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Feuer und Sicherheitslücke an Umspannwerken: Ermittler prüfen mögliche Angriffe auf das Stromnetz

Neil_Crook (CC0), Pixabay

Zwei Vorfälle an Umspannwerken in Berlin und Nordrhein-Westfalen beschäftigen die Sicherheitsbehörden. Während in der Hauptstadt ein Feuer auf eine Anlage der Stromversorgung übergriff, entdeckten Einsatzkräfte im nordrhein-westfälischen Wesel einen durchtrennten Sicherheitszaun. Ob zwischen den Ereignissen ein Zusammenhang besteht und möglicherweise Sabotage dahintersteckt, ist bislang ungeklärt.

In der Nacht zum Montag brach auf einer Baustelle in der Bissingzeile im Berliner Bezirk Mitte ein Feuer aus. Die Flammen griffen auf ein angrenzendes Umspannwerk über. Gegen 2 Uhr rückte die Feuerwehr mit zahlreichen Einsatzkräften an. Ihr gelang es, den Brand zu löschen und eine weitere Ausbreitung auf die empfindliche technische Infrastruktur zu verhindern.

Die Polizei sperrte das Gelände weiträumig ab und sicherte mögliche Spuren. Am Morgen waren deutliche Brandspuren zu erkennen. Größere Stromausfälle wurden zunächst nicht gemeldet. Allerdings fielen in der Umgebung mehrere Ampelanlagen aus. Ob dies unmittelbar mit dem Brand zusammenhing, war zunächst nicht abschließend geklärt.

Die Brandursache ist noch offen. Neben einem technischen Defekt prüfen die Ermittler auch, ob das Feuer vorsätzlich gelegt worden sein könnte. Gesicherte Hinweise auf einen Sabotageakt lagen zunächst nicht vor.

Unbekannte dringen auf Gelände in Wesel ein

Nur wenige Stunden zuvor hatte es auch am Umspannwerk Niederrhein in Wesel einen Großeinsatz gegeben. Am Sonntagabend gegen 22 Uhr wurden auf dem weitläufigen Gelände der RWE-Anlage Unregelmäßigkeiten festgestellt.

Bei der anschließenden Überprüfung entdeckten die Einsatzkräfte ein Loch im Sicherheitszaun. Unbekannte waren offenbar durch die Öffnung auf das Gelände gelangt. Zahlreiche Polizisten umstellten daraufhin das Areal und durchsuchten die Anlage. Auch ein Polizeihubschrauber kreiste über dem Umspannwerk.

Ob die Eindringlinge technische Einrichtungen beschädigten oder Manipulationen an der Anlage vornahmen, ist Gegenstand der Ermittlungen. Die Polizei machte zunächst keine näheren Angaben zu möglichen Hintergründen oder Tatverdächtigen.

Kritische Infrastruktur verstärkt im Blick

Die beiden Vorfälle sorgen auch deshalb für erhöhte Aufmerksamkeit, weil es zuletzt in mehreren Bundesländern versuchte oder mutmaßliche Sabotagehandlungen an Umspannwerken und Hochspannungsleitungen gegeben hatte. Betroffen waren unter anderem Anlagen in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen.

Die Ermittlungsbehörden fahnden in diesem Zusammenhang intensiv nach dem 48 Jahre alten Daniel V. Er soll sich zu mehreren Sabotageaktionen bekannt haben. Nach der Veröffentlichung von Fahndungsbildern gingen zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung ein. Diese werden derzeit ausgewertet.

Ob der Gesuchte etwas mit den aktuellen Ereignissen in Berlin oder Wesel zu tun haben könnte, ist nicht bekannt. Ebenso gibt es bislang keine bestätigte Verbindung zwischen dem Brand in Berlin, dem Eindringen in das Umspannwerk in Wesel und den früheren Sabotagefällen.

Die Ermittlungen müssen nun klären, ob es sich um zwei voneinander unabhängige Ereignisse handelt oder ob gezielte Angriffe auf die Stromversorgung versucht wurden. Umspannwerke gehören zur kritischen Infrastruktur: Beschädigungen können nicht nur einzelne Haushalte betreffen, sondern je nach Ausmaß auch den Verkehr, Unternehmen, Kommunikationssysteme und öffentliche Einrichtungen beeinträchtigen.

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