Dark Mode Light Mode

Grindr stimmt Millionenvergleich wegen Vorwürfen zum Umgang mit Nutzerdaten zu

StockSnap (CC0), Pixabay

Die Dating-App Grindr hat sich in Großbritannien auf einen Vergleich über 26 Millionen Pfund – umgerechnet rund 30,27 Millionen Euro – geeinigt. Damit soll eine Gruppenklage beigelegt werden, in der dem Unternehmen Verstöße beim Umgang mit persönlichen und besonders sensiblen Nutzerdaten vorgeworfen werden.

Vorwurf: Sensible Daten ohne ausreichende Einwilligung weitergegeben

Eine britische Anwaltskanzlei, die nach eigenen Angaben die Sammelklage geführt hat, wirft Grindr vor, personenbezogene Informationen von Nutzern an Drittunternehmen übermittelt zu haben, ohne zuvor die erforderliche Einwilligung einzuholen.

Besonders schwer wiegt der Vorwurf, dass sich darunter möglicherweise Informationen befanden, die einen äußerst privaten Bereich betreffen. Nach Darstellung der Kanzlei gehörte dazu unter Umständen auch der HIV-Status von Nutzern.

Gerade bei einer Dating-Plattform, die sich vor allem an schwule, bisexuelle, trans und queere Menschen richtet, können solche Angaben besonders sensibel sein. Die 2009 gegründete Plattform bezeichnet sich selbst als eines der weltweit größten sozialen Netzwerke für diese Nutzergruppen.

Vergleich bedeutet kein Eingeständnis der Vorwürfe

Grindr bestreitet die erhobenen Vorwürfe. Die Zahlung des Vergleichsbetrags ist daher nicht mit einem Eingeständnis gleichzusetzen, dass die behaupteten Datenschutzverstöße tatsächlich in der dargestellten Form stattgefunden haben.

Das Unternehmen erklärte zugleich, es erkenne die von einigen britischen Nutzern geäußerte Belastung und den Vertrauensverlust im Zusammenhang mit dem betreffenden Zeitraum vor 2020 an.

Vorgänge betreffen Zeitraum vor 2020

Grindr weist außerdem auf die damaligen Eigentumsverhältnisse hin. Während des von den Vorwürfen betroffenen Zeitraums befand sich das Unternehmen noch in den Händen eines chinesischen Eigentümers. Inzwischen gehört Grindr nach den vorliegenden Angaben einem internationalen Investorenkreis.

Diese Einordnung ändert nichts am Gegenstand der Klage, macht aber deutlich, dass sich die Vorwürfe auf einen früheren Abschnitt der Unternehmensgeschichte beziehen.

Vergleich soll Gruppenklage beenden

Die Einigung über 26 Millionen Pfund soll nun die britische Gruppenklage beilegen. Bekannt wurde der Vergleich durch eine Mitteilung des Unternehmens an die US-Börsenaufsicht SEC.

Der Fall zeigt zugleich, warum der Umgang mit Daten bei Dating-Apps besonders sensibel ist. Solche Dienste können neben gewöhnlichen Account- und Nutzungsinformationen auch Angaben enthalten, aus denen sich sehr persönliche Informationen über Beziehungen, sexuelle Orientierung oder Gesundheit ergeben können.

Entscheidend bleibt dabei die Unterscheidung zwischen den Vorwürfen der Klägerseite und dem, was Grindr selbst einräumt: Das Unternehmen akzeptiert den Vergleich und erkennt den entstandenen Vertrauensverlust an, bestreitet aber die gegen das Unternehmen erhobenen Vorwürfe.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Treubesitz Immobilienverwaltung GmbH: Insolvenzantrag mangels Masse abgewiesen

Next Post

Windpark Desloch schreibt weiter rote Zahlen – Schulden sinken auf 22,8 Millionen Euro