollen die Nutzer in eine Phishing-Masche hineingezogen werden. Das Ziel der Täter besteht nach den vorliegenden Angaben darin, an persönliche Daten zu gelangen.
Mimikama warnt vor Phishing-Versuch
Nach Angaben des Verbraucherportals Mimikama handelt es sich bei den entsprechenden Nachrichten um einen Phishing-Versuch.
Die Vorgehensweise folgt einem typischen Muster solcher Betrugsmaschen: Ein attraktives Versprechen wird mit künstlicher Dringlichkeit kombiniert.
Die Täter wollen damit erreichen, dass das Opfer spontan reagiert, statt zunächst zu prüfen, wer tatsächlich hinter der Nachricht steht.
Der angebliche Sofortgewinn verstärkt diesen Effekt zusätzlich.
Deutschlandticket macht die Nachricht glaubwürdiger
Die Wahl des Deutschlandtickets als Aufhänger dürfte den Nachrichten zusätzliche Aufmerksamkeit verschaffen.
Viele Menschen kennen das Ticket und verwenden es regelmäßig. Eine Nachricht, die sich scheinbar auf ein bekanntes Produkt oder einen vertrauten Dienst bezieht, kann deshalb zunächst glaubwürdiger erscheinen als eine vollkommen unerwartete Gewinnbenachrichtigung.
Die Betrüger machen sich genau diesen Wiedererkennungswert zunutze.
Das bedeutet jedoch nicht, dass tatsächlich eine Verbindung zwischen den Absendern der Phishing-Nachrichten und den Anbietern des Deutschlandtickets besteht.
Nach den vorliegenden Informationen handelt es sich um eine vorgetäuschte Aktion.
Misstrauisch bei überraschenden Gewinnen
Besonders vorsichtig sollten Verbraucher werden, wenn ihnen ohne nachvollziehbaren Anlass ein wertvoller Gewinn versprochen wird.
Zusätzliche Warnsignale sind extrem kurze Fristen, Formulierungen in Großbuchstaben und Aufforderungen, sofort eine Schaltfläche anzuklicken.
Die Kombination aus einem hohen Gewinnversprechen und künstlichem Zeitdruck soll eine kritische Prüfung verhindern.
Wer eine entsprechende Nachricht erhält, sollte deshalb nicht aufgrund der behaupteten Dringlichkeit reagieren.
Keine persönlichen Daten über verdächtige Links eingeben
Das Ziel der beschriebenen Kampagne besteht darin, persönliche Daten zu erlangen.
Empfänger sollten deshalb Links und Schaltflächen in einer verdächtigen Nachricht nicht verwenden und dort keine persönlichen Informationen eingeben.
Wer überprüfen möchte, ob tatsächlich eine Aktion eines Unternehmens oder Dienstleisters existiert, sollte dessen offiziellen Internetauftritt unabhängig von der erhaltenen Nachricht aufrufen, statt einem Link aus der E-Mail zu folgen.
So lässt sich vermeiden, dass eine täuschend echt gestaltete Phishing-Seite mit einem offiziellen Angebot verwechselt wird.
Bekanntheit des Deutschlandtickets wird für Betrug missbraucht
Der aktuelle Fall zeigt erneut, wie Kriminelle bekannte Marken, Dienstleistungen und Produkte als Vertrauensanker für Phishing-Kampagnen einsetzen können.
Beim Deutschlandticket kommt hinzu, dass viele Nutzer ihr Ticket digital auf dem Smartphone verwalten. Eine elektronische Nachricht mit vermeintlichem Bezug zum Ticket kann dadurch zunächst plausibel wirken.
Die eigentliche Gefahr geht in diesem Fall jedoch nicht vom digitalen Fahrschein aus, sondern von der betrügerischen Nachricht.