Der iShares Dow Jones Eurozone Leaders Screened UCITS ETF (DE), ISIN DE000A0F5UG3, blickt auf ein ausgesprochen erfolgreiches Geschäftsjahr vom 1. Mai 2025 bis 30. April 2026 zurück. Der passiv verwaltete Aktien-ETF bildet einen ESG-gefilterten Eurozonen-Index ab und investiert direkt in dessen Bestandteile. Dabei werden insbesondere Unternehmen aus Alkohol, Tabak, Glücksspiel, Rüstung, Schusswaffen und Erwachsenenunterhaltung ausgeschlossen. Der Fonds ist gemäß SFDR als Artikel-8-Produkt klassifiziert.
Sehr starke Wertentwicklung und gute Indexabbildung
Die wichtigste Kennzahl aus Anlegersicht ist die Performance: Der ETF erzielte im Berichtszeitraum unter Berücksichtigung von Kosten, Ausschüttungen und Steuern eine Wertentwicklung von 18,85 %. Der zugrunde liegende Performanceindex kam auf 18,50 %. Damit lag der ETF sogar 0,35 Prozentpunkte vor seinem Vergleichsindex.
Gleichzeitig betrug der Tracking Error lediglich 0,29 Prozentpunkte. Für einen passiv verwalteten ETF spricht dies für eine insgesamt sehr präzise Indexnachbildung.
Auch die Entwicklung des Anteilwerts unterstreicht das positive Bild. Dieser stieg von 19,20 Euro auf 22,26 Euro, was allein auf Basis der Anteilwerte einem Zuwachs von rund 15,9 % entspricht. Der Unterschied zur Gesamtrendite von 18,85 % erklärt sich insbesondere durch die während des Jahres erfolgten Ausschüttungen. Noch 2022/2023 hatte der Anteilwert lediglich 14,98 Euro betragen.
Fondsvermögen wächst auf mehr als 204 Mio. Euro
Das Fondsvermögen erhöhte sich innerhalb eines Jahres von 159,1 Mio. Euro auf 204,0 Mio. Euro, entsprechend einem Anstieg um rund 28,2 %. Das Wachstum stammt dabei nicht ausschließlich aus Kursgewinnen: Zusätzlich verzeichnete der Fonds einen Netto-Mittelzufluss von 18,15 Mio. Euro. Anteilsverkäufen von 25,29 Mio. Euro standen Rücknahmen von lediglich 7,14 Mio. Euro gegenüber. Dies signalisiert eine deutlich positive Anlegernachfrage während des Berichtsjahres.
Das Jahresergebnis belief sich auf beachtliche 31,64 Mio. Euro. Davon entfielen allerdings rund 23,84 Mio. Euro bzw. etwa drei Viertel auf nicht realisierte Wertsteigerungen. Das ist für einen Aktienfonds normal, bedeutet aber zugleich, dass ein erheblicher Teil des ausgewiesenen Erfolgs von den Aktienkursen am Bilanzstichtag abhängt und bei fallenden Märkten wieder abschmelzen kann. Das realisierte Ergebnis lag bei 7,80 Mio. Euro.
Ausschüttung bietet zusätzliche laufende Erträge
Der Fonds schüttete für das Geschäftsjahr insgesamt 0,54 Euro je Anteil aus. Davon entfielen 0,37 Euro auf Zwischenausschüttungen und 0,17 Euro auf die Endausschüttung. Insgesamt wurden knapp 4,98 Mio. Euro an die Anleger ausgeschüttet.
Gemessen am Anteilwert von 22,26 Euro zum Geschäftsjahresende entspricht die Ausschüttung rechnerisch einer Größenordnung von etwa 2,4 %. Anleger profitieren damit nicht nur von Kurssteigerungen, sondern erhalten zugleich laufende Ausschüttungen.
Hoher Aktienanteil – praktisch vollständig investiert
Zum Bilanzstichtag waren 99,36 % des Fondsvermögens in Aktien investiert. Bankguthaben machten lediglich 0,17 % aus und Derivate nur 0,01 %. Der ETF ist damit nahezu vollständig dem Aktienmarkt ausgesetzt.
Das ist in steigenden Märkten vorteilhaft, bietet bei kräftigen Marktkorrekturen jedoch kaum einen defensiven Puffer. Konsequenterweise stuft auch der Jahresbericht das absolute Marktpreisrisiko als hoch ein. Dagegen werden Liquiditäts-, Kontrahenten- und Adressenausfallrisiken als gering eingeschätzt. Für einen Euro-Anleger besteht aufgrund der Konzentration auf Aktien aus der Eurozone praktisch kein relevantes Fremdwährungsrisiko.
Auffällig starke geografische Konzentration
Trotz einer Vielzahl von Einzelaktien ist der ETF geografisch keineswegs gleichmäßig diversifiziert. Besonders dominant sind:
Frankreich: 31,98 %
Deutschland: 26,00 %
Spanien: 23,95 %
Italien: 6,77 %
Niederlande: 5,14 %
Allein Frankreich, Deutschland und Spanien vereinen somit 81,93 % des gesamten Fondsvermögens auf sich.
Für Anleger ist dies ein wesentlicher Punkt: Der ETF ist kein breit gestreuter Europa- oder Weltaktienfonds, sondern eine relativ konzentrierte Wette auf ausgewählte große Unternehmen der Eurozone. Wirtschaftliche oder politische Schwächen in Frankreich, Deutschland oder Spanien können deshalb überproportional auf den Fonds durchschlagen.
Auch bei den Einzelaktien bestehen Konzentrationsrisiken
Die größten Positionen waren zum Stichtag unter anderem:
Siemens 9,66 %, Schneider Electric 7,55 %, Iberdrola 6,46 %, BBVA 5,58 %, Air Liquide 5,50 %, Intesa Sanpaolo 4,60 %, Sanofi 4,45 %, Infineon 3,87 %, AXA 3,51 % und Münchener Rück 3,47 %.
Allein diese zehn Aktien machen rechnerisch rund 54,7 % des Fondsvermögens aus. Besonders Siemens besitzt mit knapp 10 % Gewicht einen erheblichen Einfluss auf die Wertentwicklung.
Das Portfolio ist somit zwar auf zahlreiche Unternehmen verteilt, die wirtschaftliche Entwicklung einiger großer Indexschwergewichte bestimmt die Gesamtrendite jedoch in erheblichem Maße.
Finanzwerte und Industrie prägen das Portfolio
Auch sektorbezogen ist der ETF relativ konzentriert. Industriegüter/Investitionsgüter machen 26,17 % aus, Banken 18,50 %, Versorger 10,50 %, Werkstoffe 6,25 % sowie Halbleiter und Halbleiterausrüstung 5,96 %. Werden Banken, Finanzdienstleistungen und Versicherungen gemeinsam betrachtet, ergibt sich ein Finanzsektor-Exposure von mehr als einem Viertel des Portfolios.
Das erklärt teilweise die starke Performance des Berichtsjahres, erhöht aber gleichzeitig die Abhängigkeit von der europäischen Industriekonjunktur, Investitionszyklen, Zinsen und der Entwicklung des Bankensektors.
ESG-Profil ist substanziell, aber nicht gleichbedeutend mit einem reinen „grünen“ Fonds
Der Nachhaltigkeitsfilter ist deutlich ausgeprägt. Der Anteil nachhaltiger Investitionen lag bei 56,18 %, nach 57,75 % im Vorjahr. Gleichzeitig lag das Exposure gegenüber Unternehmen aus den ausdrücklich ausgeschlossenen Tätigkeiten sowie gegenüber identifizierten ESG-Kontroversen bei jeweils 0 %.
Von den Investitionen wurden 10,37 % als EU-taxonomiekonform, 40,96 % als nachhaltige Investitionen mit anderen Umweltzielen und 4,85 % als sozial nachhaltige Investitionen eingestuft.
Anleger sollten den Begriff „nachhaltig“ dennoch nicht mit „ausschließlich grün“ gleichsetzen. Der Bericht weist beispielsweise auch begrenzte Exposures gegenüber Aktivitäten im Bereich fossiles Gas und Kernenergie aus; entscheidend ist hier die konkrete Taxonomie- und Indexmethodik.
Kosten überschaubar, aber nicht zu vernachlässigen
Die Gesamtkostenquote beträgt 0,41 %. Grundlage ist insbesondere eine Pauschalgebühr von 0,40 % jährlich. Transaktionskosten sind in dieser Kennzahl nicht enthalten.
Zusätzlich fielen im Geschäftsjahr 67.605,51 Euro Transaktionskosten an. Positiv hervorzuheben ist, dass keine Transaktionen über eng verbundene Broker durchgeführt wurden.
Bemerkenswert ist vor allem, dass der Fonds trotz seiner laufenden Kosten seinen Index im Berichtsjahr um 0,35 Prozentpunkte übertraf. Eine solche positive Tracking Difference sollte allerdings nicht automatisch für zukünftige Jahre fortgeschrieben werden.
Neue Liquiditätsinstrumente sollten Anleger kennen
Seit dem 16. April 2026 verfügt der ETF über zusätzliche Liquiditätsmanagementinstrumente. Dazu gehören Dual Pricing und eine potenzielle Rückgabegebühr von bis zu 2 %. Ziel ist es, die bestehenden Anleger bei größeren Mittelbewegungen vor Verwässerung und Transaktionskosten zu schützen.
Für langfristige Anleger kann dies einen Schutzmechanismus darstellen. Wer jedoch größere Positionen kurzfristig zurückgeben möchte, sollte die möglichen Auswirkungen auf den Rücknahmepreis berücksichtigen.
Fazit aus Anlegersicht
Der iShares Dow Jones Eurozone Leaders Screened UCITS ETF hat 2025/2026 ein sehr überzeugendes Geschäftsjahr vorgelegt. Eine Gesamtrendite von 18,85 %, die leichte Überperformance gegenüber dem Index, ein niedriger Tracking Error, erhebliche Netto-Mittelzuflüsse und der Anstieg des Fondsvermögens auf mehr als 204 Mio. Euro sprechen für eine funktionierende passive Umsetzung des Anlagekonzepts.
Besonders interessant ist der ETF für Anleger, die gezielt große Eurozonen-Unternehmen mit einem systematischen ESG-Screening abdecken und dabei auf Fremdwährungsrisiken weitgehend verzichten möchten.
Der entscheidende Schwachpunkt ist allerdings die Konzentration: Mehr als 80 % des Vermögens entfallen auf Frankreich, Deutschland und Spanien, rund 55 % auf lediglich zehn Unternehmen. Dazu kommen ausgeprägte Schwerpunkte bei Industrie- und Finanzwerten. Entsprechend sollte der Fonds trotz seiner Vielzahl an Einzelpositionen nicht mit einem global diversifizierten Aktienportfolio verwechselt werden.
Gesamturteil: Ein qualitativ überzeugend umgesetzter ESG-Eurozonen-ETF mit starker jüngster Performance und guter Indexabbildung, aber merklichen Länder-, Branchen- und Einzeltitelkonzentrationen. Als gezielte Eurozonen-Komponente eines breiteren Portfolios erscheint das Konzept schlüssiger als als alleiniger Aktienbaustein.