Zwei Verkehrskontrollen sind am Donnerstag in Bayern und Niedersachsen unabhängig voneinander eskaliert. In Ismaning bei München und in Braunschweig widersetzten sich zwei Autofahrer den Maßnahmen der Polizei. In beiden Fällen fielen Schüsse. Insgesamt wurden vier Polizeibeamte verletzt. Beide Fahrer konnten festgenommen werden.
Ismaning: Autofahrer fährt Polizisten an und flüchtet
Der erste Vorfall ereignete sich gegen 16 Uhr im Ismaninger Ortsteil Fischerhäuser in Bayern. Polizeibeamte wurden an einer Tankstelle auf einen Autofahrer aufmerksam, der durch eine rücksichtslose Fahrweise aufgefallen war.
Als die Beamten den Mann kontrollieren wollten, gab dieser Gas und flüchtete. Es entwickelte sich eine Verfolgungsfahrt, bevor die Polizei das Fahrzeug schließlich stoppen konnte.
Der Fahrer weigerte sich jedoch, seinen Wagen zu verlassen. Er schloss sich im Fahrzeug ein und ignorierte die Aufforderungen der Beamten.
Als einer der Polizisten einen Nothammer aus dem Streifenwagen holen wollte, soll der Fahrer plötzlich wieder Gas gegeben haben. Dabei wurde ein Polizeibeamter von dem Fahrzeug angefahren und verletzt.
Daraufhin schossen Polizeibeamte auf das Auto. Der Fahrer setzte seine Flucht anschließend zu Fuß fort.
Die Polizei leitete eine groß angelegte Fahndung ein. Mehr als 80 Beamte waren im Einsatz. Zusätzlich wurden ein Polizeihubschrauber und ein Polizeihund eingesetzt.
Schließlich entdeckten Anwohner den gesuchten Mann in einem Garten und verständigten die Polizei. Dort konnte der Flüchtige festgenommen werden.
Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen 58 Jahre alten Deutschen. Er blieb unverletzt. Gegen ihn wird unter anderem wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung und eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt.
Braunschweig: Drei Polizisten bei Kontrolle verletzt
Der zweite Vorfall ereignete sich gegen 17 Uhr in der Braunschweiger Innenstadt in Niedersachsen.
Polizeibeamte wollten dort einen VW Golf kontrollieren. Anlass war ein abgelaufener Versicherungsschutz des Fahrzeugs.
Der Fahrer weigerte sich, die Fahrzeugtür zu öffnen. Daraufhin setzte ein Polizeibeamter seinen Schlagstock gegen das Fahrerfenster ein, um Kontakt zu dem Mann herstellen zu können.
Die Situation eskalierte unmittelbar danach. Der Fahrer soll plötzlich losgefahren und direkt auf einen Polizeibeamten zugehalten haben. Zunächst stoppte er noch einmal.
Die Beamten drohten mehrfach mit dem Einsatz ihrer Schusswaffen. Als der Mann sein Fahrzeug erneut beschleunigt haben soll, gaben die Polizisten zwei Schüsse auf den Golf ab.
Trotzdem wurde der vor dem Fahrzeug stehende Polizeibeamte angefahren und verletzt.
Der 58-Jährige fuhr anschließend auf einen angrenzenden Parkplatz. Dort gelang es den Einsatzkräften, ihn festzunehmen. Dabei soll er erheblichen Widerstand geleistet haben.
Während der Festnahme wurden zwei weitere Polizeibeamte verletzt. Damit erlitten bei dem Einsatz in Braunschweig insgesamt drei Polizisten Verletzungen.
Bei dem festgenommenen Fahrer handelt es sich um einen 58 Jahre alten deutschen Staatsangehörigen aus dem Raum Helmstedt. Auch er wurde während der polizeilichen Zwangsmaßnahmen und seiner Gegenwehr verletzt und musste medizinisch behandelt werden.
Die Ermittlungen zum genauen Ablauf des Einsatzes und zu den Hintergründen dauern an.
Vier verletzte Polizisten nach zwei unabhängigen Einsätzen
Die beiden voneinander unabhängigen Vorfälle ereigneten sich innerhalb kurzer Zeit, hatten jedoch unterschiedliche Ausgangspunkte.
In Ismaning begann der Einsatz mit der auffälligen und rücksichtslosen Fahrweise eines Autofahrers und entwickelte sich zu einer Verfolgungsfahrt mit anschließender Flucht zu Fuß. Ein Polizeibeamter wurde verletzt.
In Braunschweig sollte dagegen ein Fahrzeug wegen seines abgelaufenen Versicherungsschutzes kontrolliert werden. Dort wurden im Verlauf der Eskalation und der anschließenden Festnahme drei Polizeibeamte verletzt.
In beiden Fällen griffen Polizeibeamte zur Schusswaffe. Die beiden 58 Jahre alten Fahrer wurden festgenommen. Nun müssen die Ermittlungen die jeweiligen Abläufe und die strafrechtlichen Konsequenzen klären.