Mit einer angeblich notwendigen Überprüfung von Nutzerdaten versuchen Kriminelle derzeit, WhatsApp-Nutzer unter Druck zu setzen. In betrügerischen E-Mails wird behauptet, die Aktualität der hinterlegten Daten müsse innerhalb von nur 24 Stunden bestätigt werden. Andernfalls werde das WhatsApp-Konto deaktiviert und Nachrichten könnten gelöscht werden.
Die am 9. September 2026 bekannt gewordene Masche weist zahlreiche typische Merkmale eines Phishing-Versuchs auf. Empfänger sollten deshalb keinesfalls auf den in den Nachrichten enthaltenen Link klicken oder persönliche Daten eingeben.
Angebliche Kontoprüfung soll Nutzer zum schnellen Handeln bewegen
Die Betrüger versuchen zunächst, den Eindruck einer routinemäßigen Sicherheits- oder Kontoprüfung zu erwecken. Angeblich müsse der Nutzer bestätigen, dass sein WhatsApp-Konto weiterhin aktiv sei und die hinterlegten Informationen aktuell seien.
Für diese vermeintliche Bestätigung wird jedoch eine ungewöhnlich kurze Frist von 24 Stunden gesetzt. Wer nicht rechtzeitig reagiert, müsse angeblich mit der Deaktivierung seines Kontos und der Löschung seiner Nachrichten rechnen.
Gerade diese Kombination aus Zeitdruck und der Androhung schwerwiegender Konsequenzen ist ein typisches Mittel bei Phishing-Angriffen. Die Empfänger sollen möglichst schnell reagieren, ohne die Nachricht oder den darin enthaltenen Link genauer zu überprüfen.
Unterschiedliche Betreffzeilen – nahezu identischer Inhalt
Auffällig ist, dass die betrügerischen Nachrichten offenbar mit unterschiedlichen Betreffzeilen verbreitet werden. Bekannt geworden sind beispielsweise Formulierungen wie „Whats App Konto Information“, „Whats App Konto Prüfung“ oder „Whats App Hinweis“.
Obwohl sich die Betreffzeilen unterscheiden, ist der Inhalt der Nachrichten nahezu identisch. Auch die teilweise ungewöhnliche Schreibweise von „WhatsApp“ kann ein Hinweis darauf sein, dass die Nachricht nicht vom tatsächlichen Anbieter stammt.
Hinzu kommen weitere Auffälligkeiten. Dazu gehören eine unseriös wirkende Absenderadresse, eine unpersönliche Anrede sowie eine teilweise fehlerhafte beziehungsweise unprofessionelle Formatierung. Wörter werden beispielsweise an ungewöhnlichen Stellen getrennt oder ohne korrekte Bindestriche in der nächsten Zeile fortgesetzt.
Der gefährliche Link ist das eigentliche Ziel
Besonders problematisch ist der in der Nachricht enthaltene Bestätigungslink. Nutzer sollen darüber angeblich die Aktivität ihres Kontos bestätigen.
Solche Links können jedoch auf nachgeahmte Internetseiten führen, die lediglich dazu dienen, Zugangsdaten oder andere persönliche Informationen abzugreifen. Eine gefälschte Seite kann dabei dem echten Internetauftritt eines bekannten Dienstes täuschend ähnlich sehen.
Deshalb sollte ein Link in einer unerwarteten Nachricht niemals allein deshalb als vertrauenswürdig angesehen werden, weil darin der Name oder das Logo von WhatsApp erscheint.
Phishing-Mail nicht beantworten
Wer eine solche Nachricht erhält, sollte die darin enthaltene Aufforderung ignorieren. Die E-Mail sollte nicht beantwortet und der enthaltene Link nicht geöffnet werden. Stattdessen kann die Nachricht als Spam beziehungsweise Phishing markiert und anschließend gelöscht werden.
Wer überprüfen möchte, ob tatsächlich eine Mitteilung zu seinem WhatsApp-Konto vorliegt, sollte WhatsApp direkt über die offizielle App öffnen beziehungsweise die offizielle Internetseite selbst aufrufen. Der Weg sollte nicht über einen Link aus einer verdächtigen E-Mail führen.
Diese Warnzeichen sollten misstrauisch machen
Mehrere Merkmale der aktuellen Nachrichten sprechen für einen Phishing-Versuch: eine fragwürdige Absenderadresse, die fehlende persönliche Ansprache, eine sehr kurze Frist, die Drohung mit Kontosperrung und Datenverlust sowie ein Link, über den angeblich eine sofortige Bestätigung erfolgen muss.
Besonders der psychologische Druck ist Teil der Masche. Die Aussicht, das eigene WhatsApp-Konto und möglicherweise persönliche Nachrichten zu verlieren, soll dazu führen, dass Empfänger spontan auf den Link klicken.
Wer eine entsprechende E-Mail im Postfach findet, sollte sich davon nicht unter Zeitdruck setzen lassen. Eine angebliche 24-Stunden-Frist ist kein Grund, einen unbekannten Link zu öffnen. Kontoinformationen sollten stattdessen ausschließlich über die offiziellen Zugangswege von WhatsApp überprüft werden.